KONSUMENT.AT - Danone Topfencreme - Gleicher Preis, weniger Inhalt

Danone Topfencreme

Neue Packung, weniger Inhalt

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KONSUMENT 7/2020 veröffentlicht: 30.04.2020

Inhalt

Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: ein Becher Topfencreme von Danone, bei dem die Füllmenge reduziert wurde, aber nicht der Preis.

 

Das steht drauf: Danone Topfencreme

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Danone Topfencreme sorgt bei etlichen Konsumenten seit Mitte März für Ärger. Das Produkt wird nunmehr in einem neu gestalteten, „verschlankten“ Becher angeboten. Auch die Füllmenge wurde geändert. Früher enthielt die Packung 180 g Topfencreme, jetzt sind es nur mehr 160 g. Der Preis pro Becher ist aber gleich geblieben. „Neue Optik – weniger Inhalt“, schrieb uns ein Konsument und brachte das Problem damit auf den Punkt.

Regalschilder teilweise nicht geändert

Zusätzlich ärgerlich: In vielen Supermärkten wurden die Steckschilder am Regal nicht angepasst; als Füllmenge pro Becher waren nach wie vor 180 g angegeben.

Ein Konsument berichtete: „Danone hat bei seinen Topfencremen im Zuge einer Designänderung der Aufmachung die Füllmenge von 180 g auf 160 g reduziert. Je nach Sorte stehen derzeit Verpackungen mit unterschiedlichen Füllmengen nebeneinander. Die Preise sind jedoch gleich, auch die Preisschilder passen nicht und weisen noch 180 g Füllmenge aus.“

Deutlich erkennbare Preisänderung wünschenswert

Als wir die Preisauszeichnung am Regalschild Anfang April in einer Billa-Filiale (Wien) kontrollierten, war diese bereits auf die „neue“ Füllmenge von 160 g bezogen. In einer Spar-Filiale in Niederösterreich war Danone Topfencreme aber noch Mitte April am Regalschild mit 180 g Füllmenge deklariert, obwohl nur noch Topfencremen mit 160 g Füllmenge verkauft wurden. Sowohl bei Billa als auch bei Spar war der Preis pro Becher wie gehabt mit 0,99 € angegeben. Weniger Füllmenge – gleicher Preis: Danone Topfencreme ist somit teurer geworden. Die Preissteigerung macht knapp 13 % aus.

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Kommentare

  • Wer lesen kann ist klar im Vorteil...
    von ling am 09.12.2020 um 07:46
    ... so meint zumindest die Firma Danone.

    @Mnemosyne (Beiträge vom 04.05. und 21.10.2020: Sie können grundsätzlich Klage einbringen, wenn Sie über das nötige Kleingeld verfügen. Die Frage ist nur, ob die Klage überhaupt zugelassen wird, ob es sich bei der Verfehlung des Beklagten um eine erstmalige handelt oder Wiederholung vorliegt. Weiters wäre auch zu klären wie lange diese Fehlangaben schon passiert sind. Ist es vielleicht nur ein Fehler am ersten Tag der Umstellung gewesen oder gehört es bereits zur Tagesordnung.

    Leider sind der überwiegende Teil der Kunden unseres Landes mittlerweile derart träge geworden, dass solche Vorfälle kaum jemanden (mehr) interessieren. Offenbar geht es uns immer noch zu gut, als dass wir (als große Masse) aufstehen und der Wirtschaft einmal ins Gesicht sagen: "Mit uns nicht!".

    Ein Konkurrenzprodukt zu kaufen ist zwar eine Lösung, doch (s oben) viele Leute werden das nicht tun, denn sie bemerken den Unterschied gar nicht. Also registriert der Anbieter einen Minderumsatz kaum bzw wird ihn als normal bewerten. Insofern ist "Boykott" zwar gut gemeint, global betrachtet wahrscheinlich eher persönlicher Frustabbau.

    Weiters darf man einen Punkt nicht vergessen - ich bezeichne ihn einmal als Zivilcourage: Es ist sicherlich leicht, halbanonym hier auf der Konsument-Seite den Vorfall zu posten und etwas zu fordern. Das gilt auch für mich, ich nehme mich davon gar nicht aus. Wesentlich schwieriger wird es für viele Menschen, dies auch physisch - noch dazu vielleich im Umfeld einer größeren Menschenmenge (Kassenschlange, etc), zu tun. Haben Sie schon einmal an der Kasse reklamiert, weil eine Ware falsch berechnet wurde, obwohl der Preis günstiger war oder ein Artikel mehrfach gescannt wurde, obwohl nur einfach erworben? Ja, dann gratuliere ich zu Ihren Nerven. Gerade solche Vorgängen werden vielfach tunlichst vermieden, denn es gibt kaum etwas unangenehmeres in einem Supermarkt als die gierig nach vorne drängende Masse, gepaart mit wiederholten Ausrufen nach "Kassa bitte!". Wäre der Mord straffrei, gäbe es in solchen Situationen täglich mehrere Opfer... Und hier muss ich bemerken: Ich gehöre zu Verursachern. Ich lasse es mir nicht gefallen, dass ich mehr bezahlen sollte als
    notwendig. Dabei ist es völlig egal, ob an der Kasse zwei oder 200 Personen warten.

