Landgold Fresh Eier aus Käfighaltung

Käfigeier aus Polen, in Ungarn verpackt

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veröffentlicht: 11.06.2019

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Was Konsumenten alles zugemutet wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Eier aus Käfighaltung.   

 

Das steht drauf: Frisch & Gut, 10 Stück frische Eier

Gekauft bei: SE&PAS, Leobersdorf

Das ist das Problem

Eine Kundin hatte in einem Supermarkt 10 Stück frische Eier von Landgold Fresh gekauft. Als sie das auf der Packung aufgeklebte Produktetikett genau gelesen hatte, war sie irritiert. Hier stand „10 Stück Eier aus ausgestalteter Käfighaltung“, „HU 08-TCS 014“ und „Herkunft: PL“. 

Woher stammen die Eier? Ungarn oder Polen?

„Zuerst dachte ich eben, dass die Eier aus Ungarn (HU) stammen. Als Herkunft ist PL (Polen) gekennzeichnet. Ich dachte, Käfigeier sind in Österreich verboten? Ich würde gerne wissen, woher die Eier stammen und warum das Käfigeier sind!“, schrieb sie uns.

Identitätszeichen: Land und Betrieb

Der auf dem Etikett aufgedruckte ovale Kreis mit dem Code „HU 08-TCS 014“ ist das Identitätszeichen (früher Genusstauglichkeitskennzeichen). Es gibt EU-weit das Land und den Betrieb an, in dem das Lebensmittel zuletzt bearbeitet oder verpackt wurde. HU steht für Ungarn. Demnach wurden die Eier also in Ungarn verpackt. Das Identitätszeichen gibt keinen Hinweis auf die Herkunft der Ware. Sie stammt in diesem Fall, wie auf dem Etikett angeführt, aus Polen.

Zahlencode: korrekt gekennzeichnet

In Österreich muss seit Jänner 2004 jedes Ei einen Stempel tragen, damit auch ohne Verpackung klar ist, wo die Ware herkommt und wie sie erzeugt wurde. (Bild: VKI)

Rohe Eier, die in Österreich im Lebensmittelhandel verkauft werden, müssen einzeln, Stück für Stück, mit einem Zahlen- und Buchstabencode gekennzeichnet sein, der über Haltungsform und Herkunft informiert. Eier aus Käfighaltung erkennt man am Code „3“. Diese Vorgabe ist bei den Landgold-Fresh-Eiern erfüllt. Im Stempel ist als Herkunft PL (Polen) angeführt und die Haltungsform mit dem Code „3“ (Käfighaltung) genannt. Die Landgold-Fresh-Eier sind also korrekt gekennzeichnet.

Käfighaltung ist kaum artgerecht

Und was die Käfighaltung anbelangt: Seit 2012 ist in der gesamten EU das Halten von Hühnern in konventionellen Käfigen verboten. Es sind nur mehr sogenannte ausgestaltete Käfige erlaubt. Diese sind etwas größer (pro Henne ist Platz im Ausmaß von etwa einem DIN-A4-Blatt vorgeschrieben) und es gibt Sitzstangen sowie Nestflächen mit Einstreu. Doch auch bei dieser Haltungsform können sich die Tiere kaum artgerecht verhalten. Tierschützer lehnen sie deshalb ab. 

In Österreich ab 2020 verboten

In Österreich dürfen Hühner nur mehr bis Ende 2019 in ausgestalteten Käfigen gehalten werden. Auf EU-Ebene ist kein Termin für den Ausstieg aus dieser Art der Hühnerhaltung festgelegt. Und das „alte", konventionelle System der Käfighaltung ist weltweit nach wie vor sehr verbreitet.

Käfigeier meist in verarbeiteten Produkten

Der Import von Käfigeiern aus EU- und Nicht-EU-Ländern ist weiterhin erlaubt. Käfigeier finden sich meistens in verarbeiteten Produkten. Bei diesen muss nicht gekennzeichnet sein, wie die Hühner gehalten wurden. 
Aufgrund der klaren Kennzeichnung frischer Eier können sich Konsumenten bewusst gegen Eier aus Käfighaltung entscheiden. Bei Fertiglebensmitteln haben sie diese Möglichkeit in der Regel nicht. Nur manche Hersteller kennzeichnen die Haltungsform freiwillig.

Besser bio!

Wer keine Käfigeier möchte, greift zu Bio- oder Freilandeiern. Sind verarbeitete Produkte als „bio“ gekennzeichnet, müssen auch eventuell verwendete Eier aus biologischer Produktion stammen. Restaurants mit dem AMA-Gastrosiegel sind dazu verpflichtet, Herkunft und Haltungsform bei den verwendeten Eiern anzugeben. Wer wissen will, welche Eier in der Betriebskantine verarbeitet werden, muss nachfragen.  

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