KONSUMENT.AT - Techniklexikon: Soziale Medien - Was bedeuten die Begriffe?

Techniklexikon: Soziale Medien

Emojis & Co

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KONSUMENT 11/2020 veröffentlicht: 25.07.2019

Inhalt

KONSUMENT-Computertipps: Wir zeigen, wie Sie Umwege vermeiden, Probleme lösen und informieren über nützliche Alternativen. – Diesmal: Was ist ein Emoji und wie kommt es auf Ihr Smartphone? Unser bald erscheinendes Techniklexikon erklärt in einfachen Worten, was in der Computer- und Internetwelt verwendete Begriffe bedeuten. 

Selbst wenn Sie den Begriff Emoji [emodschi] noch nicht gehört haben sollten, sind Sie diesen immer zahlreicher werdenden bunten Bildchen schon auf Ihrem Smartphone begegnet – in Nachrichten, die Sie bekommen haben, bzw. auf Ihrer Tastatur. Oder Sie kennen sie eventuell als WhatsApp-Smileys [wots-äpp-ßmajlihs]. Aber fangen wir, zeitlich gesehen, von vorne an.

Begonnen hat alles mit dem Emoticon [imoutikon] bzw. deutsch ausgesprochen [emohtikon]. Das Emoticon als Wort ist zusammengesetzt aus (engl.) emotion [imouschän] = Gefühl und icon [ajkann] = Symbol. Der Begriff steht für diverse Schriftzeichen auf Basis der genormten Schreibmaschinen- bzw. Computertastatur (Doppelpunkt, Strichpunkt, Bindestrich, runde Klammer etc.). Kombiniert gesetzt, drücken sie bestimmte Stimmungen und Gefühlszustände aus.

Erfolgsgeschichte 

Die ersten davon tauchten bereits Ende des 19. Jahrhunderts in amerikanischen und europäischen Zeitschriften auf, auch wenn sie damals noch nicht Emoticons hießen. Ihren ersten großen Erfolg feierten die Emoticons dann ab Anfang der 1960er-Jahre, und zwar in Form der bekannten gelben Lachgesichter, der Smileys (Einzahl: das oder der Smiley). Diese wie auch die klassischen Emoticons wurden in die Welt der Computer, Smartphones und Sozialen Medien übernommen und um zahlreiche weitere Symbole ergänzt.

Bunte Nachfolger

Für die bunten Nachfolger der Smileys etablierte sich im Lauf der Zeit die eingangs erwähnte Bezeichnung Emoji. Darin klingt zwar ebenfalls das Wort Emotion an, der Begriff stammt aber eigentlich aus dem Japanischen und ist zusammengesetzt aus den Wörtern für „Bild“ und „Schriftzeichen“. Umgangssprachlich hört man mitunter den Ausdruck WhatsApp-Smileys, weil Whats- App einfach der beliebteste Messenger-Dienst ist.

Damit gemeint sind ebenfalls die Emojis. Eine Kreation der Firma Apple sind hingegen die Begriffe Memoji [mimodschi] und Animoji [animodschi]. In Memoji steckt das englische Fürwort me = ich. Ein Memoji ist ein personalisiertes Emoji, das man auf dem iPhone erstellen und an das eigene Aussehen angleichen kann. Ein Animoji wiederum ist ein animiertes Emoji, das über die iPhone-Kamera die Mimik des Benutzers übernehmen kann.

Welche Emojis kommen aufs Smartphone?

Darüber, welche Emojis neu aufs Smartphone kommen, entscheidet übrigens das Unicode-Konsortium, ein gemeinnütziges Gremium mit Sitz in Kalifornien. Die Großen der Branche wie Apple, Google, Facebook oder Microsoft sind darin vertreten, aber beispielsweise auch die indische Regierung und Privatpersonen. Vorschläge für neue Emojis kann weltweit jede Person einbringen, die eine Idee oder ein Anliegen hat. Diese Vorschläge werden dann gründlich diskutiert.

