Impfen und Autismus

Bewusste Fehlinformation

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KONSUMENT 2/2016 veröffentlicht: 28.01.2016

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Viele Impfgegner berufen sich auf eine Studie, die zurückgezogen wurde.

Auf Webseiten von Impfgegnern stößt man häufig auf die Warnung, das Impfen könne Autismus bei Kindern begünstigen. Die Behauptung geht auf eine Studie zurück, die im Jahr 1998 im anerkannten Wissenschaftsjournal „The Lancet“ erschienen war.

Ergebnisse manipuliert

Darin wurde ein Zusammenhang zwischen einer Masern-Mumps-Röteln-Impfung und einem erhöhten Autismusrisiko hergestellt. Die Arbeit wurde im Jahr 2010 zurückgezogen, weil der Autor Ergebnisse manipuliert und falsch dargestellt hatte. Dennoch ziehen Impfgegner die Arbeit bis heute als Beleg dafür heran, dass Impfstoffe Kindern nicht nur nicht nützen, sondern sogar massiv schaden würden.

500 Anti-Impf-Seiten überprüft

Eine Auswertung von 500 Anti-Impf-Seiten im Internet durch amerikanische Wissenschaftler ergab, dass zwei Drittel der überprüften Seiten die manipulierte Studie fälschlicherweise als Beleg heranziehen. In 40 % aller untersuchten Seiten fanden sich zudem Behauptungen, wonach Impfstoffe Hirnschäden verursachten. Wissenschaftliche Belege dafür existieren jedoch ebenfalls nicht.

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