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Toilettenpapier: feuchte Hygienetücher

Für den Popo

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KONSUMENT 2/2020 veröffentlicht: 30.01.2020

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Hygienetücher liegen im Trend. Warum Sie aber besser die Finger davon lassen sollten.

feuchtes Toilettpapier ist schlecht für Toilette, Kanäle und Umwelt (Fotos: Stu49, Martial Red/Shutterstock)

Der britische Schauspieler Andy Serkis lieh in der englischen Originalfassung der Fantasy-Trilogie „Der Herr der Ringe“ der computeranimierten Kreatur Gollum seine Stimme. Und jetzt? Synchronisiert er einen Anus.

Excuse me?!

Was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun? Eine ganze Menge. Dieses sprechende Rektum ist nämlich Protagonist einer in England laufenden Kampagne gegen die unsachgemäße Entsorgung von feuchtem Toilettenpapier. Unsachgemäß heißt: die Toilette hinuntergespült. Feuchttücher bestehen, je nach konkretem Produkt, zu einem Gutteil aus Plastik – und lösen sich nicht wie normales Klopapier in Wasser auf.

Insbesondere in London verstopfen Feuchttücher in regelmäßigen Abständen die Kanalisation. In fataler Symbiose mit Ölen, die ebenfalls unbedachterweise in Toiletten entsorgt werden, bilden sie tonnenschwere, zum Teil Hunderte Meter lange " Fatbergs “. Oder sie verdrecken die Themse. Oder britische Strände – ein weiterer Beleg für die Verquickung: vom Abfluss bis ins Meer.

Nicht auf "biologisch abbaubar" oder "spülbar" verlassen

Zwar arbeitet die Industrie daran, Feuchttücher zu entwickeln, die sich in Wasser auflösen. Aber auch jene Varianten, die aus „Naturfasern“ bestehen, brauchen dafür bisweilen zu lange. Auf Hinweise auf der Verpackung à la „biologisch abbaubar“ oder „spülbar“ können sich Konsumenten also nicht wirklich verlassen. Einen vielsagenden Hinweis liefert ein Hersteller eines in Österreich erhältlichen „biologisch abbaubaren“ Produkts selber: "Maximal zwei Tücher pro Spülgang“ ist auf der Verpackung zu lesen. Warum, das bleibt geflissentlich unbeantwortet.

Ab in den Restmüll: "Be a Good A**hole"

Die einzig gangbare Lösung lautet: Nach Gebrauch sollten Feuchttücher im Restmüll entsorgt werden. Genau das fordert auch der sprechende Anus ein, wenn er im Kampagnen-Video insistiert: „Be a good asshole!“ (zu sehen auf www.beagoodasshole.com ).


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