Geldanlage: Gold als Sparbuch-Alternative

Kein Glanz ohne Risiko

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KONSUMENT 10/2014 veröffentlicht: 25.09.2014

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Geldanlage: Gold garantiert nicht automatisch Werterhalt und Wertzuwachs. Das gilt auch für Goldsparpläne und Wertpapiere auf Gold.

In Zeiten, in denen Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung herrscht, greifen viele gern zu Sachwerten wie Diamanten oder Edelmetallen. Sei es aus Angst vor einem Währungsverfall, als "Fluchtwährung" für Krisen- und Notzeiten oder als langfristige Ergänzung eines Vermögensportfolios, das bereits ausreichend sichere Anlageformen für kurz- und längerfristigen Finanzbedarf enthält.

Über Anlageziele im Klaren sein

Wer in Gold & Co investiert, sollte sich über seine Ziele im Klaren sein. Alles, was nur unter dem Gesichtspunkt gekauft wird, erspartes Geld vorübergehend vor inflationären Gefahren zu schützen, wird nur in den seltensten Fällen die erhoffte Sicherheit oder gar satte Gewinne bringen. Kapitalerhalt und Wertsteigerungen sind ausschließlich dann zu ­erzielen, wenn der Edelmetallpreis bis zum Wiederverkauf kräftig steigt. Das verlangt unter Umständen einen langen Atem: Wenn man sein Gold oder Silber kurzfristig wieder abstoßen muss, um rasch zu Barem zu kommen, kann das bei ungünstigem Einstiegspreis oder einer nachteiligen Entwicklung des Preises zu herben Verlusten führen.

Klein ist bei Gold nicht fein

Besonders gut rechnen und einen günstigen Einstiegszeitpunkt abwarten muss man, wenn man sich kleine Mengen an Gold zulegt. Münzen und Barren in kleinen Stückelungen sind zwar in Notzeiten vorteilhaft, weil man sie leichter absetzen und umtauschen kann. Dafür besteht aber eine Riesendifferenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis, der sogenannte Spread: Ein 1-g-Feingoldbarren wurde von der Österreichischen Gold- und Silberscheideanstalt (Ögussa) zum Beispiel im August dieses Jahres zu 41,72 Euro verkauft.

Spreads von 2 bis 44 Prozent

Hätte man ihn am selben Tag gleich wieder zurückverkauft, hätte man nur 31,11 Euro dafür erhalten. Die Differenz zwischen An- und Verkauf hätte somit stolze 34 Prozent betragen. Der Preis müsste also auf jeden Fall einmal um 34 Prozent steigen, damit man das herausbekäme, was man hingelegt hat. Von einem Geldwerterhalt geschweige denn -zuwachs ist hier noch gar nicht die Rede (siehe "Von wegen wertbeständig").

Bei einer Unze Gold (31,1035 Gramm), die an diesem Tag bei der Ögussa für etwa 999 Euro zu haben war und im Verkauf rund 967 Euro gebracht hätte, lag der Spread "nur" noch bei 3,31 Prozent, bei einem 1-kg-Barren überhaupt nur noch bei 2,1 Prozent.

Preise mehrerer Händler vergleichen

Das sind nur die Preise eines Anbieters. Bei anderen kann der Preis durchaus darüber oder darunter liegen. Das Bankhaus Schelhammer & Schattera hätte den 1-g-Barren beispielsweise an diesem Tag um 49 Euro verkauft und um 34 Euro angekauft – ein Spread von über 44 Prozent! Bei der Erste Bank wiederum lag der Spread für das 1-g-Stück "nur" bei rund 29 Prozent. Sehen Sie sich also unbedingt die Preise mehrerer Händler an, bevor Sie zuschlagen.


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