Verpackungsärger mit Mogelpackungen

Luft-Geschäfte

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KONSUMENT 1/2013 veröffentlicht: 27.12.2012, aktualisiert: 21.02.2013

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Mogelpackung? Große Kartons und drinnen halb leere Packungen: Nichts empört Konsumenten mehr, als wenn sie für ihr gutes Geld Luft statt Lebensmittel bekommen. Wie ungeniert hier getrickst wird, hat aber selbst uns überrascht.

Lesen Sie auch unser Aufgespießt: Mogelpackung - Schluss mit den Tricks 1/2013

Bei einigen Verpackungen ist weniger drin als gedacht (Bild: Leszek)Kunden sind Kummer gewohnt. Zum Beispiel, dass vor lauter superwichtigen Werbebotschaften auf den Verpackungen kaum Platz für Nebensächlichkeiten wie Zutaten­liste und Ablaufdatum bleibt. Wer keine Adleraugen hat, ist angesichts winziger Schriftgrößen ohne Lupe vor dem Verkaufsregal aufgeschmissen. Ebenfalls gefragt: detektivischer Spürsinn. Denn auch das Mindesthaltbarkeitsdatum will oft lange gesucht werden.

Mogelpackungen bringen Kunden auf die Palme

An Zumutungen dieser Art haben sich viele Konsumenten zwar zähneknirschend, aber doch gewöhnt. Was die meisten aber nach wie vor auf die Palme bringt, sind Mogelpackungen. Mogelpackungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie viel Inhalt versprechen, aber nicht bieten. Wie geht das? Gibt es hier keine staatlichen Regelungen, die dafür sorgen, dass Kunden nicht an der Nase herumgeführt werden?

Deutschland: maximal 30% Luft

Bei unseren deutschen Nachbarn hält eine Leitlinie fest, dass in Verpackungen ein Luft­volumen von maximal 30 Prozent des Gesamtvolumens tolerierbar ist. Und auch die European Breakfast Cereal Association empfiehlt ihren Mitgliedern, bei Müslis, Cornflakes, Frühstücksflocken & Co eine Minimum-Füllmenge von 70 Prozent einzuhalten. Macht nach Adam Riese ebenfalls einen Luftanteil von höchstens 30 Prozent.

Österreich: keine gesetzliche Regelung

In Österreich gibt es – nichts! Obwohl ­gesetzlich möglich, wurde bisher keine Verordnung „für den Befüllungsgrad von Verpackungen“ erlassen. Auch nicht 2009, als von der EU die bisherigen Einheitsgrößen ­abgeschafft wurden. Seit diesem Zeitpunkt steht es Herstellern frei, ihre Produkte in den unterschiedlichsten Mengen anzubieten. Vorbei die Zeiten, als eine Tafel Schokolade 100 Gramm haben musste. Heute kann sie auch mit 67 Gramm daherkommen. Und rein zufällig hat sie nicht selten zwar ein neues, nämlich geringeres Gewicht, dafür aber den alten Preis.

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Kommentare

  • Spar Splendid Colorwaschmittel
    von kalinarobert am 17.10.2017 um 18:55
    Packung Plastiksack vorher 2,025 kg, jetzt außen Karton mit 1,65 kg. Kurios vorherige Anweisung 2,025 kg reichen für 30 Waschgänge, jetzt 1,65 kg reichen auch für 30, obwohl höhere Dosierung! z.B. 45ml- jetzt 55ml bei 4-5 kg Beladung.
  • Mogelpackungen
    von NeuesLeben am 04.09.2015 um 09:53
    Hallo, Bei Somat Geschirrspül-Tabs, Multi 10, XL Vorteils-Pack, Testsieger Multifunktionstabs sind vom Schüttgut bis zur oberen Kartonkante 7cm Luft, das sind 1/3 Verpackungs-Luft. Ein Danke für diese Verschwendung an den Testsieger
  • Mogelpackungen
    von SaintGinny21 am 19.01.2013 um 22:05
    Jaja, wer ärgert sich denn nicht tagtäglich über die "zu Bruch gehenden" Frühstücksflocken und Reiskörner...? -.-"
  • Mogelpackungen: viel Verpackung - wenig Inhalt
    von LoidlRoith am 14.01.2013 um 11:53
    Nicht nur Lebensmittel u. Kosmetika werden in Mogelpackungen verkauft, sondern auch Medikamente. Ein Stift zur Bekämpfung von Nagelpilz, war in einer 12,5 x 7,5 x 2,7 cm großen Schachtel. Der Stift beansprucht 2,5 cm der Verpackung, das restliche Fach von sage u. schreibe 5,00 cm beinhaltet nur den Beipackzettel. Als Beweis hätte ich Fotos. Den Markennamen habe ich mit Absicht weggelassen.
  • Mogelpackung
    von skipper54 am 02.01.2013 um 20:53
    2kg Fugenbunt im 5kg Behälter,ist für die Umwelt auch nicht das beste.Alle Baumärkte verkaufen diese Marke.
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