Gold: Ethik-Report

Nicht alles, was Gold ist, glänzt

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KONSUMENT 5/2012 veröffentlicht: 26.04.2012

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Gold gilt als edel und ist derzeit als Geldanlage sehr gefragt. Doch sein Abbau ist ein schmutziges Geschäft.

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Als Tauf- oder Hochzeitsgeschenk wird Gold seit Langem geschätzt, als Wertanlage ist es nach einer Periode mäßiger Bedeutung erneut heiß begehrt. Sein Ruf, eine sichere Anlage zu sein, hat die Nachfrage nach Gold in den letzten Jahren stark steigen lassen, den Preis in die Höhe getrieben. Schätzungen zufolge sind weltweit bislang rund 160.000 Tonnen Gold abgebaut worden. Der Löwenanteil des Edelmetalls ist zu Schmuck und Kunstgegenständen verarbeitet. Zuletzt wurden jährlich 2.500 bis 2.600 Tonnen Gold gefördert, 2011 waren es über 2.700 Tonnen. Das ist mehr als jemals zuvor.

Kaum Nutzen für Bevölkerung

Einfach zu erschließende Goldadern sind in der Regel lange schon ausgebeutet. Doch der rasante Preisanstieg hat bereits als unrentabel eingestufte Lagerstätten für Investoren neuerlich interessant gemacht. Der ortsansässigen Bevölkerung bringt der Abbau in großem Stil allerdings kaum Nutzen. Fachleute und Umweltaktivisten wissen: Goldabbau ist ein schmutziges Geschäft.

Über Jahrzehnte war Südafrika weltweit das bedeutendste Förderland. Das ist jetzt anders: Seit 2009 hat China die Spitzenposition unter den Fördernationen inne. Südafrika findet sich nach Australien, den USA und Russland auf Rang fünf. Peru, Indonesien und Ghana folgen.

Im Stollen schuften

Der Goldabbau erfolgt in erster Linie durch große Minengesellschaften. Liegen Goldadern tief unter der Erdoberfläche (wie etwa in Südafrika), werden kilometerweit Schächte in den Berg getrieben. Reportagen zeigen, unter welchen Bedingungen der Goldabbau erfolgt: Bis die Arbeiter vom Schachteinstieg an die Stellen gelangen, an denen das Gold abgebaut wird, sind sie mitunter über eine Stunde mit Aufzug und Grubenbahn unterwegs. Die Stollen sind eng, es ist heiß und stickig.

Erkrankungen und tödliche Unfälle

Das Gold ist in kleinsten Partikeln und in Mengen von wenigen Gramm pro Tonne im Gestein eingeschlossen. Es werden Löcher für die Sprengsätze in das Gestein gebohrt, das Gestein wird gesprengt, das Erz an die Erdoberfläche befördert. Die Arbeit in der Mine ist staubig,laut, hart und gefährlich. Viele Minenarbeiter erkranken an Silikose (Staublunge) und Tuberkulose, es kommt auch immer wieder zu tödlichen Unfällen. Entschädigungszahlungen sind oft nur mickrig.

Relativ nahe unter der Erdoberfläche liegende goldhaltige Schichten werden im Tagebau gefördert, der heute am häufigsten angewandten Methode. Zunächst werden die Erd- und Gesteinsschichten abgetragen, die kein Gold enthalten, dann kommen die goldhaltigen. Tagebauminen werden bis in etliche Hundert Meter Tiefe in das Erdreich gegraben und breiten sich über enorme Flächen aus. Die größten sind sogar vom All aus zu sehen.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo