Leberkäsesemmeln von OMV Tankstellen und von Radatz

Mal mehr, mal weniger Leberkäse

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KONSUMENT 3/2017 veröffentlicht: 17.01.2016

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Was Konsumenten alles zugemutet wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Leberkäsesemmeln, die bei OMV Tankstellen und oft auch in Radatz-Filialen ihren fixen Preis haben, obwohl sie bei beiden Anbietern nicht immer gleich viel Leberkäse enthalten.

 

Gekauft bei: OMV, Radatz

Das ist das Problem

Leberkäse, ein traditionelles Gericht der bayrisch-österreichischen Küche, hat seine treuen Fans. So auch einen KONSUMENT-Leser, der unterwegs im Außendienst immer wieder Leberkäsesemmeln verspeist. Im Lauf der Zeit fielen ihm aber einige Ungereimtheiten auf.

Er schrieb uns, dass eine Leberkäsesemmel zum Beispiel bei OMV-Tankstellen in Österreich immer und überall gleich viel kostet, die Einlage aber zum Teil gewaltig – von geschätzten 50 g bis zu guten 150 g – differiert. Auch bei Radatz, so der Leser, werden die Leberkäsesemmeln als Stückware ohne Abwiegen verkauft.
Wir fragten bei OMV und bei Radatz nach. In eine Semmel sind laut Vorgabe 100 g Leberkäse zu legen, teilte uns OMV mit. In vielen Tankstellen würden Spezialmesser benutzt, um die korrekte Grammatur zu erzielen, in einigen Tankstellen verlasse man sich auf das Augenmaß.

Spezialmesser mit Abstandhalter

Radatz erklärte, dass der Leberkäse für Leberkäsesemmeln mit einem speziellen Messer mit Abstandhalter auf ca. 11 dag abgeschnitten werden. Größere und kleinere Portionen würden hingegen gewogen.
Wir beschlossen, der Sache nachzugehen, und kauften in drei Radatz-Filialen und drei OMV-Filialen je drei Leberkäsesemmeln pro Filiale ein. Bei OMV bezahlten wir pro Leberkäsesemmel 2,99 €. In einer Filiale gab es aktuell nur Käseleberkäse; hier kamen die Semmeln auf 3 € pro Stück.

Immer unterschiedlich viel Leberkäse

Wir wogen ab, wie viel Leberkäse denn nun tatsächlich in den Semmeln drin war. Das Ergebnis: Egal ob die Leberkäsesemmeln aus einer oder aus verschiedenen Filialen stammten, sie enthielten nie gleich viel Leberkäse. Die Semmeln waren mit 80 g bis hin zu über 140 g Leberkäse (bzw. Käseleberkäse) belegt. Die Vorgabe von 100 g Leberkäse pro Semmel wurde kein einziges Mal erfüllt.
Weiter zu Radatz: Hier wurde der Leberkäse in zwei Filialen nach Gewicht abgerechnet. In der dritten Filiale, die wir aufsuchten, wurden die Leberkäsesemmeln um 2,10 € pro Stück verkauft – mit 100 g bis 118 g Leberkäse drin.

Reklamieren Sie an der Theke

Wir hatten übrigens schon früher einmal bei je einer OMV- und einer Radatz-Filiale Leberkäsesemmeln zu Stückpreisen gekauft und abgewogen. Auch damals bekamen wir Semmeln mit unterschiedlich viel Leberkäse.
Sollte Ihnen eine zum Stückpreis angebotene Leberkäsesemmel zu mickrig belegt vorkommen, sprechen Sie den Verkäufer darauf an. Sie können sich in Wien auch an das Marktamt des Bezirkes wenden, in dem Sie die Semmel gekauft haben. In den Bundesländern ist die Lebensmittelaufsicht für Reklamationen zuständig.

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Bild: VKI