UPC-Radioempfang

Analog am Ende

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KONSUMENT 10/2017 veröffentlicht: 24.07.2017

Inhalt

Die Bereitstellung zahlreicher Radiosender ist ein attraktives Zusatzangebot der Kabelnetzbetreiber. Nach dem Vorbild des Fernsehens, schreitet freilich auch hier die Digitalisierung voran. Analoger Empfang ist großteils nicht mehr möglich.

Derzeit stellt der größte heimische Anbieter, UPC, sukzessive die analoge Ausstrahlung ein. Die Folge davon ist, dass man herkömmliche Radiogeräte oder Radiotuner nicht mehr direkt mit dem Antennenkabel verbinden kann, weil sie mit den nun übertragenen Signalen nichts anfangen können. Eigene DVB-C-Radiogeräte gibt es allerdings derzeit nicht. Auf dem Markt findet man nur solche für die terrestrischen Standards DAB bzw. DAB+; und das ist wieder ein eigenes Thema, das aber bei uns noch nicht aktuell ist.

Was also tun?

1. Sie können eine klassische UKW-Wurfantenne nutzen. Dies reduziert jedoch die Anzahl empfangbarer Radiosender massiv und löst keine terrestrischen Empfangsprobleme.

2. Radiohören über das TV-Gerät. Die Nachteile sind, dass Sie dazu den Fernseher einschalten müssen und dessen Tonqualität meist nur für die Nachrichtensendungen ausreicht. Ansonsten sind externe Boxen bzw. die Verbindung zum Verstärker der HiFi-Anlage praktisch Pflicht.

3. Wenn Sie eine UPC-Mediabox oder einen anderen externen DVB-C-Receiver für den Kabelempfang verwenden, können Sie auch den dort integrierten Audio-Ausgang nutzen. Sofern auf dem Receiver-Display die Sendernamen angezeigt werden, ersparen Sie sich das Aufdrehen des TV-Geräts (oder Sie notieren sich die Nummern Ihrer bevorzugten Radiosender).

4. Für den reinen Radioempfang – etwa wenn Fernseher und Radio räumlich getrennt voneinander stehen – bietet UPC unter der Bezeichnung Radio Konverter zwei verschiedene DVB-C-Receiver an: Das einfache Modell OR 152 für 59 Euro und das Modell OR 153 mit eingebauten Lautsprechern für 139 Euro. Beide haben ein Display zur Senderanzeige, beide haben je einen analogen Ausgang (Cinch) und einen – nicht identischen – digitalen Ausgang, nämlich optisch bzw. koaxial.

Wenig überzeugend

Überzeugen können uns die von UPC angebotenen Geräte beide nicht. Es handelt sich offensichtlich um „abgespeckte“ TV-Receiver, was man unter anderem am TV-Antenneneingang erkennt. Wahrscheinlich liegt auch deshalb das falsche Kabel bei, das nicht in die Radio-Antennenbuchse passt. Entgegen den Angaben war bei uns auch der einmalig einzugebende Regionalcode nicht enthalten, sondern musste telefonisch erfragt werden. Kopfhörerausgang gibt es keinen. Die Lautsprecher des OR 153 klingen mäßig. Ärgerlich: Sie lassen sich beim Anstecken externer Lautsprecher nicht abschalten und der Lautstärkeregler beeinflusst – was ungewöhnlich ist – gleichzeitig das Signal des digitalen Ausgangs.

Besser ein anderes Fabrikat

Die sinnvollere Lösung als der Kauf der von UPC angebotenen Geräte ist wohl die Anschaffung eines DVB-C-Receivers anderen Fabrikats mit Displayanzeige und Audio-Ausgang.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
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Kommentare

  • Antennenanschlußkabel
    von Grouper am 02.10.2017 um 10:11
    Lt. Auskunft der UPC-Technik wird das Radio-Antennenkabel nicht an der Radiobuchse des Wandauslasses sondern in den TV-Ausgang angesteckt. Damit ich sowohl meine TV-Antenne als auch meine Radio-Antenne an den TV-Auslaß anschließen kann, liegt ein Adapter mit zwei Anschlüssen bei. Mein Problem dabei war, daß ich die für die Einrichtung des Radioanschlusses erforderlichen Werte nicht eingeben konnte, weil der Konverter nach der ersten Eingabe hängen blieb und daher keine weiteren Eingaben möglich waren. Ein Anruf bei der UPC-Technik brachte kein Ergebnis. Der Techniker verwies mich an den Konverterhersteller Wisi im 23. Bezirk. Dieser verwies mich an die UPC-Technik. Ich habe daraufhin den Konverter zurückgegeben und eine Wurfantenne angebracht. Ergebnis: 2 Sender und UPC nicht empfehlenswert. Zum Glück ging es nur um den Radioempfang über die zusätzliche UPC-Antennendose. Für den Fernseher habe ich ohnehin eine Schüssel.
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