Wasser: Privatisierung der Versorgung

Verkauftes Menschenrecht

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KONSUMENT 12/2017 veröffentlicht: 23.11.2017

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Für Menschen und andere Lebewesen lebensnotwendig, für internationale Konzerne lukratives Spekulationsobjekt. Der Druck, Wasser zu privatisieren, steigt weltweit.

Bild: Riccardo Mayer / Shutterstock.com

Sauberes Trinkwasser ist eine natürliche ­Ressource wie Luft und Sonnenlicht und Teil der Daseinsvorsorge. Im Jahr 2010 wurde das Recht auf Wasser von der UNO zum Menschenrecht erklärt. Doch eine gemeinsame Studie der WHO und der UNICEF aus dem Jahr 2015 hält fest, dass 663 Millionen ­Menschen, also ein Zehntel aller Menschen, keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser ­haben.

In vielen Regionen der Welt wird Wasser immer knapper und ­teurer. Das weckt die Begehrlichkeiten von Inves­toren und kurbelt den weltweiten Raubbau an.

Privatisierung von Trinkwasser

Bei der Privatisierung von Trinkwasser geht es um drei verschiedene Vorgänge:

  • Erstens werden Wasserleitungsnetze von Kommunen an private Unternehmen übertragen.
  • Zweitens werden Wasservorkommen an Konzerne verkauft.
  • Damit zusammen hängt der globale Handel mit Flaschenwasser, der in großem Stil in vielen, vor allem ärmeren Ländern den Menschen buchstäblich das Wasser abgräbt.

Spekulation treibt Preise hoch

Für Kommunen ist es bei knappen öffent­lichen Kassen verlockend, die kosteninten­sive Wasserversorgung zu veräußern und so den Gemeindehaushalt vermeintlich zu entlasten. Das geht meist zulasten der ­Wasserbezieher.

So erhob die US-ameri­kanische Verbraucherschutzorganisation Food & Water Watch, dass die Wasser­gebühren von privaten Unternehmen, die ja auch Gewinne erzielen wollen, über die Jahre rasant steigen und sie in den USA durchschnittlich um 33 Prozent höhere Gebühren für Wasser kassieren als kommunale Betriebe.

Den Armen wird das Wasser abgedreht

Eine Kommerzialisierung schließt vor allem Arme rasch vom Zugang zu Wasser aus. Besonders in den Ländern des Südens, aber längst nicht nur dort. Auch in Detroit wurde bereits Zehntausenden Einwohnern das Wasser abgedreht, weil sie die Wasserpreise nicht mehr be­zahlen konnten.


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Kommentare

  • Investitionen oder Spekulation
    von smoo am 24.11.2017 um 15:00
    Ich denke, man muss unterscheiden: zwischen Investitionen und Weiterentwicklungen in und von Wasser(aufbereitungs)technologien auf der einen Seite und Spekulation mit Wasserrechten und dem Rohstoff an sich auf der anderen Seite. Ersteres ist sicher notwendig und erwünscht und kann auch durch private Firmen erfolgen, zweiteres gehört in staatliche Hände bzw. sollte durch Preisgrenzen geregelt werden.
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