    Dass Reklamationen oder nur freundliche Kundenhinweise sinnvoll sind und auch zu sofortigen Maßnahmen führen, beweist der Beitrag von Helmut Fraß bei Billa in Graz. Dort dürfte man den Hinweis ernst genommen haben und hat sofort reagiert. Würden solche "Aktionen" häufiger bzw regelmäßig gesetzt werden, dann setzte vielleicht auch bei den verursachenden Firmen ein Umdenken ein. Gesetzliche Vorgaben alleine reichen - wie man sieht - nicht aus. Es scheint hier noch immer der Grundsatz vorrangig zu gelten: Wo kein Kläger, da kein Richter.

    Lustig ist übrigens die Stellungnahme der Firma. Wir haben alles richtig gemacht, die Kundschaft möchte ja gar nicht so große Portionen, weil wir alle ja sooo gesund leben und bleiben möchten. Wer sagt denn, dass sich Kunden in Östereich an das Nährwertprofil und insbesondere jenes pro Portion überhaupt halten? Ich bin überzeugt, viele Leute wissen gar nicht was damit gemeint ist oder/und überlesen es einfach.
    Dass sich die Preissteigerung entlang der Wertschöpfungkette gleich mit 13 Prozent niederschlägt mag ist so gar nicht glauben.
    Und im Endeffekt ist ja alles nur die Schuld des Händlers. Wenn dieser seine Preise nicht richtig deklariert - Pech gehabt!
  • Boykott
    von Mnemosyne am 21.10.2020 um 15:01
    Danone Topfencreme ist für mich gestorben. Ich habe sie früher gerne ab un dzu gekauft, geschmacklich ein sehr gutes Produkt. Aber um versteckten Preiserhöhungen den Riegel vorzuschieben, hilft nichts anderes, als das Konsumverhalten zu ändern und eine Beschwerde an die Firma zu richten.

    Derartig versteckte Preiserhöhungen muss man nicht hinnehmen. Dann kaufe ich eben ein Konkurrenzprodukt!
  • Preisauszeichnung 30.06.2020
    von frass am 30.06.2020 um 18:46
    Heute - 30.Juni 2020, gegen 18:00 Uhr - Billa Filiale in Graz-Grottenhofstraße; nach wie vor die Preisausschilderung VOR der der "neuen" Füllmenge; nachdem die Mitarbeiterin darauf aufmerksam gemacht wurde, wurde umgehend das Preisschild mit der richtigen Füllmenge - 160 Gramm - ausgedruckt und die Danone Topfencreme am Kühlregal deklariert. Mit freundlichen Grüßen - Helmut Fraß
  • Danone Topfencreme
    von stemmer am 05.05.2020 um 15:16
    Einfach unerhört wie man mit versteckten Preiserhöhungen, indem man den Inhalt reduziert, versucht die Konsumenten in der Meinung zu lassen es sei keine Preiserhöhung gemacht worden. Die Gehaltssprünge machen jedes Jahr nur 2 bis 3 Prozent (Inflationsrate) aus, Lebensmittelpreiserhöhungen liegen aber meistens jenseits von 10 Prozent!!!

    Mit freundlichen Grüßen
    Pulsinger Gerhard
  • Klage
    von Mnemosyne am 04.05.2020 um 17:11
    Warum ist es nicht möglich, gegen derartige versteckte Preisänderungen Klage einzubringen?
    Liegt diese weit verbreitete Art, den Produktpreis versteckt zu erhöhen, außerhalb der Expertise der Lebensmittelaufsicht?

    Aus dem Text zum Selbstbeschränkungssystem des österreichischen Werberats:

    "Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht u. a. Fehlentwicklungen bzw. Missbräuche in der Werbung zu korrigieren (...) Zu diesem Zwecke haben wir in enger Zusammenarbeit mit Interessensvertretungen und der Industrie Selbstbeschränkungsrichtlinien erarbeitet, die verhindern sollen, dass diskriminierende, die Würde des Menschen verletzende oder irreführende Werbemaßnahmen gesetzt werden."

    Nach dem Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb §2 Irreführende Geschäftspraktiken:

    " Eine Geschäftspraktik gilt als irreführend, wenn sie unrichtige Angaben (§ 39) enthält oder sonst geeignet ist, einen Marktteilnehmer in Bezug auf das Produkt über einen oder mehrere der folgenden Punkte derart zu täuschen, dass dieser dazu veranlasst wird, eine geschäftliche Entscheidung zu treffen, die er andernfalls nicht getroffen hätte:
    (...)
    4. den Preis, die Art der Preisberechnung oder das Vorhandensein eines besonderen Preisvorteils; "

    Quelle:
    https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10002665

    Es fehlt hier offensichtlich völlig an einer transparenten Kundeninformation, was die versteckten Preiserhöhungen betrifft. Wenn die Supermärkte zudem die alten Preisschilder unverändert mit der bisherigen Mengenangabe stehen lassen, ist das formal doch ein Verstoß gegen oben zitiertes Gesetz.

    Nochmals: Wie kann man als Konsument, vielleicht in Form einer Sammelklage, gegen so etwas vorgehen? Wer ist hier Zuständig: WKO oder Werberat? Das betrifft sämtliche, versteckte Preiserhöhungen, die unter anderem vom VKI dokumentiert wurden. Es besteht wohl dringender Bedarf, dass dieses Problem über den Gesetzestext geregelt werden muss.