KONSUMENT.AT - Römerquelle Emotion - Grundpreis beachten

Römerquelle Emotion

PET-Flasche verkleinert

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veröffentlicht: 29.07.2021

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Was Konsumentinnen und Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Die 1-Liter-PET-Flasche von Römerquelle Emotion ist aus den Regalen verschwunden. Die bekannte Gebindegröße wurde sang- und klanglos durch 0,75-Liter-Flaschen ersetzt und kommt nun teurer!

 

Das steht drauf: Römerquelle Emotion

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Römerquelle Emotion von Coca-Cola HBC Österreich, ein Erfrischungsgetränk aus Mineralwasser mit einer fruchtigen Note, war bis vor Kurzem in vielen Geschäften in der 1-Liter-PET-Flasche erhältlich. Diese für viele Kundinnen und Kunden gewohnte Einwegflasche ist nun ohne Ankündigung und Hinweis durch eine 0,75-Liter-PET-Flasche ersetzt worden. Besonders ärgerlich daran ist, dass sich das beliebte Getränk gleichzeitig verteuert hat.

Kleine Flasche, großer Ärger

Wir haben dazu einige Beschwerdemeldungen erhalten. Eine Konsumentin schreibt: „Heute beim Einkauf bei BILLA entdeckte ich, dass die Emotion-Flaschen nur mehr 0,75 Liter enthalten (nicht mehr 1 Liter)! Heimlich, still und leise wurde das geändert … Auf der Homepage steht nichts über die Inhaltsmenge von Emotion; auch die Produktinfos und die Nährwerttabellen sind äußerst ‚sparsam‘. Somit ist der Sonderpreis bei BILLA – ab 3 Flaschen um € 0,66 – nicht mehr so günstig, wie es auf den ersten Blick scheint.“

Ein Konsument rechnete die Verteuerung genau aus: „Seit vielen Jahren beziehe ich bei SPAR die Römerquelle Emotion in 1-l-Flaschen zum Preis von € 1,19. Diese verschwinden nun nach und nach aus den Regalen und werden durch 0,75-l-Flaschen ersetzt, zum Preis von € 0,99. Die Preisauszeichnung bezieht sich hier seltsamerweise nicht auf den Preis pro Liter, sondern auf den Preis pro Stück (= Flasche). Wenn man die € 0,99 für 0,75 l auf den Literpreis hochrechnet, ergeben sich € 1,32, was einer versteckten Preissteigerung von 11 %(!) entspricht.“ Weiters merkt der Leser an: „Konsumentenfreundlich scheint mir das allerdings nicht zu sein. Dass Preise erhöht werden müssen, soll sein, aber dann bitte mit eindeutiger Preisauszeichnung des jeweiligen Produktes.“

Wo bleibt die Nachhaltigkeit?

Der Rechnung des Konsumenten stimmt. Wir haben Coca-Cola HBC Österreich mit der Beschwerde konfrontiert und um Stellungnahme gebeten. Die Umstellung auf die kleinere, jetzt 0,75-Liter-PET-Einwegflasche folgt laut Hersteller der sich verändernden Nachfrage. Die neue Flasche wird nun neben der 1-Liter-Glasflasche und der 0,33-Liter-Alu-Dose als praktische Zwischenlösung angeboten. Coca-Cola HBC Österreich spricht in diesem Zusammenhang auch vom Plan zu mehr Nachhaltigkeit und besserer Recyclingquote. Wie kleinere PET-Flaschen einen Beitrag dazu leisten sollen, bleibt offen! Das vom Hersteller angegebene Bedürfnis nach veränderten Verpackungsgrößen scheint sich jedenfalls nicht mit jenem der verärgerten Kundinnen und Kunden zu decken.

Versteckte Preissteigerung

Die schlussendliche Preisgestaltung liegt nicht beim Produzenten, sondern beim Handel. Hier wurde die Reduktion der Füllmenge und die neue Verpackung für eine Preiserhöhung genutzt. Wir empfehlen daher, die Grundpreise der unterschiedlichen Gebinde zu vergleichen. Nach dem Preisauszeichnungsgesetz ist bei Lebensmitteln die Angabe des Grundpreises verpflichtend. Grundsätzlich bezieht er sich auf 1 kg, bei Getränken auf 1 l. 

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Kommentare

  • "Werde auch du zum Recycling-Held!"
    von Mnemosyne am 18.08.2021 um 12:57
    Die wohl heuchlerischste Getränkekampagne der letzten Jahre. Römerquelle (Teil von Coca Cola), erhebt sich und den Kunden zum "Recycling-Helden". Landen denn alle PET Flaschen in der gelben Tonne? Sind alle PET Flaschen überhaupt recyclebar? Jetzt werden die Verpackungen verkleinert, was die Müllmenge weiter steigert. Angesichts dessen, dass für Recycling, Mülltrennung und Umweltverschmutzung immer noch jegliches Bewusstsein und Eigenverantwortung fehlt, ist die Recyclinglüge von Römerquelle eine boshafte, irreführende und vorallem rein eigennützige Verkaufsstrategie.

    Werbung spielt seit jeher mit Emotionen. Nicht Logik verkauft ein Produkt, sondern eine starke Emotion, das wissen alle Marketing-Strategen. Diese Herangehensweise ist in jedem Marketing-101 Kurs fest verankert. Wenn dem Kunden vorgegaukelt wird, er tue etwas Gutes für die Umwelt, indem er ausgerechnet eine Plastikflasche voll Wasser mit Aromen kauft, müsste das eigentlich einen Protestaufschrei auslösen. Tut es aber nicht.

    Solche trügerischen Strategien sind aber erlaubt, rechtlich abgedeckt und legal. Und das nur aus einem Umstand heraus: Hauptsache, es wird Geld gemacht. Moral, Ethik und Umweltschutz sind für die Werbung nichts als leere Worthülsen, die man bestenfalls in einer perversen Verdrehung der Faktenlage als Werbespruch misshandeln kann. Dürfen wir die Statistiken sehen, wie viel Plastik Coca Cola einspart, wieviel recycelt wird, wieviel Plastik in der Umwelt und im Meer landet? Kann Coca Cola das Wunder belegen, dass wir tatsächlich plötzlich alle zu "Recycling-Helden" geworden sind? Die indirekte Message der Kampagne ist die folgende: Der Konsument ist schuld. Er/Sie muss recyceln. Die Industrie ist nicht schuld. Der Konsument wollte die leichten, brucksicheren Plastikflaschen. Schuld ist der Recycling-Held.