Wäsche waschen: 60 Grad zur Hygiene

Normal- oder Eco-Programm?

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KONSUMENT 5/2016 veröffentlicht: 28.04.2016, aktualisiert: 24.02.2017

Inhalt

"Bei Waschmaschinentests ist viel über Waschergebnisse und Stromverbrauch zu lesen. Aber wie ist es um die Hygiene bestellt? Lassen sich Bakterien und Pilze in der Wäsche beseitigen?" - In unserer Rubrik "Tipps nonstop" stellen Leser Fragen und unsere Experten geben Antwort – hier Karin Baumgarten-Doblander.

Karin Baumgarten-Doblander (Bild: U. Romstrofer/VKI)
Karin Baumgarten-
Doblander

Waschpulver mit Bleichmittel

Eine interessante Frage, insbesondere bei Waschmaschinen der Energieeffizienzklasse A+++. Im 60-Grad-Eco-Programm kommen sie nämlich nicht auf diese Temperatur. Hintergrund: Die meiste Energie wird fürs Aufheizen des Wassers benötigt. Deshalb senken etliche Hersteller die Temperatur und verlängern die Laufzeit.

Forschungsergebnisse der deutschen Hochschule Rhein-Waal und der Universität Bonn zeigen, dass Energiesparprogramme viele Krankheitserreger aus der Wäsche entfernen, und zwar am besten mit Waschpulver, das Bleichmittel enthält. Trotzdem überleben einige Bakterien und Pilze. Gesunden Menschen macht das vermutlich nichts, aber niemand weiß, ab welcher Konzentration solche Krankheitserreger gefährlich werden.

Hohe Temperatur, weniger Erreger

Deshalb: Wäsche von Personen mit geschwächtem Immunsystem mit bleichmittelhaltigem Pulver im 60-Grad- Normalprogramm waschen! Je höher die Temperatur und je länger sie gehalten wird, desto verlässlicher verschwinden Krankheitserreger. Das 60-Grad-Normalprogramm heizt zu Beginn auf 60 Grad und wäscht mit insgesamt höherer Temperatur als das Sparprogramm.


Hier finden Sie mehr unserer Tipps nonstop.

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Kommentare

  • Zu jeder hat so seine Vorlieben
    von gerhard56 am 03.05.2016 um 09:39
    Finde ich schön, wenn man so einen unkritischen Glauben gegenüber den EU-Vorschriften und den Angaben der Waschmaschinenproduzenten hat. Meine Erfahrung. Die Waschmaschine wird durch diese niedrigen Temperaturen absolut mit Bakterien und Schimmelpilzen versaut - dafür muss man die lt. Werbung angebotenen Wundermittelchen regelmäßig verwenden, welche nicht billig sind. Zweiten wird vor lauter Energiesparjubel völlig außer acht gelassen, dass durch die langen Waschzeiten auch die Lebensdauer der Maschine locker auf die Hälfte schrumpft. Da wird die Energieeinsparung zur Freude der Produzenten wieder aufgehoben. Und der Energieverbrauch bei der Produktion einer Maschine tut ein übriges, um jede Energieeinsparung in eine negative Bilanz zu verwandeln. Im Endeffekt hat der Konsument eine unhygienische Wäsche und muß öfter als früher eine neue Maschine anschaffen. EU wie sie leibt und lebt.
  • Jeder hat da so seine Vorlieben,
    von shoper1030 am 02.05.2016 um 19:37
    wir halten es so. Alle gesund wird zu 80% auf 30Grad Eco in einer 8kg Maschine gewaschen. Ja die dauert zwar 3Std, aber was sollst macht eh die Maschine und im ersten Jahr (direkter Vergleich) konnten wir ca. 350kwh einsparen. Handtücher, Unterhosen auf 60 Grad Eco und einmal im Monat Handtücher und Geschirrtücher auf 90 Grad. Bettwäsche wird entweder auf 30Grad Eco, oder 60Grad Eco gewaschen. Im Krankheitsfall immer auf 60. Wir haben die Maschine nun über zwei Jahre und keinerlei Gerüche, oder Rückstände. Da in Wien innerhalb des Gürtels eher weiches Wasser vorhanden ist, sparen wir beim Entkalker und alle 3 Monate wird das Fuselsieb und die Maschine gereinigt. Durch die Zeitautomatik sind die 3Std sehr gut zu organisiern. In der Früh fertige Maschine aufhängen und für am Abend zweite Maschine vorbereiten. So geht sich, in einem 3 Personenhaushalt mit viel verschwitzer Wäsche (berufsbedingt), das Waschen in einer Woche mit 2 Tagen und der darauf folgenden Woche mit 3 Tagen aus. Ein grosser Vorteil bei den neueren Maschinen sind auch die grosse Auswahl an Spezialprogrammen. So kann man wesentlich genauer für den jeweiligen Bedarf dosieren und den Verbrauch regulieren. Die meiste Alltagswäsche, welche nur verschwitzt wurde kann eben mit 30 Grad Eco problemlos gewaschen werden. Auch Hosen, oder Jacken ohne starker Verschmutzung benötigen keine hohen Temperaturen. Ja Haushalt ist Arbeit, jedoch kein Vergleich zu vor 50 Jahren ).
  • Kein Vertrauen in Angaben und Sparsamkeit
    von Retro am 01.05.2016 um 19:22
    Angaben bezüglich Verbrauch und Sparsamkeit kann ich wenig Glauben schenken. Abgesehen davon, dass viele Tendenzen zum Strom- und Verbrauchsparen einfach unsinnig sind. Ein Beispiel wird oben angeführt: wenn ich 60 Grad Eco spüle, sollte ich doch erwarten können, dass die Temperatur erreicht wird. Die langen Spülzeiten sind absolut unsinnig. Erstens weil keiner so viel Zeit hat, sich tagelang mit der Wäsche zu beschäftigen. Zweitens, weil eben die Temperatur dann nicht mehr stimmt: Nach zwei Stunden sind 99 Grad keine 99 Grad mehr. Drittens versaut man Maschine (und Wäsche) mit ständigen niedrigen Temperaturen, da sich Schimmel und Bakterien absetzen und dann "empfohlen" wird, die Maschine mit Reinigungsmitteln zu reinigen, was die Umwelt natürlich besonders schont. Und letztendlich frage ich mich, warum Benutzer von Gemeinschaftswaschküchen unisono berichten, dass sie bei neuen Maschinen mehr Münzen verwenden müssen, als bei den alten. Ich halte das Ganze für einen Schmarren, aber vielleicht verstehe ich es als dummer Konsument nicht ganz!
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