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Freie Marktwirtschaft: Unbeliebt

Kommentar von M. Tacha

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KONSUMENT 5/2016 veröffentlicht: 28.04.2016

Inhalt

Leserreaktionen

Preisfestsetzung der Unternehmen

Beim Lesen Ihres Artikels stößt mir einiges auf:

Sie haben Recht, dass man nicht überall den freien Wettbewerb findet und somit die Marktwirtschaft oft nicht so stattfindet, wie die Theorie es vorsieht. Aber es ist nicht die Aufgabe der Unternehmen, Verhältnisse der freien Marktwirtschaft herzustellen! Es ist Aufgabe des Staates, Kartelle zu unterbinden, Strukturvorgaben zu machen, bei der Infrastruktur die Fäden nicht aus der Hand zu geben (Wasser, Energie …..). Wenn der Staat die Post mehr und mehr privatisiert, na dann wird die Post eben zu dem, was sie laufend mehr und mehr wird.

Und komplett unverständlich ist der Satz:  "Freie Marktwirtschaft bedeutet, dass Firmen Einsparungen an die Kunden weitergeben." Ein Unternehmen wird sich freuen, wenn es Einsparungen erzielt und aus diesen Einsparungen möglichst Gewinne zu erzielen versuchen. Warum sollte das Unternehmen a priori den Preis im Verkauf absenken? Die Preisabsenkung ist höchstens eine Möglichkeit, mittels Preisführerschaft evtl. eine Gewinnmaximierung zu erreichen. Wie das Unternehmen Preise festsetzt, lassen Sie bitte das Unternehmen entscheiden!

Die Beschwerde über SB-Restaurants spricht Bände. Muss ich da hingehen? Muss ich zu Mc Speib gehen und dort einen gatschigen Burger essen?

Wenn Sie derartige Sätze schreiben, disqualifiziert Sie das leider.

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Kommentare

  • Freie Marktwirtschaft und Konsumenten
    von Malowan80 am 01.06.2016 um 15:13
    Freie Marktwirtschaft wird vom Grundsatz nie zu verbesserten Bedingungen für Arbeitnehmer und zu Vorteilen für Konsumenten führen. Es gelten zwei Ziele, die unerreichbar sind und daher nie zu Zufriedenheit führen (können). 1.) wird es nie schnell genug sein können bei Prozessen betreffend Arbeitnehmer, 2.) Gewinne, bzw. Profite können nie hoch genug sein. Das ist die Realität und wir sollten sie uns immer wieder in Erinnerung rufen. Norbert Hüttel
  • Kunsumverweigerung - gerne, aber wie?
    von ling am 10.05.2016 um 07:24
    @Retro: Theoretisch haben Sie Recht, praktisch hätte ich gerne ein Beispiel, an dem Sie "Konsumverweigerung" praktisch darlegen könnten. Solange "billig" vor "preiswert" kommt und grundsätzlich das Einkommen kaufentscheindend ist, wird sich das nicht realisieren lassen. Der Durchschnittshaushalt verfügt eben nicht über Managereinkünfte. Warum boomen Bioprodukte? Bestimmt nicht, weil sie sooo gesund sind und "kontrolliert" hergestellt werden, sondern sie sind einfach erschwinglich geworden. Und warum? Weil es sie mittlerweile in Massen gibt... Das Beispiel mit dem Bankkonto hinkt auch etwas. Natürlich kann man - globale - Bankomatgebühren nicht vermeiden (außer man hortet das Geld zuhause), doch bei den Bankgebühren sieht es schon besser aus. Wer Vertrauen zum Internet hat, kann bei einigen Anbietern praktisch kostenlos seine Geschäfte abwickeln. Vielfach scheitert ein Bankwechsel einfach an purer Bequemlichkeit, das gilt auch für Energieanbieter. Ein anderes Beispiel: Kunststoffflaschen und Flaschenmilch. Warum gibt es überwiegend Flaschen aus Kunststoff und nicht aus Glas? Milch in Flaschen habe ich schon "ewig" nicht mehr gesehen - ich meine richtige Glasflaschen und keinen Kunststoff. Hier wäre ein Umdenken auch eine Art Konsumverweigerung. Warum passiert hier nichts? Die Antwort überlasse ich Ihnen...
  • Freie Marktwirtschaft
    von Retro am 01.05.2016 um 17:28
    Auf den Punkt gebracht! Wie leider schon immer erfolgt eine stetige Umverteilung von unten nach oben. Der Kunde sitzt am kürzeren Ast und hat sehr sehr oft nicht die Wahl, sich in der freien Marktwirtschaft nach Alternativen umzusehen. Welcher Bankkunde hat z. B. schon die Möglichkeit von einem Konto Abstand zu nehmen, keine (geplanten) Bankomatgebühren zu zahlen bzw. die billigsten Anbieter herauszufinden? Und so geht es mit nahezu jedem Produkt. Die Alternative ist im Prinzip Konsumverweigerung. Vielleicht sollte die Masse endlich damit punkten!