KONSUMENT.AT - Reifenhersteller im Ethik-Test - Produktionsbedingungen: Informationen verweigert

Reifenhersteller im Ethik-Test

Dem Gummi auf der Spur

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KONSUMENT 4/2013 veröffentlicht: 18.03.2013

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Werksbesichtigung: Streng geheim

Die Reifenbranche ist eine äußerst verschwiegene Gemeinschaft. Von den zwölf Herstellern im Test zeigten sich sieben grundsätzlich kooperationswillig und füllten einen Fragebogen aus. Nur drei zeigten sich bereit, eine Werksbesichtigung zuzulassen – allerdings unter dem Siegel der Verschwiegenheit. Die Ergebnisse dürften nicht veröffentlicht werden, wurde uns – der Test wurde in Kooperation mit zehn anderen europäischen Konsumentenschutzorganisationen durchgeführt – beschieden.

Informationen verweigert

Als Begründung sei hier die Stellungnahme von Michelin stellvertretend zitiert: "Wir betrachten es als unsere Pflicht gegenüber unseren Aktionären und Beschäftigten, keine Informationen preiszugeben, die unseren Mitbewerbern nützen könnten." Auf Werksbesichtigungen ohne Möglichkeit einer Beurteilung konnten wir gerne verzichten, es wurden daher alle Hersteller in diesem Punkt negativ bewertet – de facto haben alle nähere Informationen über die Bedingungen in ihren Produktionswerken verweigert.

Angeblich kein direkter Kontakt

Die Herkunft der Vorprodukte ist zwar rückverfolgbar, allerdings nur zum Zweck der Qualitätssicherung und Kostenminimierung, nicht aus Gründen der Nachhaltigkeit. Die Herkunft des Kautschuks wird peinlich verschwiegen. Das Argument, man habe keinen direkten Kontakt zu den Kautschukbetrieben, ist wenig glaubwürdig: Bei der Vor-Ort-Untersuchung kam zutage, dass die Kautschukplantagen sehr wohl von den Herstellern inspiziert werden.

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