KONSUMENT.AT - Thomy Mayonnaise Olivenöl - Hauptsächlich Sonnenblumenöl

Thomy Mayonnaise Olivenöl

Kaum Olivenöl

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veröffentlicht: 22.02.2019

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: eine Mayonnaise, die groß mit Olivenöl wirbt, aber hauptsächlich Sonnenblumenöl enthält.

Das steht drauf: Thomy Mayonnaise Olivenöl

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Ein bisschen Mayonnaise auf dem Sandwich, im Dip oder im Salat, und der Genuss ist für viele perfekt. Dass Mayonnaise aus den Grundzutaten Öl und Eigelb deftig und alles andere denn ein Diätprodukt ist, das ist klar. Aber wenn‘s nun einmal schmeckt …Von Thomy gibt es Mayonnaise, auf deren Tube groß Olivenöl als Zutat angekündigt ist und zusätzlich einige Oliven abgebildet sind. 

Olivenöl groß auf der Verpackung angekündigt ...

Dieses Produkt sorgte bei einem KONSUMENT-Leser für gewaltigen Ärger. Er schrieb uns: „Produktbezeichnung groß auf der Tube: Mayonnaise 80 % Fett, Olivenöl extra vergine, mit Freilandeiern, ohne Konservierungsstoffe. Fein, denk ich mir. Ist ja fast eine ,gesunde‘ Mayonnaise. Zu Hause lese ich dann die sehr klein gedruckten Inhaltsangaben: 80 % Fett mit 10 % Olivenöl. Zutaten: Sonnenblumenöl, Wasser, natives Olivenöl extra (10 %), Eigelb etc. Wenn ich die Tube sehe – so wie es dargestellt wird –, nehme ich an, dass es sich um ein hochwertiges Produkt aus Olivenöl und Eigelb aus Freilandeiern mit den erforderlichen Gewürzen handelt. Tatsächlich ist es nur eine ganz normale Tubenmayonnaise mit einem ,Täuschungströpfchen‘ Olivenöl zum weitaus höheren Preis. Find ich gar nicht gut!“

... tatsächliche Hauptzutat: Sonnenblumenöl

Laut Zutatenliste setzt sich Thomy Mayonnaise Olivenöl aus Sonnenblumenöl, Wasser, nativem Olivenöl extra (10 %), Eigelb (5,3 %), Weißweinessig, jodiertem Speisesalz, grünen Oliven (0,9 %), Zucker, Gewürzen (mit Senf), Speisesalz, Olivenöl (0,1 %), Gewürzextrakt und Zitronenextrakt zusammen. Anders als Produktname und -aufmachung erwarten lassen, ist die Hauptzutat der Mayonnaise also nicht Oliven-, sondern Sonnenblumenöl. Und von den auf der Tube per Bild angekündigten Oliven ist auch kaum etwas im Produkt drin. 100 g Mayonnaise enthalten gerade einmal drei Teelöffel Olivenöl und nicht einmal eine ganze Olive. Auf eine Portion Mayonnaise à 15 g entfallen dem entsprechend ein halber Teelöffel (1,5 g) Olivenöl und 0,14 g Olive.

Maresi beruft sich auf traditionelles Rezept

Geht es nach Maresi, dem Vertreiber der Marke Thomy, so ist es nötig, das traditionelle Rezept der Mayonnaise mit Sonnenblumenöl als Basis beizubehalten, um einen guten Geschmack zu garantieren. Eine Mayonnaise mit 100 % Olivenöl würde nicht gut schmecken, heißt es in der Stellungnahme des Unternehmens weiter.

Mag sein. Aber warum wird dann auf der Tube so groß mit Olivenöl und Oliven geworben? Wäre der tatsächliche Anteil an Olivenöl vorn auf der Tube deutlich sichtbar angegeben, wüssten Konsumenten auf Anhieb besser über die Produktbeschaffenheit Bescheid.

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Kommentare

  • Irreführend gekennzeichnete Produkte sind verboten: Gericht entscheidet
    von REDAKTION am 26.02.2019 um 16:26

    Ja, kann sein.
    Im Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz heißt es: “Es ist verboten, Lebensmittel mit zur Irreführung geeigneten Informationen in Verkehr zu bringen oder zu bewerben (...)”. Grundsätzlich ist es also verboten, irreführend gekennzeichnete Produkte in den Verkehr zu bringen. Oft ist es ein Graubereich.

    Ob ein Text oder ein Bild irreführend ist, ist eine Einzelfallentscheidung. Die Schwierigkeit dabei ist, dass man eine Irreführung beweisen muss. Der VKI bringt regelmäßig Klagen ein, wenn bei einem Fall der vermutlichen Irreführung rechtlich eine Chance besteht (mehr dazu auf verbraucherrecht.at). Dann entscheidet ein Gericht, ob der Hersteller das Produkt anders kennzeichnen muss.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Thomy
    von Amerika am 25.02.2019 um 17:51
    macht man sich da nicht strafbar mit so einer Irreführung