Abwasser

Das WC ist keine Mülltonne

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KONSUMENT 9/2018 veröffentlicht: 30.08.2018, aktualisiert: 03.10.2018

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Kanalnetz und Kläranlage gehören zu den wichtigsten Hygiene-Errungenschaften unserer Zeit. Ihre sachgemäße Benutzung spart Wartungskosten und senkt die Abwassergebühren.

Eine aufsehenerregende Meldung ging im September 2017 durch die Medien: In London hatte ein monströser 130 Tonnen schwerer und 250 m langer Wulst aus Windeln, Feuchttüchern und hartem Kochfett einen Teil der Kanalisation verstopft. Das rief drastisch in Erinnerung, dass die häus­lichen Toiletten und die Waschbecken in Küche und Bad nicht zur Entsorgung von Speiseresten, Hygieneartikeln und Ölresten verwendet werden dürfen.

Trinkwasser wird Abwasser

Der überwiegende Teil der rund 135 Liter Trinkwasser aus der Leitung, die pro Person und Tag in Österreichs Haushalten verbraucht werden, fließt als Abwasser in den Kanal. Händewaschen, Duschen, Baden, Spülen der Toilette, Fensterputzen, Geschirrspülen, Waschen von Wäsche und Auto – bei all diesen Vorgängen wird die Zusammensetzung des Wassers durch die verwendeten chemischen Stoffe wie Seife, Duschgel, Waschmittel, Medikamente etc. verändert und verunreinigt.

Zweiter Wasserkreislauf

Damit diese Stoffe nicht ungefiltert in Flüsse, Seen und das Grundwasser gelangen, wird das Abwasser in Kläranlagen gereinigt. Grobe Verunreinigungen werden dabei mechanisch entfernt, organische Verunreinigungen biologisch abgebaut. In der chemischen Reinigungsstufe werden auch noch Stoffe wie Phosphor herausgefiltert, bevor das so gereinigte Abwasser wieder in den natürlichen Wasserkreislauf geleitet werden kann.

Neben dem Wasserkreislauf in der Natur ist so ein zweiter entstanden: Trinkwasser – Verwendung im Haushalt – Abwasser – ­Abwasserreinigung – Einleitung ins Oberflächenwasser – Grundwasseranreicherung. Etwa 95 Prozent der Bevölkerung sind in Österreich an ein öffentliches Kanalnetz samt einer kommunalen Abwasser­reinigungsanlage angeschlossen. Dieser Wert variiert von Bundesland zu Bundesland: In Oberösterreich sind es etwa 85 Prozent, in der Großstadt Wien 99 Prozent. Die Abwässer der restlichen Bevölkerung werden über Hauskläranlagen und Senkgruben entsorgt. Das Kanalnetz in Österreich wird auf insgesamt etwa 91.600 Kilometer Länge geschätzt.

Unachtsamkeit kostet Geld

In Hotels ist meist angeschrieben, was nicht in die Toilette gehört – anders in der eigenen Wohnung. So gibt es beim "anrüchigen" Thema Kanal und Abwasser viel Unwissenheit und Achtlosigkeit. Dabei ist klar definiert, was in den Abwasserkanal gehört – nämlich nur Schmutzwasser, also Fäkalwasser aus den Toiletten sowie Waschwasser aus Küche, Bad, Geschirr­spüler und Waschmaschine.

Es ist klar definiert, was in den Wasserkanal kommt und was nicht. (Infografik: Doris Seyser)

Alle Stoffe, die nicht wasserlöslich sind (z.B. Hygieneartikel und Katzenstreu), oder solche, die nur mit hohem Aufwand wieder aus dem Wasser entfernt werden können (z.B. Speiseöl und Chemikalien), haben im Abwasser­kanal nichts verloren. Sie lagern sich in den Kanalisationsrohren ab und verstopfen sie.

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