Blaschke Kokoskuppel

Mit Rum-Aroma

Seite 1 von 2

Nächsten Inhalt anzeigen
veröffentlicht: 11.07.2017

Inhalt




 

Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Kokoskuppeln von Blaschke, in denen überraschenderweise auch Rum-Aroma drin ist.

 

Das steht drauf: Blaschke Kokoskuppel

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Wer kennt sie nicht, die klassischen Kokoskuppeln, bestehend aus Waffelboden, einer Schicht Kakaocreme, einer Schicht Kokos und Schokolade-Ummantelung?

Eine Konsument-Leserin wollte so eine Süßigkeit für ihr Kind kaufen und ackerte sich noch im Geschäft durch die äußerst umfangreiche Zutatenliste von Blaschke Kokoskuppeln. Der zufolge setzt sich das Produkt aus Zucker, 18 % Kokosraspel, pflanzlichem Fett (Palm, Palmkern, Raps), Weizenmehl, Kakaomasse, Kakaobutter, Sojamehl, fettarmem Kakaopulver, dem Feuchthaltemittel Sorbit, Traubenzucker, Hühnereiweißpulver, Invertzuckersirup, Glukosesirup, Maisstärke, Butterreinfett, den Emulgatoren Sonnenblumenlecithine und Sojalecithine, Aroma, Natriumcarbonaten als Backtriebmittel und Speisesalz zusammen.

Rum-Aroma enthalten

Die Konsumentin trug das Produkt zur Kassa. Als sie die Packung dann zu Hause öffnete, roch es nach Alkohol. Sie kostete eine Kokoskuppel und schmeckte Rum. Ein Produkt, das nach Alkohol riecht und schmeckt, war für den Sprössling klarerweise tabu! Die Kundin durchforstete die Zutatenliste auf der Suche nach Rum nochmals. Dort schien er aber nicht auf. Es musste sich also bei dem in der Liste angeführten Aroma um Rum-Aroma handeln.  

Sie schrieb uns: „Ich finde, dass die Auszeichnung ,Aroma‘ in diesem Fall nicht ausreichend ist, da es sich um Rum-Aroma handelt, was ich meinem Kind sicher kein weiteres Mal offerieren werde. Es enttäuscht mich sehr, dass in der heutigen Zeit leichtfertig mit diesem Thema umgegangen wird. Für mich macht es nur einen geringen Unterschied, ob es sich um Rum oder Rum-Aroma handelt. Als Konsument möchte ich beim Kauf wissen, was drinnen ist. Wir kaufen diese Kokoskuppeln nicht zum 1. Mal, aber das hatten wir noch nie.“

Kennzeichnung nicht kundenfreundlich

Wir baten Hersteller Spitz um Stellungnahme. Dort war man sich allerdings keiner Schuld bewusst. Das Produkt sei korrekt deklariert. Basta. Eine konsumentenfreundliche Produktkennzeichnung sieht freilich anders aus. Bei Blaschke Kokoskuppeln geht nicht einmal aus der Zutatenliste hervor, dass es sich beim enthaltenen Aroma um Rum-Aroma handelt! Damit Kunden gleich auf Anhieb über die Produktbeschaffenheit Bescheid wissen, sollte schon auf der Vorderseite der Verpackung groß und deutlich auf das enthaltene Rum-Aroma hingewiesen werden.  

Bewertung

Wertung: 1 von 5 Sternen
3 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Kokoskuppel mit Rumaroma
    von wkriz am 27.08.2017 um 13:16
    Viele Firmen verwenden Aromen bei der Verpackung um die Kunden beim öffnen der Packung in aromatische Verzückung zu versetzen. Das wird beginnend beim Klopapier über Putzmittel bis zu Schokolade praktiziert und bisher hat sich kein an Gesetzwerdung Beteiligter daran gestossen - das ist das Eine. Das Andere: wäre es der Perso n die sich darüber beklagte lieber wenn statt Aroma in der Packung Rum im Teig drinnen wäre? Das ist nämlich bei Kokoskuppeln das Originalrezept. Wegen des Aromas Angst vor Alkoholismus zu haben finde ich etwas deplaziert, da Alkoholismus nicht wegen des Aromas sondern wegen der euphorisierenden Effektes von Alkohol bei prädisponierten Personen entstehen kann. Bei "trockenen"Alkoholikern die ihre Sucht früher auch mit Rum stillten ist jedoch die Gefahr eines Rückfalls sehr wohl gegeben. Das entsteht über die Erinnerung im Unterbewußtsein. Alkohol ist übrigens aus der Küche nicht wewgzudenken, da er auch einen physikalischen Effekt hat, z.B.bei Krapfen oder gebackenen Mäusen verhindert die Beigabe von Rum im Teig die Sättigung des Teiges mit Fett während des Frittiervorganges. Ein gutes Beuschl wird mit Wein aufgegossen um die Innerei verdaulicher zu machen (von der Geschmackskomponente ganz zu schweigen). Gebackene Früchte machen viele im Bierteig, die vielgeliebte Sojasosse in der chinesischen Küche ist ebenfalls - so wie Worcestershiresauce ein vergorenes Produkt. Germteig etnwickelt beim "Gehen" in der Teigschüssel ebenfalls Alkohol, genauso wie zuckerhältige Speisen und Getränke dies in unserem Darm tun. PS: es tut mir leid - kürzer gings nicht. MfG W.Kriz
  • Ich bitte um Verständnis,
    von WOODSTOCK am 13.07.2017 um 12:49
    aber ist diese (beanstandende) Dame erst kürzlich nach Wien gezogen? Ich (64 J.) kenne die Blaschke Kokos Kuppeln schon, seit ich denken kann. Und nein, ich bin durch deren genussvollen Verzehr nicht zum Alkoholiker geworden. Man sollte, bitte, schon etwas auf dem Teppich bleiben.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo