Petida Weichkäse in Salzlake

Von wegen griechisch

Seite 1 von 2

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 11/2018 veröffentlicht: 11.09.2018

Inhalt

  

Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: ein Kuhmilchkäse aus Deutschland, der auf griechischen Schaf- bzw. Ziegenkäse macht.

Das steht drauf: Petida Weichkäse in Salzlake

Gekauft bei: Hofer

Das ist das Problem

Eine Dose Petida Weichkäse in Salzlake. Auf dem in blau gehaltenen Etikett sind ein angeschnittener weißer Käse, Oliven, Paprika, frische Kräuter und ein Gewässer mit einem Baum am Ufer zu sehen, der ein Olivenbaum sein könnte. Der erste flüchtige Blick auf die Dose suggeriert: Hier ist griechischer Schaf- oder Ziegenkäse drin.

Kuchmilch aus Deutschland

Glatte Fehlanzeige, wie eine KONSUMENT-Leserin verärgert feststellte. Sie schrieb uns: „Aufgrund der Aufmachung des Produktes bzw. der Bilder (die Dose mutet sehr griechisch an) dachte ich, einen griechischen Schafskäse in Salzlake gekauft zu haben. Dreht man die Verpackung jedoch um, steht im Kleingedruckten, dass das Produkt aus Kuhmilch hergestellt wurde, und das auch noch in Deutschland.“

"Feta" ist Käse aus Griechenland

Der wohl bekannteste griechische Salzlaken-Käse ist Feta. Gemäß einer Verordnung der EU-Kommission ist der Name „Feta“ aber seit Oktober 2002 in Salzlake gereiftem weißen Käse aus Schaf- und/oder Ziegenmilch vorbehalten, der auf dem griechischen Festland oder der Insel Lesbos hergestellt wurde.

Täuschende Verpackungsaufmachung

Salzlaken-Käse, der aufgrund seiner Zusammensetzung oder Herkunft kein echter Feta ist, wird häufig mit griechisch anmutendem Namen oder entsprechenden Illustrationen auf der Verpackung angeboten. Lassen Sie sich von Verpackungsaufmachung und Produktname nicht täuschen, lesen Sie die Produktkennzeichnung. Aus Sachbezeichnung und Zutatenliste geht klar hervor, um welches Produkt es sich handelt.

Klage 2012 bei ähnlichem Fall

2012 hatten wir ein ähnliches Produkt – Patros in Öl – im Lebensmittel-Check (https://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/MagazinArtikel/Detail&cid=318881862402). Auch dieser Käse war ein Kuhmilchkäse aus Deutschland, dessen Verpackung vormachte, er sei ein Schaf- bzw. Ziegenkäse aus Griechenland. Wir klagten die Firma Patros erfolgreich auf Unterlassung. Das Wiener Oberlandesgericht beurteilte die Aufmachung von Patros in Öl als irreführend. Das Urteil ist rechtskräftig.
 

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
7 Stimmen
Weiterlesen
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo