Vegetarische Lebensmittel

Tierisch unterwegs

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KONSUMENT 2/2014 veröffentlicht: 30.01.2014

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Schildlaus, Schellack, Schweinegelatine: Kaum zu glauben, aber auch in vegetarischen Produkten finden sich oft tierische Bestandteile. Nicht immer steht davon etwas in der Zutatenliste.

Vegetarier hatten noch vor einigen Jahren ein schweres Leben. Die Supermärkte ignorierten Kunden, die auf Fleisch & Co verzichten wollten, und es gab – falls überhaupt – kaum vegetarische Restaurants. Das hat sich inzwischen gründlich geändert. Essen ohne Fleisch ist schick geworden. Man kann dafür in stylishen Lokalen ein Vermögen ausgeben und im Handel aus einem immer breiteren Angebot an pflanzlichen Produkten wählen.

Vegetarismus im Vormarsch

Gerade einmal 3 Prozent der Österreicher bezeichneten sich im Jahr 2005 als Vege­tarier. Inzwischen geben bereits 9 Prozent der Bevölkerung an, sich vegetarisch bzw. vegan zu ernähren, wie eine repräsentative IFES-Studie (IFES = Institut für empirische Sozialforschung) vor einigen Monaten feststellte.

Und die "Körndlfresser" von heute sind nicht nur überwiegend weiblich, ge­bildet, jung, sondern sie verfügen auch über ein mittleres Einkommen von 1.500 bis 2.500 Euro pro Monat. Kein Wunder, dass inzwischen jede Handelskette diese attrak­tive Käuferschicht umwirbt.

Von vegetarisch bis vegan

Bei einer vegetarischen Ernährungsweise wird auf Lebensmittel verzichtet, die von einem toten Tier stammen. Damit ist nicht nur Fleisch tabu, sondern betroffen sind auch sämtliche Zutaten, deren Rohstoffe aus Tierkörpern gewonnen werden. Menschen, die vegan leben, kommen überhaupt ganz ohne tierische Lebensmittel aus. Hier sind selbst Eier, Milch und Milchprodukte, also auch alles, was von einem lebenden Tier stammt, verpönt.

Auslobungen sind nur Orientierungshilfe

In den Regalen der Geschäfte stapeln sich immer öfter Produkte, die mit Bezeichnungen wie "rein pflanzlich", "vegetarisch", "vegan" oder "veggie" werben. Solche Auslobungen – egal, wie gut sie klingen – sind bestenfalls eine Orientierungshilfe beim Einkauf. Blind verlassen kann man sich darauf nicht, denn derzeit sind Begriffe wie "vegetarisch" bzw. "vegan" juristisch nicht definiert.

Zutatenliste genau studieren

Ein kritischer Blick auf die Zutatenliste bleibt deshalb auch hier niemandem erspart. Und selbst bei Produkten, in denen man niemals tierische Zutaten vermuten würde, ist Misstrauen angebracht. Oder denkt irgendjemand bei einer Punschglasur an Schild­läuse? Eben! An einem genauen Studium der Inhaltsstoffe führt kein Weg vorbei.

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6 Stimmen

Kommentare

  • Neu-Vegetarier und Familienfrieden
    von Wos_wor_mei_Leistung? am 17.02.2014 um 15:02
    Ich finde diese Untersuchung von Konsument gut, auch wenn ich ein Normalo bin und mich die tierischen Verunreinigungen nicht jucken(gutes Fleisch ist für mich super). Die Firmen sollen ehrlich sein und deklarieren, was drin ist. Punkt. - Angesichts von Massentierhaltung und Industrienahrung hätte ich durchaus wohlwollendes Verständnis für Vegetarier. Aber trotz des Verständnisses für die positiven Seiten vegetarischer Ernährung hab ich Vorbehalte – und die zählen schwerer. Essen ist etwas sehr Soziales. Seit ein Familienmitglied bei uns zum Vegetariertum mit veganer Schlagseite konvertiert ist, kochen zweieinhalb Personen in unserer viel zu kleinen Küche es gehen auch zweieinhalb Personen einkaufen. Das erzeugt Fehlkäufe und Verschwendung. Vegetarische Lebensmittel sind zudem teurer als die normalen (frisches Bio-Gemüse im Winter …). Es braucht beim Zubereiten von Speisen wesentlich mehr Können, Hirnschmalz und Zeit um Normal-Esser und Vegetarier an einem Tisch, bei einer Mahlzeit gleichermaßen zufriedenzustellen. Das ist eine echte Kunst. Wer hat das Können? Wer hat diese Zeit? Wer hat so viel Geld? - Ich finde: Vegetarier sein (und noch viel mehr Veganer) ist in unseren Breiten ein Zeichen von XXL-Luxus. Jeder Neu-Vegetarier in einer Familie zwingt den nicht-vegetarischen Teil in eine bestimmte Richtung. Solange man füreinander einkauft, füreinander kocht und miteinander isst, kann ein Vegetarier, der anders einkauft, anders kocht und anders isst - entsprechende Persönlichkeit vorausgesetzt - die anderen ganz schön terrorisieren. Denn viele Vegetarier (und noch viel mehr die Veganer) – so erlebe ich es – vertreten nicht nur ein bewährtes Ernährungskonzept sondern darüber hinaus einen Glauben, mit dem sie die Welt verbessern wollen. Die bessere Welt wäre ja super, aber der tägliche Stress vor dem Herd und am Tisch - ich weiß nicht. Die Normalos könnten in der Situation dann natürlich klein beigeben - panierte Blunze ade! - auch konvertieren, oder mit viel Zusatzaufwand parallel kaufen, parallel kochen, parallel essen. Aber da wedelt der Schwanz mit dem Hund. Wenn wir alle Vegetarier wären – so wie die Mehrheit in den mausarmen Ländern -, ja dann würde das Soziale wieder funktionieren. - Es geht auch anders: Bei einem entfernten Verwandten haben wir dessen Konversion zum Vegetarismus (aus gesundheitlichen Gründen) lange nicht bemerkt. Er hat das absolut unauffällig gemacht, einfach ein paar Dinge weggelassen, im Lokal anders bestellt. Fertig, wortlos, ohne zu missionieren. Vor so einem Vegetarier hab ich Respekt.
  • Zu "Plattenspieler" Kommentar vom 2.2. 14
    von Andrea Frick am 10.02.2014 um 15:42
    Auch wenn man aus religiösen Gründen auf tierische Produkte verzichtet, ist es für Vegetarier interessant zu wissen, was hinter anscheinend veganen Produkten steckt. Ein Fleischskandal interessiert dich wahrscheinlich mehr, was Vegetarier wieder kalt lässt! Von wegen Alltagsprodukten....
  • Ist das wichtig?
    von wienerwohnen am 10.02.2014 um 12:42
    Ich halte es für übertrieben wegen persönlicher Vorlieben - und was anderes ist es ja nicht wenn jemand vegetarisch oder gar vegan leben möchte - hier soviel aufhebens zu machen. Niemand wird von tierischen Produkten krank noch sind sie gesundheitsschädlich! Traurig genug wenn jemand Allergiker ist, dann sind genaue Bezeichnungen sinnvoll, aber es hier zum Thema zu machen ob Käse jetzt mit Kälberlab oder mit künstlich erzeugtem Lab hergestellt wird finde ich geradezu lächerlich! Kümmert euch lieber um richtige Schadstoffe im Essen, derer gibt es leider mehr als genug (Pestizide, usw.) das würde ich als weitaus sinnvoller empfinden!
  • Gottseidank keine anderen Probleme
    von plattenspieler am 02.02.2014 um 18:46
    Liebe Konsument-Redaktion. Meiner Meinung nach haben religiöse Anschauungen wie z.B. Vegetarismus in einem solchen Magazin nichts verloren. Bitte mehr Tests von Alltagsprodukten. Danke
  • Nachtrag
    von workingclasshero am 30.01.2014 um 15:57
    Auch Schärdinger hat viele Sorten mit mikrobiell erzeugtem Lab, darunter Grieskirchner, Gouda, Doret etc. Aber es gibt auch Sorten mit tierischem Lab! Auf der Schärdinger-HP gibt es eine Liste mit allen Sorten und der Angabe welches Lab verwendet wird.
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