Trotz aller Vereinheitlichung ist es nicht so, dass sämtliche Emojis immer auch auf allen Geräten und bei allen Diensten verfügbar sind. Das hängt unter anderem davon ab, ob der Anbieter das entsprechende Update bereits bereitgestellt hat und der Nutzer dieses auch installiert hat. Facebook und Microsoft wiederum haben aus diversen Überlegungen heraus bestimmte Emojis wieder entfernt oder gar nicht erst bereitgestellt; etwa, weil sie als diskriminierend empfunden werden könnten. Deshalb kann man nicht davon ausgehen, dass jedes vom Absender verwendete Emoji beim Empfänger tatsächlich korrekt dargestellt wird. Ein Quadrat mit Fragezeichen, das den Empfänger ratlos zurücklässt, kann zum Beispiel die Folge davon sein.

Missverständnisse in der Kommunikation

Ein Klassiker ist weiters die mögliche technische Unvereinbarkeit zwischen dem E-Mail-Programm des Absenders (meist Outlook von Microsoft) und jenem des Empfängers. Statt eines lachenden Smileys (Lachgesicht) wird mitunter nur der Buchstabe J angezeigt, der verloren in der Luft hängt. Ähnlich verhält es sich bei L und K. Relativ häufig passiert es auch, dass Smileys und Emojis von Personen unterschiedlich gedeutet werden. Daraus resultierende Missverständnisse in der Kommunikation sind nicht auszuschließen.

Verzeichnisse samt Erklärungen findet man unter anderem auf https://emoticonwiki.de und https://de.wikipedia. org/wiki/Emoticon.


Anmerkung: Teile dieses Beitrags sind unserem demnächst erscheinenden KONSUMENT-Techniklexikon entnommen.

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Kommentare

  • Englische Aussprache
    von REDAKTION am 19.11.2020 um 15:20
    In seiner derzeitigen Form ist das Lexikon das Ergebnis eines längerfristigen Entwicklungsprozesses, der mit einer Leserumfrage begonnen hat. Nachdem unter den ersten 20 Zuschriften lediglich eine kritische war, haben wr das als Bestätigung gesehen, auf dem richtigen Weg zu sein. Die internationale Lautschrift ist eine wunderbare Sache, sofern man des Englischen in seinen Grundzügen mächtig ist. Das Besondere an dem Lexikon ist eben, dass es mit seinem anderen Zugang an der Basis ansetzt. Ihr KONSUMENT-Team
  • Englische Aussprache
    von fritzl51 am 18.11.2020 um 21:01
    Lieber Herr Schönfeldinger!

    Ich weiß es durchaus zu schätzen, dass Sie in Ihrer Kolumne an das Thema Nutzung der elektronischen Medien sehr grundlegend herangehen und nicht umfangreiches Vorwissen voraussetzen. Sie übersetzen sogar allgemein gebräuchliche englische Begriffe ins Deutsche und geben eine Aussprachehilfe. Hier überkommt mich aber regelmäßig ein Unbehagen, denn wenn ich versuche, ein Wort so nachzusprechen, wie angeführt, fühle ich mich an einen Bundespräsidenten mit unrühmlicher Vergangenheit erinnert; es sind mir auch schon eindeutige Fehler aufgefallen (zuletzt z.B. emotion, protection). 

    Die deutsche Lautung ist einmal nicht geeignet, eine authentische englische Aussprache wiederzugeben. Dafür gibt es die so genannte "internationale Lautschrift", wie man sie in jedem Wörterbuch findet. Auch wenn diese auf Menschen, die nicht damit vertraut sind, auf den ersten Blick vielleicht etwas verwirrend wirkt, ist es wert, sich einzulesen. Die derzeitige Praxis ist kein valider Ersatz dafür. Ich möchte Sie daher dringend bitten, diese Transkription zu verwenden, um dem zum Teil immer noch grassierenden "Denglisch"  bzw. "Austrish" entgegenzuwirken! Gerade der KONSUMENT legt ja Wert auf die Einhaltung von Normen und Standards, was ich in diesem Fall schmerzlich vermisse!

    Mit freundlichen Grüßen
    F. Linzberger



    --
    Mag. Friedrich Linzberger
    Missindorfstraße 10/18
    1140 Wien
    Tel. 215 15 518