Grundpreisauszeichnung: klein, falsch, fehlt

Kundenpflanz am Regal

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KONSUMENT 5/2016 veröffentlicht: 28.04.2016, aktualisiert: 03.04.2017

Inhalt

Immer wieder beschweren sich Konsumenten über die Preisauszeichnung im Handel. Vor allem, was die Grundpreisangabe in Liter oder Kilo betrifft: zu klein gedruckt, falsch oder nicht vorhanden. Das erschwert den Preisvergleich oder macht ihn gar unmöglich.

Der Grundpreis gibt – neben dem eigent­lichen Artikelpreis – an, wie viel ein Kilogramm, Liter, Quadratmeter oder eine Volumeneinheit einer Ware kostet. Und er ist das einzige zuverlässige Mittel für den Konsumenten zum Preisvergleich.

Sonderregelungen

Aber die Bestimmungen für die Auszeichnung des Grundpreises sind nicht für alle Waren und alle ­Geschäfte gleich. Es gibt u­nzählige Sonderregelungen:

  • So muss etwa bei (teuren) Qualitäts­weinen kein Grundpreis (pro Liter) ange­geben werden; bei einer Rolle Zwirn hin­gegen ist sie Pflicht – in der Form „Preis pro 1.000 Meter“.
  • Das Minifläschchen Schnaps an der Supermarktkassa muss nicht enthüllen, dass sein Inhalt ein Vielfaches von dem seiner ­großen Brüder im Regal kostet.
  • Gleiches gilt für den Osterhasen oder ­Weihnachtsmann aus Schokolade: Nie wird man seinen Preis mit jenem einer Tafel der Süßig­keit vergleichen können.
  • Viele Konditorwaren (Torten, Strudel, ­ungefülltes Salz-, Käse- und Teegebäck, Topfen­golatschen und Plunderkipferl) ­dürfen das Geheimnis ihres Grundpreises für sich behalten, ebenso Kräuter und Kräutermischungen, Tee in Aufgussbeuteln, Gewürze und Gewürzmischungen (so kommt es, dass alle Gewürzbriefchen im Regal denselben Artikelpreis zeigen, obwohl ihr Inhalt unterschiedlich viel kostet).
  • Auch bei Fertiggerichten oder Teil-­Fertiggerichten (Erdäpfelpüree, Polenta) sowie bei Speiseeis in Einzelpackungen muss der Handel keinen Grundpreis auszeichnen. 

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15 Stimmen

Kommentare

  • "Echte" Diskonter
    von REDAKTION am 21.11.2016 um 09:48
    Als Diskonter im engeren Sinn gelten Hofer, Lidl und Penny. Ihr Konsument-Team
  • Was bitte
    von Grouper am 20.11.2016 um 10:05
    ist ein "echter" Diskonter? Billa/Spar/Merkur sind keine Diskonter, sondern Lebensmittel-Supermärkte. Was also meinen Sie mit echte Diskonter?
  • Wenig überzeugende Argumentation
    von Mag Zirnig am 04.06.2016 um 16:53
    Wenn Billa-Filialleiter Hannig betont, dass der Eierlikör zum abgebildeten Preisschild kein Sonderangebot darstellt, muss sich BILLA erst recht den Vorwurf der Kundentäuschung gefallen lassen. Produkte mit konstantem Fixpreis brauchen keinen Werbeaufstecker, bei diesen können alle Informationen auf einem fixen Dauerschild untergebracht werden, wie das die echten Diskonter praktizieren. Ein signalroter Aufstecker kann ja nur den Zweck haben, ein zeitliche begrenztes Angebot zu suggerieren. Wenn die BILLA-Mitarbeiter regelmäßig den Sitz der Umrandung in der Regalschiene überprüfen, dann weiß BILLA ganz genau, wie leicht diese verrutscht, und könnte sie so gestalten, dass der Grundpreis auch bei verrutschtem Aufstecker sichtbar bleibt. Dass das auch nach diesem Artikel nicht angedacht ist, zeigt ein bedauerliches Desinteresse an transparenter Kundeninformation, selbst wenn man keinen bewussten Kundenpflanz unterstellt.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo