Ja! Natürlich Bio-Apfelchips

In Slowenien produziert und verpackt

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veröffentlicht: 16.04.2019

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Was Konsumenten alles zugemutet wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Chips aus österreichischen Äpfeln, die in Slowenien verarbeitet und eingesackt werden.

Das steht drauf: Ja! Natürlich Bio-Apfelchips

Gekauft bei: Billa, Merkur

Das ist das Problem

Apfelchips schmecken als Knabberei, als Zutat im Müsli, in Desserts, … Auch Ja! Natürlich bietet Bio-Apfelchips an. „Aus österreichischen Äpfeln“ ist vorn auf der Packung aufgedruckt. Auf der Rückseite des Beutels, im Kleingedruckten, heißt es, dass „für die knusprig fruchtigen Bio-Apfelchips von Ja! Natürlich ausschließlich Äpfel aus Österreich verwendet“ werden.

Äpfel aus Österreich, produziert in Slowenien

Umso erstaunlicher der Text weiter unten: „produziert von Mirovita d.o.o. Kasaze 95, 3301 Petrovece, Slowenien“. Und es ist auch eine slowenische Biokontrollnummer (SI-EKO-003) angegeben. Wir fragten bei Rewe nach. Demnach werden die österreichischen Bio-Äpfel in Slowenien geschnitten, getrocknet und verpackt. Anders als die Verpackungsaufmachung vermuten lässt, kommen bei diesen Chips also nur die Äpfel aus Österreich; verarbeitet werden sie woanders.

Verwirrende Herfkunftsangaben: wo folgt die Verarbeitung?

Konsumenten erwarten zu Recht bei Produkten, die mit Österreich-Bezug werben, dass die Rohstoffe aus Österreich stammen und alle Bearbeitungsschritte hierzulande erfolgen. Ist dem nicht so, sollte nicht mit Österreich-Bezug geworben werden oder schon vorn auf der Packung deutlich lesbar angegeben sein, wo die Verarbeitung erfolgt. Bei Bio-Produkten sind das EU-Bio-Siegel und die Angabe der Bio-Kontrollstellennummer auf der Verpackung Pflicht. Zusätzlich ist im selben Sichtfeld auch die Herkunft der landwirtschaftlichen Rohstoffe anzugeben. 

Die Angaben variieren je nach Erzeugerland und können folgendermaßen aussehen:

  • EU-Landwirtschaft: wenn die landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe in der EU erzeugt wurden.
  • Nicht-EU-Landwirtschaft: bei Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe in Drittländern.
  • EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft: wenn die Erzeugung der landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe zum Teil in der EU und zum Teil in einem Drittland erfolgte.
  • Angabe des Ländernamens allein oder zusätzlich: wenn alle landwirtschaftlichen Rohstoffe in demselben Land erzeugt wurden. 

Wir finden es gut, dass Bio-Produkte eine Herkunftskennzeichnung tragen müssen. Weniger gut finden wir die Angabe „EU-Landwirtschaft“ bzw. „Nicht-EU-Landwirtschaft“. Sie ist einfach nicht aussagekräftig.

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Kommentare

  • Zumutung
    von REDAKTION am 25.04.2019 um 13:36
    Wir bekommen immer wieder Zuschriften von Konsumenten zum Thema Herkunftskennzeichnung. Es spricht nichts gegen eine Produktion in Slowenien. Nach Meinung der Konsumenten sollten Produkte aber nur dann mit Österreich-Bezug werben, wenn das Lebensmittel zur Gänze aus Österreich stammt, also die Rohstoffe aus Österreich sind und auch die Herstellung in Österreich erfolgt, da es ansonsten zu Missverständnissen kommen kann. Ihr Konsument-Team
  • Warum eine "Zumutung"?
    von merten am 24.04.2019 um 16:20
    Die Aufregung verstehe ich nicht. Was ist schlecht oder verwerflich daran, dass die Produktion in Slowenien erfolgt? Es ist ein Nachbarland, deutlich kleiner als etwa Italien oder Deutschland, also bleiben auch die Transportwege relativ kurz. Es enttäuscht mich, dass der VKI hier eine nationalistisch anmutende Position vertritt.
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