Waschtischarmaturen: Reaktionen

Leser berichten, Firmen reagieren

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veröffentlicht: 13.09.2018

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Online gekaufte Waschtischarmaturen sind billiger als beim Installateur, das zeigte unser Preisvergleich in KONSUMENT 8/2018. Wir erhielten viele Leserbriefe und Firmen-Reaktionen. Hier sind sie.

Leserbriefe von Kunden

Noch schlimmer

Ja, wir haben es genau so erlebt, wie Sie es geschrieben haben und noch viel schlimmer. Im Rahmen eines Neubaus stellte sich heraus, dass wir mit dem gesamten Bau mehr als abgezockt wurden. Und der Bauträger verleugnet sich jetzt.

Zu den Waschtischarmaturen haben wir es u.a. folgendermaßen erlebt: Wir kommen aus Deutschland und wollten in Österreich unseren Lebensabend verbringen. Bei der Bestellung der Waschtischarmaturen staunte ich, was die Bauträger anbelangt, nicht schlecht. Sie gaben uns bei der Bestellung Preise an, die uns unglaublich hoch erschienen.

So recherchierte ich und konnte es nicht fassen. Die Preise waren mehr als das Doppelte so hoch. Unter der Artikelnummer fand ich in Österreich wie auch in Deutschland die Brause, Badewannen- und Waschtischarmaturen, die wir bestellen wollten. Da wir in Deutschland eine andere MwSt. haben, waren die Artikel dort niedriger. Aber, der Bauträger verlangte von uns den doppelten Preis für die Artikel, wie sie im österreichischen Versandhandel kosteten.

Barbara G.
E-Mail

Abgeschmettert

Ihr Artikel spricht mir aus der Seele. Schon seit Jahren stören mich die extremen Preisunterschiede zwischen Deutschland und Österreich bei Installations-Produkten. Daher habe ich schon öfters Armaturen, Durchlauferhitzer, Steckdosen etc. im Internet ums „halbe Geld“ gekauft. Natürlich nur Markenware (bei offiziellen Händlern), die es auch beim Fachbetrieb in Österreich zu kaufen gibt!

Aber es gibt immer massive Probleme, wenn ich einen Fachbetrieb (Installteur/Elektriker) beauftragen will, mir die beigestellten Produkte im Haus zu installieren. Hier kommen Ausreden, dass die EU verbietet, beigestellte Produkte zu installieren wegen der Produkthaftung. Oder, dass Billigware aus China nicht eingebaut werden darf, obwohl ich sage, dass es Markenware wie z.B.. Grohe ist. Oder es wird gleich forsch abgewimmelt: „Wenn Sie Billigprodukte selber kaufen, müssen Sie die auch selber einbauen! Das machen wir nicht!“

Dürfen Installationsbetriebe Aufträge mit diesen Begründungen pauschal ablehnen? Was können Konsumenten unternehmen, damit das Installieren von beigestellten Produkten – ohne Stigmatisierung – durch Fachbetriebe möglich ist?

Johann R.
Steyr

Es gibt keinen Vertragszwang. Ein Unternehmer kann einen Auftrag auch ablehnen. Er muss dafür auch keinen Grund angeben.
Die Redaktion

Unverständlich

Ihr Artikel spricht mir direkt aus der Seele. Ich war genau in der von Ihnen beschriebenen Situation, auch meine Armaturen vor wenigen Monaten austauschen zu müssen. Nachdem ich das noch nie gemacht und keine Erfahrung hatte, habe ich im Internet recherchiert und mich dann zum Schauraum eines Installateurs (Vaillant) begeben, der die Marken-Modelle ausgestellt hatte (zur Begutachtung, ich wollte das Produkt sehen).

Ich war auch interessiert daran, gleich alles von einer Hand machen zu lassen und mich nicht selbst darum zu kümmern. Doch die Preise waren wirklich eine Frechheit. Für das gleiche Produkt wurden bei Vaillant um die 75 % mehr verlangt als im Internet. Dazu kommt dann natürlich noch die Montage. Die Installation von Fremdprodukten wurde abgelehnt.

Schließlich habe ich mich an einen Installateur in der Nähe gewandt, der mir die im Internet gekauften Produkte (Grohe) installiert hat. Ich habe somit ca. 150 € sparen können.

