KONSUMENT.AT - Zahnbürsten aus alternativem Material - Vielfältiges Angebot

Zahnbürsten aus alternativem Material

Ist Bio-Kunststoff umweltfreundlich?

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KONSUMENT 7/2021 veröffentlicht: 24.06.2021

Inhalt

"Ich versuche, umweltfreundlich zu leben und einzukaufen, aber manchmal ist es schwer, z.B. bei Zahnbürsten. Es gibt günstige aus Holz, die nicht lange halten; teurere, die lange halten und besser sind. Sie bestehen aber zum Teil aus Bambus und sollten wohl eher vermieden werden. Sind Zahnbürsten aus Bio-Kunststoff wirklich umweltfreundlich?" - Leser fragen und unsere Experten geben Antwort - hier DI Dr. Birgit Schiller.

DI Dr. Birgit Schiller (Bild: Fotodesign Weiß) Vielfältiges Angebot

Eine eindeutige Antwort auf Ihre Fragen können wir leider nicht liefern – zu vielfältig ist das Angebot der Produkte als Alternativen zu Kunststoffen. Prinzipiell kann man unterscheiden zwischen Erzeugnissen, die aus einem Stück Holz oder Gras (Bambus) geformt sind, Artikeln, bei denen Reste der Holzverarbeitung in Kunststoff eingebettet werden, und den sogenannten „Bio-Kunststoffen“.

Aus Holz oder Bambus gefertigt

Bei der erstgenannten Gruppe kommt es – wie Sie korrekt angemerkt haben – sehr stark auf die Verarbeitung (und daher auch oft auf den Preis) an. Auch bei Naturprodukten wie Holz oder Bambus könnten gesundheitlich bedenkliche Lacke oder Imprägniermittel eingesetzt worden sein, daher können wir leider kein Pauschalurteil über alle möglichen Produkte abgeben.

Reste der Holzbearbeitung in Kunststoff eingebettet

Bei den Produkten, für die Reste der Holzbearbeitung in Kunststoff eingebettet werden, kommt es darauf an, welcher Kunststoff als Trägermaterial verwendet wird. Ein ganz schlechtes Beispiel wäre Melamin–Bambus. Hier besteht die große Gefahr, dass sich Melamin und Formaldehyd aus dieser Verbindung lösen. Das haben wir in einem Test von Kindergeschirr nachgewiesen.

"Bio-Kunststoffe"

Ein ganz anderes Kapitel sind Kunststoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Polyethylen (PE) oder auch Polyethylenterephthalat (PET) kann zum Beispiel auch aus Mais hergestellt werden. Die Eigenschaften sind ident mit jenen von Kunststoffen aus petrochemischen Rohstoffen, jedoch wird für die Produktion kein Erdöl verwendet. Auch die Polymilchsäure (PLA) ist ein Beispiel für einen „natürlichen“ Kunststoff.

Manche dieser Produkte sind biologisch abbaubar, aber nicht alle (PLA z.B. kann abgebaut werden, PET nicht). Je nach Herstellungsprozess können diese Kunststoffe umweltfreundlicher sein als herkömmliche; hier muss aber die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet werden.

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