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Norwegische Studie belegt Datensammeln

Mehr Schutz für Privatsphäre

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veröffentlicht: 14.01.2020

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Beliebte Apps wie die Dating-App Tinder, die Makeup-App Perfect 365 oder die Menstruations-App Mydays liefern Daten wie Ip-Adresse, GPS-Standorte, sexuelle Ausrichtung, politische Einstellung und eingenommene Medikamente an unterschiedliche Unternehmen.

Norwegische Studie belegt massives Datensammeln; (Bild: Norwegian Consumer Council)

Eine Studie der norwegischen Verbraucherschutzorganisation Norwegian Consumer Council (NCC) belegt umfangreiches Sammeln personenbezogener Daten bei Anwendungssoftware (Apps) auf Mobilgeräten. Konsumentinnen und Konsumenten sind sich des Umfangs dieser "Sammelwut“ oft nicht bewusst und stehen ihr deshalb hilflos gegenüber. Verbraucherorganisationen weltweit fordern stärkere Kontrolle von Online-Marketing-Unternehmen zum Schutz der Privatsphäre des Verbrauchers.

Beliebte Apps geben sensible Daten weiter

Konkret hatte NCC für zehn beliebte Apps – darunter die Dating-App Tinder, die Bi/Gay-Dating-App Grindr, die Makeup-App Perfect 365 oder die Menstruations-App Mydays – erhoben, welche Daten an welche Drittanbieter weiter gegeben werden. Das Ergebnis ist besorgniserregend: Die Apps lieferten sensible Daten an 135 unterschiedliche Unternehmen, unter anderem die IP-Adresse und GPS-Standorte, aus denen sich Bewegungsprofile erstellen lassen.

Die Apps geben aber auch Daten über die sexuelle Ausrichtung, die politische Einstellung und eingenommene Medikamente weiter. Empfänger dieser Daten sind die großen Player im Online-Marketing, darunter bekannte Technologie-Riesen. Googles Marketing-Firma DoubleClick bekommt von acht der zehn untersuchten Apps Daten übermittelt, Facebook sogar von neun, aber auch Firmen wie OpenX oder Brace werden beliefert.

Im Rahmen der Studie hat die norwegische Verbraucherschutzorganisation für 10 beliebte Apps die Datenweitergabe erhoben. (Bild: Norwegian Consumer Council)

Für diese 10 beliebten Apps hat der NCC erhoben, welche Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. (Klick auf das Bild vergrößert die Ansicht)

Grafik: Norwegian Consumer Council (NCC)

4 Verschiedenste Unternehmen empfangen Daten von den Apps; 

(Zum Vergrößern: Grafik anklicken)

Grafik: Norwegian Consumer Council (NCC)

 

Weitergabe personenbezogener Daten einkalkuliert

Nutzer der Apps haben oft nur wenige Möglichkeiten, sich vor Datentracking zu schützen. Nur die wenigsten Nutzer wissen, welche Daten im Hintergrund weitergegeben werden. Die technischen Abläufe lassen sich meist schwer nachvollziehen. Die Standardeinstellungen der Apps sind auf Daten-Sharing eingestellt und die Anbieter der Anwendungen arbeiten mit Geschäftsmodellen, welche die Weitergabe von personenbezogenen Daten einkalkuliert.

„Diese Praktiken geben dem Nutzer nicht die Möglichkeit, eine fundierte Entscheidung über die Verwendung der sensiblen persönlichen Daten zu treffen“, kritisiert Ulrike Docekal, Leiterin der Stabstelle für EU-Angelegenheiten im Verein für Konsumenteninformation (VKI). „Zudem ist es sehr zweifelhaft, dass dieses Geschäftsgebaren mit dem europäischen Datenschutzrecht vereinbar ist.“

Beschwerden bei nationalen Datenschutzbehörden

Der VKI befindet sich in enger Abstimmung mit zahlreichen internationalen Schwesterorganisationen, die jeweils bei ihren nationalen Datenschutzbehörden Beschwerden gegen mehrere Unternehmen einbringen werden.

Schutz unserer Privatsphäre

Die internationalen Verbraucherschutzorganisationen fordern zudem die zuständigen nationalen Behörden zum Handeln auf, die richtigen Konsequenzen aus dem vorliegenden Bericht zu ziehen und die Daten ihrer Bürgerinnen und Bürger zu schützen.

"Es muss dringend ein Umdenken stattfinden", betont Ulrike Docekal. "Es gilt Geschäftsmodelle zu stärken, die nicht auf einer umfassenden Erhebung und Weitergabe personenbezogener Daten beruhen."


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