Ökostrom

Grünes Mascherl

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KONSUMENT 4/2017 veröffentlicht: 30.03.2017

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Laut dem Ökostromgesetz aus dem Jahr 2001 ist Ökostrom „elektrische Energie aus den erneuerbaren Energieträgern Sonne, Wasser, Wind und Biomasse“. Doch manche Anbieter machen es sich da zu einfach.

Erneuerbare Energien gewinnen für Österreichs Konsumenten zunehmend an Bedeutung: Einer aktuellen Umfrage des VKI zufolge ist es für 37 Prozent der Befragten wesentlich, mit dem Bezug von Grünstrom einen Beitrag zu Förderung von erneuerbaren Energien zu leisten.

Strom: 30 % importiert

Laut Angaben der Statistik Austria werden etwa 30 Prozent des in Österreich verwendeten Stroms aus den unmittelbar ­angrenzenden Nachbarländern importiert. 17 Prozent des in Österreich erzeugten Stroms kommen nach wie vor aus der Verbrennung fossiler Energieträger.

Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom

Auch wenn der Ausbau erneuerbarer Energien voranschreitet, ist eines gewiss: Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Eine Bestimmung in der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien erlaubt den getrennten Handel von Strom und Herkunftsnachweisen. So wird in Österreich Strom unbekannter Herkunft (Grau­strom) gekauft, der auch Atomstrom und Strom aus Kohle enthält; der zusätzliche ­Ankauf von Wasserkraftzertifikaten ermöglicht es, dass auf der Stromrechnung des Kunden 100 Prozent Ökostrom aufscheinen.

Wasserkraftzertifikate zugekauft

"Besonders beliebt sind norwegische Wasserkraftzertifikate", weiß Andi Peter, Energieexperte beim Verein für Konsumenteninformation (VKI). Laut E-Control stammten im Jahr 2014 exakt 18,25 Prozent der eingesetzten Nachweise aus dem skandinavischen Land.

"In Norwegen wird in erster Linie Strom aus Wasserkraft erzeugt, und das ­wissen auch die Norweger. Die Zertifikate werden, weil sie schlicht und einfach nicht benötigt werden, an Stromhändler weiterverkauft", so Peter. Und so kann bei uns dann um ­wenige Cent grauer Strom zu Ökostrom ­umetikettiert werden.

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Bild: VKI