nöm Fasten Proteindrink Vanille

Ohne Vanille

Seite 1 von 2

Nächsten Inhalt anzeigen
veröffentlicht: 15.10.2015

Inhalt

Was Konsumenten alles zugemutet wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: ein Proteindrink Vanille, in dem keine Vanille zu entdecken ist.

 

Das steht drauf: nöm Fasten Proteindrink Vanille

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Bei nöm Fasten Proteindrink Vanille wird Vanille auf der Flaschenvorderseite groß in Szene gesetzt: Fünf Vanilleschoten und eine Vanilleblüte sind hier abgebildet. Doch auf der Flaschenrückseite sucht man die Vanille vergebens. In der Sachbezeichnung ist nur mehr von einem "Getränk aus Magermilchkonzentrat ... mit Vanillegeschmack und Süßungsmittel" die Rede.

Und laut Zutatenliste kommt das Getränk überhaupt ohne Vanille aus: Der Proteindrink enthält neben Magermilchkonzentrat noch Magermilchpulver, Aroma, den Süßstoff Sucralose und den Farbstoff Carotin. Das bedeutet: Für den Vanillegeschmack sorgt lediglich Aroma.

Vanilleextrakt und Aroma

Außen auf der Flasche mit Vanille protzen, aber ein Getränk ohne Vanille einfüllen? Wir fragten bei Hersteller nöm nach. Der Fasten Proteindrink enthalte Vanilleextrakt und Aroma. Dies sei auf der Flasche fälschlicherweise in Summe nur als Aroma ausgewiesen, teilte das Unternehmen mit. Der Verpackungstext werde so schnell wie möglich korrigiert ...

Vanille bzw. Vanillin gibt es in unterschiedlichen Qualitäten

Dementsprechend unterschiedlich sind die Bezeichnungen:

  • Vanille-Extrakt stammt aus Vanilleschoten,
  • natürliches Vanille-Aroma überwiegend aus Vanilleschoten.
  • Natürliches Aroma wird aus natürlichen Ausgangsstoffen jeder Art erzeugt und am häufigsten aus Ferulasäure (meist aus Reiskleie) mithilfe von Mikroorganismen gewonnen.
  • Synthetisch erzeugtes Vanillin hat als Ausgangsstoff Sulfitabfälle (Ligninsulfonsäure) aus der Papiererzeugung. Es wird, so wie derzeit in der Zutatenliste beim nöm Fasten Proteindrink Vanille, als "Aroma" angegeben.

Was auf der Verpackung ist, muss drin sein

Sind in einem Produkt keine Bestandteile der Vanille enthalten, sollten auf der Verpackung weder Vanilleschoten noch Vanilleblüten abgebildet sein. Was auf der Verpackung abgebildet ist und draufsteht, muss auch drin sein. Das hat unlängst auch der Europäische Gerichtshof (EUGH) durch ein Gerichtsurteil bestätigt.

Lebensmittel dürfen demnach durch Etikettierung, Aufmachung und Bewerbung nicht den Eindruck erwecken, eine bestimmte Zutat zu enthalten, wenn dies nicht der Fall ist. In der Zutatenliste alle Bestandteile richtig anzuführen, reicht nach Ansicht des EUGH nicht aus.


Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
12 Stimmen
Weiterlesen
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo