KONSUMENT.AT - FjordGold Alaska-Seelachs Mus gesalzen - Lachsersatz mit bedenklichen Farben und sehr hohem Salzgehalt

FjordGold Alaska-Seelachs Mus gesalzen

Fisch mit problematischen Farben

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veröffentlicht: 25.11.2021

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Was alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Eingefärbter Alaska-Seelachs, der gar kein Lachs ist und den bedenkliche Farbstoffe wie „echter“ Lachs aussehen lassen. Achtung außerdem vor dem hohen Salzgehalt!

 

 

Das steht drauf: FjordGold Alaska-Seelachs Mus gesalzen

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das war das Problem

Der Hinweis „Lachsersatz“ auf den Alaska-Seelachs-Produkten der Marke FjordGold lässt schon vermuten, dass diese mit echtem Lachs nicht viel zu tun haben. Wer einen Blick auf die Zutatenliste wirft, erfährt die ganze Wahrheit über den lachsfarbenen Inhalt. So auch eine Kundin, die uns Folgendes gemeldet hat: „Ich habe mir interessehalber die Zutatenliste von Alaska-Seelachs Mus der Marke FjordGold durchgelesen und war entsetzt! Eigentlich weißer Seelachs wird mit mehreren Farbstoffen eingefärbt, um Lachs zu imitieren? Noch dazu werden Farbstoffe verwendet, die laut Etikett die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen können!“ Die Konsumentin fragt beunruhigt, ob solche Produkte überhaupt am Markt sein dürfen, es sei für sie unverständlich.

Alaska-Seelachs: kein „echter“ Lachs

Die Alaska-Seelachs-Produkte von FjordGold sind ein Ersatz für echten Lachs. „Lachsersatz“ steht auch korrekterweise auf dem Etikett, ebenso der Hinweis „gefärbt“. Alaska-Seelachs, auch Alaska-Pollock genannt, ist nicht mit den Lachsen verwandt, sondern gehört zur Familie der Dorsche. Mit echtem rosafleischigen Lachs hat Seelachs also nichts zu tun.

Die Lebensmittelindustrie nutzt den Namen Alaska-„Seelachs“ schon seit gut einem Jahrhundert, um den Absatz zu steigern. Grund: Der beliebte echte Lachs ist mengenmäßig knapper geworden. Eingefärbt, um echten Lachs zu imitieren, wird der Alaska-Pollock als Seelachs-Mus, -Scheiben oder -Schnetzel verkauft. Ansonsten landet der weißfleischige Fisch meist in Form von Fischstäbchen, Schlemmerfilets oder fertigen Pfannengerichten auf dem Teller.

Lachsersatz mit bedenklichen Farben

Wir haben uns aufgrund des Hinweises der Konsumentin die Zutatenliste auf dem Etikett am Glas von FjordGold Alaska-Seelachs Mus angeschaut. Die Farbstoffe Gelborange S und Cochenillerot A sind hier aufgelistet. Es handelt sich um sogenannte Azofarbstoffe. Das sind synthetische Farbstoffe, die seit ihrer Herstellung aus Teer Mitte des 19. Jahrhunderts auch bei Lebensmitteln zum Einsatz kommen. Einige sind bereits verboten. Seit Juli 2010 gilt nach einer EU-Verordnung: Lebensmittel, welche die Azofarbstoffe Tartrazin (E 102), Chinolingelb (E 104), Gelborange S (E 110), Azorubin (E 122), Allurarot (E 129) oder Cochenillerot A (E 124) enthalten, müssen in der Europäischen Union mit dem gesonderten Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ gekennzeichnet werden.

Ausgenommen von der Kennzeichnungspflicht und Angabe der Farbstoffe sind übrigens Getränke mit mehr als 1,2 % vol Alkohol  wie zum Beispiel Aperol.

Mögliche Gesundheitsbeeinträchtigung

Auf dem Alaska-Seelachs Mus ist der Warnhinweis zu den Azofarbstoffen korrekt angebracht. Aufgrund der chemischen Struktur dieser Farben besteht der Verdacht, dass sie Pseudoallergien hervorrufen können. Laut Studien könnten Azofarbstoffe ADHS-Symptome (Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivität) verschlimmern. Das Mus aus Lachsersatz ist im Vergleich zu bunten Süßigkeiten mit Azofarbstoffen für Kinder sicherlich weniger attraktiv. Dennoch ist es unverständlich, warum weiterhin Produkte mit diesen Farbstoffen erhältlich sind.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die akzeptierbare tägliche Aufnahmemenge bei Cochenillerot A bereits herabgesetzt. Wir würden ein Verbot der bedenklichen Farbstoffe begrüßen, denn sie stellen ein unnötiges Risikopotenzial dar. In Bio-Produkten sind künstliche Farbstoffe verboten.

Sehr hoher Salzgehalt

Neben den bedenklichen Azofarben ist uns der extrem hohe Salzgehalt mit 8,3 g Salz/100 g im Fischmus negativ aufgefallen. Das ganze 125-g-Glas enthält 10,4 g Salz. Pro Tag sollten Erwachsene laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) maximal 5 g Salz zu sich nehmen. Das entspricht der Menge eines gestrichenen Teelöffels. Wer also ein paar dick bestrichene Fischbrötchen isst, erreicht bald die Tagesdosis!

Seelachs-Schnetzel eignen sich gut zum Garnieren belegter Brötchen. Die einzelnen Bestandteile derselben, also Baguette, Schinken, Käse, Kaviar, Mayonnaise und eingelegtes Gemüse, enthalten ebenfalls viel Salz und machen solche Brötchen zu einer wahren Salzbombe. Bitte nur selten zugreifen!

Hersteller beruft sich auf EU-Kennzeichnung

Der polnische Hersteller Lisner beruft sich in seiner Stellungnahme zu unserer Anfrage und Kritik auf die in allen EU-Ländern geltenden Anforderungen zur Kennzeichnung. Demnach sehe er die volle Produktsicherheit, insbesondere die Gesundheitssicherheit von seiner Seite gewährleistet. Das vor allem auch in Deutschland beliebte Rezept sei seit 30 Jahren bewährt und unverändert, schreibt Lisner. Hier ist also leider so bald keine Änderung hinsichtlich der Verwendung von bedenklichen Zusatzstoffen zu erwarten. Wir raten daher: Ersetzen Sie diesen Lachsersatz! Greifen Sie besser zu Produkten ohne Azofarbstoffen oder am besten gleich zu echtem Lachs aus Bio-Produktion.

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