Es ist, wie sie sagen, eine Abzocke, denn anders kann man das nicht beschreiben. Mir fällt kein Grund ein, wieso das gleiche Markenprodukt bei der Bestellung durch den Installateur gleich so viel mehr kostet. Bei einer Spanne von 10 bis -15 % wäre mir das auch egal gewesen, aber diese Preise verdienen keine Rechtfertigung. Schließlich machen Firmen wie Vaillant dies täglich und haben auch hier größere Bestellmengen und somit bessere Preise und der Kunde ist dann der Blöde.

Dasselbe Thema hatte ich auch kürzlich bei einer Pumpe (Klimaanlage). Dort wollte eine Firma ebenfalls ca. das Doppelte (!) des Internetpreises für das Bauteil. Könnte sein, dass diese Masche in der Handwerksbranche so üblich ist.

Christopher D.
(aus KONSUMENT 9/2018)

Nicht aussagekräftig

Ihr Artikel „Abgezockt“ ist sehr einseitig und vereinfachend. Natürlich wird man im Internet immer günstigere Angebote finden. Das hängt zum Teil daran, dass Erzeuger unterschiedliche Listenpreise in den Ländern haben. Zum anderen, dass ja auch der Versand zum Fachhandel was kostet.

Ich bin wie Sie der Meinung, dass faire Produktpreise und gute Arbeit wichtig sind. Nur: Wer soll die Montage, den Austausch der Armatur vornehmen, wenn man ja so günstig im Internet gekauft hat? Und zu wem gehen Sie, wenn die Armatur schon nach ein paar Monaten tropft oder rinnt?

Was die Sache richtig teuer macht, sind die Lohnnebenkosten. Der Installateur verdient nicht wirklich viel, da leben so viele mit, die mit der Arbeit gar nichts zu tun haben! Der Preisvergleich ist einfach plakativ, aber eben nicht vollständig und nicht aussagekräftig.

Ernst L.

Rabatt ausverhandeln

Der sonst durchaus geschätzte „Konsument“ argumentiert hier doch reichlich blauäugig. Natürlich kann man auch Waschtischarmaturen, wie nahezu alles, billiger im Internet kaufen – und damit nebenbei den lokalen Fachhandel wieder ein bisschen mehr zum Rückzug drängen. Nur wird sich nicht so leicht ein Installateur finden, der bereit ist, eine "vom Kunden beigestellte Ware“ zu montieren. Warum sollte er auch, schließlich muss er ja im Gegensatz zum Online-Händler nicht nur für das Produkt, sondern auch für die geleistete Arbeit garantieren (Gewährleistung).

Das allfällige Szenario im Schadensfall sähe dann wohl so aus: Armatur schadhaft; Installateur kommt, montiert die Armatur wieder ab – auf wessen Kosten? Kunde schickt die Armatur zurück zum online-Händler. Dieser macht für den Schaden die Arbeit des Installateurs verantwortlich. Der bestreitet das und spielt den Ball zurück zum Online-Händler etc. So kann das lange hin- und hergehen. Als Kunde zahle ich dabei in jedem Fall drauf und werde mir ein solches Szenario ersparen. Übrigens kann man im Fachhandel sehr wohl einen beträchtlichen und zugleich fairen Rabatt auf das Produkt aushandeln, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Dr. Werner B.
Eisenstadt

Günstigere Variante

Vielen Dank für Ihren Artikel. Es könnte nicht besser passen. Mein Dusch-Brausethermostat hat scheinbar im November 2017 den Geist aufgegeben. Das hat sich aber nicht bei der Armatur geäußert, sondern im Wasserspeicher, der zu „röcheln“ begann. Der Techniker der Installateur-Firma erklärte mir, dass der Grund der Dusch-Thermostat sei.

Ich bekam ein Angebot zur Installation eines neuen Thermostats um 307 €. geplante Gesamtkosten 744,72  €. Mir kam der Preis für den Thermostat zu hoch vor, und ich hab im Internet gesucht. Dort fand ich ein Angebot um 129 €. Als ich das der Firma erklärt habe, kam die Meldung, sie könnten das nicht machen wegen der Gewährleistung.Daraufhin habe ich entschieden, eine günstigere Variante ohne Thermostat installieren zu lassen.

Christiane F.

 

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