Dr. Oetker Frischer Strudelteig

Was heißt da frisch?

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veröffentlicht: 25.04.2017

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Strudelteig, der als „frisch“ angepriesen wird, aber mit Zusatzstoffen haltbar gemacht ist. 

 

Das steht drauf: Dr. Oetker Frischer Strudelteig

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Soll auf die Schnelle ein Strudelgericht auf den Tisch, bietet sich Fertigteig an. Teig aus der Packung nehmen, eventuell mit Butter bestreichen, Füllung drauf verteilen, einrollen, backen, fertig.

Fertigteige gibt es von mehreren Herstellern. So auch von Dr. Oetker. „Frischer Strudelteig“ und „schmeckt wie selbstgemacht“ steht vorne auf der Packung. Auf der Packungsrückseite ist das Produkt auch als „frei von Farbstoffen“ ausgelobt. All das lässt annehmen, dass in der Packung frischer Teig drin steckt.

Zusatzstoffe im Teig

Doch aus der Zutatenliste geht etwas Anderes hervor. Demnach sind in Dr. Oetker frischem Strudelteig nicht nur Weizenmehl, Wasser und Salz verarbeitet, sondern auch diverse Zusatzstoffe: Sojalecithine als Emulgator, Kaliumsorbat als Konservierungsstoff, Kaliumcitrat und Natriumdiacetat als Säureregulatoren und L-Cystein als Mehlbehandlungsmittel.

„Dr. Oetker Strudelteig wird mit der Bezeichnung „Frischer Strudelteig“ ausgelobt. Tatsächlich werden ein Konservierungsstoff, 2 Säureregulatoren und ein Mehlbehandlungsmittel eingesetzt. Von „frisch“ kann hier wohl keine Rede sein“, schrieb uns eine verärgerte Kundin.

"Frisch" zukünftig nicht mehr auf der Verpackung

Die Rezeptur und Etikettierung des „Frischen Strudelteigs“ entspreche den lebensmittelrechtlichen Vorschriften, erklärte Dr. Oetker auf unsere Nachfrage. Um Irritationen bei Kunden aufgrund der Produktbezeichnung zu vermeiden, werde man den Begriff „frisch“ künftig nicht mehr für den Strudelteig verwenden. Schön zu hören. Wir bleiben dran.

Für den Begriff „frisch“ gibt es bei Lebensmitteln bislang keine allgemeingültige rechtliche Definition. Nur bei einzelnen Lebensmittelgruppen ist verbindlich festgelegt, welche Verarbeitungsverfahren bei einer Kennzeichnung als „frisch“ erlaubt sind. Bei vielen Produkten wird daher nach dem Gießkannenprinzip geworben.

Konsumenten erwarten von als „frisch“ angepriesenen Lebensmitteln nicht, dass die Haltbarkeit durch Zusätze oder bestimmte Verarbeitungsverfahren verlängert wurde. Auf der Packung solcher Produkte sollte daher groß und deutlich angegeben sein, wann sie hergestellt wurden.

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