Bananen

Giftige Ernte

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KONSUMENT 11/2017 veröffentlicht: 25.10.2017

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Bananen sind nach Äpfeln das Lieblingsobst der Österreicher. Weltweit liegen sie sogar auf Platz 1. Die große Nachfrage nach Billigobst hat Aus­wirkungen auf die Herstellungsbedingungen auf den Bananenplantagen.

Oktober 2015: Mitarbeiter der Entwicklungsorganisation Südwind besuchen eine ­Bananenplantage in Ecuador, dem weltweit größten Exporteur von Bananen. Öster­reicher konsumieren im Durchschnitt rund zwölf Kilogramm Bananen im Jahr, jede ­dritte dieser Bananen kommt aus Ecuador.

45 Kilogramm Pestizide pro Jahr und Hektar

Auf den riesigen Plantagen werden meist Flugzeuge eingesetzt, um die Anbauflächen mit Pestiziden zu besprühen. Eine Methode, die in Österreich in den 1990er-Jahren ver­boten wurde. Rund 45 Kilogramm an Pesti­ziden kommen in der Bananenproduktion durchschnittlich pro Jahr auf jeden Hektar Land. Zum Vergleich: Auf einem Kartoffel­acker in Österreich kommt etwa ein Zehntel davon (also rund 4,5 Kilo) zum Einsatz. Die eingesetzten Sprühmittel enthalten Wirkstoffe wie Paraquat, das in der EU bereits verboten ist, oder Glyphosat, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Arbeiten unter dem Pestizidregen

Die Bananenplantagen sollten erst 24 bis 48 Stunden nach dem Ausbringen der Pesti­zide wieder betreten werden. Diese Regelung wird jedoch oft nicht eingehalten. „Wir machen uns große Sorgen, weil wir unter dem Pestizid-Regen arbeiten müssen. Aber wer sich beschwert, der riskiert, entlassen zu werden“, berichtete ein Arbeiter dem Südwind-Rechercheteam. Dazu kommt, dass der Pestizidregen nicht nur auf die Bananenpflanzungen niedergeht, sondern auch auf die benachbarten Felder und Wohngebiete.
 

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Kommentare

  • Inhaltsstoffe
    von REDAKTION am 06.11.2017 um 11:16
    Die Pestizidbelastung durch den Verzehr von Bananen lässt sich beim Einzelnen schwer nachweisen. Experten gehen aber davon aus, dass die Belastung für den Konsumenten sehr gering ist, solange nicht "raue Mengen" gegessen werden. Auf der sicheren Seite ist man mit dem Bio-Siegel, auch Fairtrade-Bananen (die ja meist auch Bio sind) sind zu bevorzugen. Generell ging es uns in diesem Artikel aber in erster Linie darum, die Arbeitsbedingungen beim Bananenanbau zu beleuchten.
  • Inhaltsstoffe
    von germanenburi am 26.10.2017 um 00:15
    Bei dem Artikel fehlen mir drei ganz wesentliche Punkte, ohned die von einer gewissenhaften Recherche wohl nicht gesprochen werden darf: 1) Was sind die Rückstände von 45 kg Pestiziden pro Hektar in den Früchten? Bananen sollen das am stärksten vergiftete Obst sein. Was ist dran an dieser Aussage? 2) Bananen werden lose geschüttet im Schiffsbauch oder bestenfalls im Bigpack transportiert. Zum Schutz vor Ungeziefer und Schimmel werden sie dort auch noch mit Insektiziden und Funghiziden behandelt. Sind die daraus resultierenden Rückstände untersucht worden? Wo sind die Ergebnisse? 3) Die Bananen werden samt und sonders unreif geerntet und reifen erst während des Transports und ohne Sonnenlicht. Wenn ich von den tollen Inhaltsstoffen von Bananen höre, wie gesund sie sein sollen und was sie alles für den Menschen tun können, möchte ich wissen, ob die Früchte reif in Ecuador oder erst nach dem Transport in Europa untersucht worden sind. Ohne diese Angaben ist der Artikel völlig wertlos!
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo