Schadstoffe im Kinderzimmer

Giftfreie Zone

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Konsument 3/2011 veröffentlicht: 19.02.2011

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Kinder sind bei der Aufnahme von Schadstoffen besonders exponiert. Das gilt auch im Kinderzimmer. So können Sie das Risiko möglichst gering halten.

Ein Leben frei von Chemie ist heutzutage undenkbar. Auch daheim sind in Böden, Wänden und Möbeln potenzielle Schadstoffe allgegenwärtig. Daher ist es wichtig, mögliche Gefahren zu minimieren. „Die Dosis macht das Gift“ – das gilt im Besonderen im Kinderzimmer.

Kinder sind durch Schadstoffe schon aufgrund ihres gerin­geren Körpergewichts und des schnelleren Stoffwechsels stärker gefährdet als Erwachsene. Zudem krabbeln Kleinkinder auf dem Boden, auf Möbeln, Betten und anderen Einrichtungsgegenständen herum – auf ­ihren Entdeckungsreisen berühren sie alles und nehmen es in den Mund.

Fußoden: PVC und Kleber problematisch

Die Wahl des Fußbodens ist ein wichtiger Faktor für die Vermeidung oder Reduzierung von Schadstoffen. Bodenbeläge sollten besser nicht aus Kunststoff und schon gar nicht aus PVC bestehen, da PVC Weichmacher meist in Form von Phthalaten enthält (siehe „Gefährliche Spiel­sachen“). Stattdessen sollte man auf Naturlatex oder Jute setzen.

Da sich Teppich­böden mit synthetischen Fasern elektro­statisch aufladen können, werden Natur­fasern wie Wolle, Sisal, Kokos oder Jute empfohlen. Reines Linoleum ist übrigens kein Kunststoff, es wird aus den natürlichen Rohstoffen Holz, Kork, Leinöl, Jutefasern und Gesteinsmehl hergestellt, muss allerdings verklebt werden.

Entscheiden Sie sich für einen glatten ­Bodenbelag, so ist die Verlegung eines Holzbodens zu empfehlen. Diese Investi­tion macht sich vor allem wegen der starken Beanspruchung im Kinderzimmer auf Dauer bezahlt: Gute Parkettböden lassen sich bis zu zehn Mal abschleifen und haben dadurch eine lange Lebensdauer.

Auch wenn sie so aussehen, Laminatböden bestehen nicht aus Holz, sondern aus gepressten Papierschichten, die mit einem Kunstharz (Melamin) getränkt sind. Sie können Formaldehyd abgeben und sich elektrostatisch aufladen. Daher ist ein Korkboden die bessere Alternative zum Holz­boden. Er wird als weich und angenehm empfunden und ist dennoch strapazierfähig.

Auf Produkte mit "Österreichischem Umweltzeichen" achten

Bei allen Böden sollte man nicht nur auf die Art der Versiegelung achten, sondern auch darauf, ob sie verlegt werden können oder geklebt werden müssen. Denn Fußbodenkleber können große Mengen an Schadstoffen an die Raumluft abgeben. Bei der Wahl des Bodenklebers sollten Sie auf Produkte setzen, die das „Österreichische Umwelt­zeichen“ tragen (www.umweltzeichen.at).

Auf allen glatten Fußböden sammelt sich Haus- bzw. Feinstaub, der gefährlicher ist als bisher angenommen, da er mit Schadstoffen angereichert ist. Daher hat regelmäßiges feuchtes Aufwischen und Saugen nichts mit übertriebener Reinlichkeit zu tun, sondern es hilft, die Schadstoffbelas­tung zu verringern.

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Kommentare

  • natürliche Materialien sind nicht automatisch "gesünder"
    von HaruUrban am 24.06.2011 um 07:51
    Nicht jeder Teppich aus Wolle ist für Kinderzimmer geeignet... Die meisten Wollteppiche sind stark mit (vermutlich unbedenklichen, aber eben nur vermutlich) Mottenschutzmittel behandelt, die dann über den Hausstaub in die Atemwege der Kleinsten gelangen können.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo