KONSUMENT.AT - FairHOF Cocktail Würstel - Rabattaktionen häufig intransparent

FairHOF Cocktail Würstel

Rabatt- oder regulärer Preis?

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veröffentlicht: 19.01.2021

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: verwirrende Preisangaben für Cocktail Würstel von FairHOF.

Das steht drauf: FairHOF Cocktail Würstel

Gekauft bei: Hofer

Das ist das Problem

Rabattpreise regen einerseits zum Kauf an, sorgen aber auch für Skepsis bei Kunden. Sind sogenannte Statt-Preise überhaupt reell? Oder wurden reguläre Produktpreise zuvor höher angesetzt, um dann einen Rabatt ausloben zu können?

Eine Konsumentin wollte bei Hofer FairHOF Cocktail Würstel kaufen, als sie eine interessante Entdeckung machte: Hinter dem aktuellen, roten Rabatt-Preisschild (statt 2,29 € nun 1,99 €) steckte das reguläre Preisschild (1,99 €). Sie fotografierte die Preisschilder und schickte uns das Bild. „Darf man das?“, wollte sie von uns wissen. Ist der auf dem roten Rabatt-Preisschild angeführte Preis ein „künstlicher“ Rabatt, der Kunden nur zum Kauf animieren soll?

Welche Werbung unzulässig ist

Nun: Ist der aktuelle Preis tatsächlich niedriger als der frühere, ist alles in Ordnung. Ist dem nicht so, wäre die Werbung mit jenem nicht den Tatsachen entsprechenden bisherigen Statt-Preis unzulässig.

Rechtlich in Ordnung

Hofer erklärte per Stellungnahme, dauerhaft preisgesenkte Produkte für einige Wochen mit einem roten Preisschild zu kennzeichnen, auf dem sowohl der Statt-Preis als auch der Neupreis angegeben sei. Danach werde ein neues Preisschild ohne Statt-Preis verwendet. Diese neue Preistafel habe das Personal in der betreffenden Filiale bereits vorbereitend hinter die rote Preistafel gesteckt.

Rechtlich gibt es an dieser Vorgehensweise an sich nichts auszusetzen, für Kunden bleiben zwei Preisschilder aber allemal verwirrend.

Nach einigen Wochen wieder teurer Preis

Einige Wochen später erhoben wir bei Hofer erneut den Preis der FairHOF Cocktail Würstel. Da wurde die Packung um 2,19 € angeboten und kam somit wieder teurer als während der Rabattaktion.

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Kommentare

  • Gängige Praxis
    von Mnemosyne am 02.02.2021 um 12:18
    Aufgrund der Verschwiegenheitspflicht, ist es Angestellten im Einzelhandel nicht erlaubt über diese Preistricks zu sprechen. Von einer Person, die in dem Bereich gearbeitet hat, habe ich erfahren wie alltäglich solche Strategien sind.

    Die meisten Angebote der Flugblätter sind eine solche Trickserei: Ein oder zwei Wochen vor der Auslobung von Aktionspreisen, werden die Preise der Produkte angehoben. Eben diese Differenz wird dann in den Flugblättern beworben. Wer sich die Mühe macht, kann solche Vorgänge selbst nachprüfen. Hier wird einem klar, wie trügerisch Flugblätter und Aktionsauslobungen sind und wie wenig einem solche Tricks helfen, Geld zu sparen. Und die Strategie wird in Drogerien ebenso angewendet wie im Lebensmittelhandel!

    Warum sind die Aktionstafeln eigentlich so oft rot? Auch das hat einen Grund. Ein vorallem blutfarbenes Rot spricht unseren Instinkt an (Gefahr, Verletzung / oder frisches Fleisch) und unser Blick wird geleitet. Am Ende des Tages ist es wichtig, sich nicht von den billigen, plakativen Marketingtricks verführen zu lassen und tatsächlich auf Bedarf zu kaufen. Den Supermärkten ist es egal, ob ihr +1 Lebensmittel aus dem 2+1 Angebot abgelaufen oder schimmlig im Biomüll landet! Sowie die Ware gekauft ist, hat der Handel schon gewonnen.