Krapfen im Test

Bei Hofer gibt’s die besten

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KONSUMENT 2/2018 veröffentlicht: 08.02.2018, aktualisiert: 13.02.2018

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Anker-Krapfen aus Deutschland

Laut Herstellerangaben wurden zum Krapfenbacken überwiegend österreichische Rohwaren verwendet und die Krapfen wurden auch hier erzeugt. Nur bei Anker ist es anders. Hier stammten die Zutaten großteils aus Deutschland oder anderen EU-Ländern. Die Krapfen wurden in Deutschland hergestellt und tiefgekühlt an die österreichischen Filialen geliefert, wo sie dann aufgetaut wurden. Davon erfahren Kunden aber nichts, weil die Krapfen nicht als aufgetaut deklariert sind. Ströck verkauft übrigens bei großer Nachfrage ebenfalls aufgetaute Krapfen, ohne sie als solche zu kennzeichnen.

Aufgetaut

Auch in Supermärkten werden Krapfen oft aufgetaut. Doch das ist dann meistens auf den Verpackungen angegeben. Davon ausgenommen: die Krapfen von Billa Mehlspeis Paradies. Deren Hersteller ist der Ansicht, dass der Hinweis "aufgetaut“ bei Krapfen nicht erforderlich sei, da „für Lebensmittel, bei denen das Auftauen keine negativen Auswirkungen auf die Sicherheit oder Qualität des Lebensmittels hat“ keine Kennzeichnungspflicht bestehe. Andere Hersteller bzw. Anbieter sehen das erfreulicherweise anders und stehen dazu, aufgetaute Ware zu verkaufen. Oder sie bieten – so wie Hofer – frische Krapfen an. Dass diese frisch waren, wurde auch bei der Verkostung positiv registriert.

Üppig gefüllt

Laut österreichischem Lebensmittelbuch müssen Krapfen aus feinem Hefeteig mit mindestens 6 Eidottern pro Kilo Mehl hergestellt werden. Vorgaben gibt es auch hinsichtlich der Füllmasse. Sie hat bezogen auf das Fertiggewicht des Krapfens mindestens 15 Prozent zu betragen.

Mehr Marmelade

Im Labor wurde überprüft, ob die Proben entsprechend mit Marmelade gefüllt waren. Erfreulich für alle, die viel Marmelade im Krapfen mögen: Die geforderte Mindestfüllmenge war bei allen Krapfen überschritten. Am üppigsten war der Krapfen von Mann gefüllt; sein Marmeladeanteil machte satte 35,6 Prozent aus. 
Und wie ist es um den Fett- und Zuckergehalt bestellt? Bei verpackter Ware sind die Nährwerte auf der Packung angegeben, bei unverpackter Ware aus der Bäckerei sind die Nährwerte meistens auf der Hersteller-Homepage zu finden.

Ungenaue Nährwertangaben

Laut Nährwertangaben enthielten die Krapfen zwischen knapp 6 und 22 Prozent Fett. Die Analyse des Fettgehalts im Labor zeigte aber, dass diese Angaben ungenau waren. Die Proben hatten demnach einen Fettgehalt zwischen 10 und 19 Prozent und waren tendenziell deftiger als angegeben. Krapfen werden in Fett schwimmend herausgebacken. Möglicherweise hatten einige Hersteller das Frittierfett bei der Angabe des Fettgehalts nicht mitberücksichtigt. Bei der Probe von Interspar war der deklarierte Wert gleich um 147 Prozent überschritten!

Zwischen 13 und 25 Prozent Zucker

Sofern genannt, lag der Zuckergehalt laut Herstellern zwischen 13 Prozent (Anker) und 25 Prozent (Omas Backstube/Lidl). Doch auch hier klafften die deklarierten und die im Labor ermittelten Werte teilweise beträchtlich auseinander.

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Kommentare

  • Krapfen
    von rodolfo70 am 12.02.2018 um 18:40
    Mich stört es eigentlich nicht so sehr ob sie frisch oder aufgetaut sind mich stört das Palmfett am allermeisten, deshalb kaufe ich meine Krapfen bei meinem Bäcker den da bin ich mir sicher dien sind Palmfett frei
  • Gradwohl erzeugt Bio-Vollkornprodukte!
    von Tarifdschungler am 08.02.2018 um 21:47
    Das wird bedauerlicherweise nicht erwähnt - wie wenn das irrelevant wäre. Auf diverse synthetische Zusatzstoffe hin wurde gar nicht geprüft. Gradwohl ist die einzige Bäckerei, die Eier lt. Eigenangabe aus Freilandhaltung verwendet. Das ist glaubwürdig, während bei großindustrieller Herstellung sich hinter der angeblichen Bodenhaltung in vielen Fällen wohl doch Eier aus Käfighaltung aus Rumänien oder der Ukraine im Teig verbergen. +++ FETTGEHALT: "tendenziell höherer Fettgehalt als angegeben": Bei genauer Betrachtung war in SECHS getesteten Krapfen mehr Fett, während bei FÜNF die angegebene Menge (0 bis +2,7%) stimmte oder sogar weniger Fett (bis zu -40%!) enthalten war. +++ GESCHMACK: Auch wenn die VKI-Redaktion den Lesern ihre Geschmacksvorlieben -freundlich ausgedrückt- schmackhaft machen will, gilt dennoch, dass Geschmäcker verschieden sind: De gustibus non est disputandum.
  • größenunterschiede?
    von jumpingjack am 08.02.2018 um 18:57
    interessant und vielleicht ein bischen ausgleichend bzgl. preis/leistung wären vielleicht die angaben zu gewicht von teig und marmelade - denn da gibt es schon größere unterschiede - kleine mittlere und riesenkrapfen.
  • Krapfen
    von skipper54 am 08.02.2018 um 17:24
    Was mich noch stört, die meisten verwenden Palmfett.
  • Krapfen
    von skipper54 am 08.02.2018 um 17:21
    Habe heute bei Hofer einige gekauft, flaumig und viel Marmelade, dass waren aber die großen um 0,59
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