Senioren: Sicher und gesund alt werden

Schutz und Vorsorge

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KONSUMENT 11/2016 veröffentlicht: 27.10.2016

Inhalt

  • Die häufigsten Verletzungsrisiken
  • Wie Sie Gefahren im Haushalt vermeiden
  • Wenn es doch einmal schiefgeht: Haftpflicht- und Haushaltsversicherung

Dank guter medizinischer Versorgung und verbesserter Lebensumstände haben bei uns heute viele Menschen die Chance, ein hohes Alter zu erreichen. Und weil man mittlerweile um die Bedeutung richtiger Ernährung und ausreichender Bewegung weiß, bleiben immer mehr nicht nur im Kopf ewig jung, sondern auch körperlich beeindruckend fit. Das tut nicht zuletzt der Seele gut, denn Alter, Hilfsbedürftigkeit oder körperliche Schwächen gilt es in unserer auf ewige Jugendlichkeit, Aktivität und Leistungsfähigkeit getrimmten Gesellschaft möglichst lange hinauszuzögern. So wollen auch die wenigsten wahrhaben, dass vielleicht doch nicht mehr alles so läuft wie gewohnt – und leben in einem Wohnumfeld, das auf steigende Sicherheitsbedürfnisse keine Rücksicht nimmt.

Unfallrisiko-Gruppe Nummer eins

Jahrzehntelang haben die eigenen vier Wände, die Treppen im Haus, die Hauszufahrt wunderbar den eigenen Lebensgewohnheiten entsprochen. Bis zu dem Tag, an dem die hohen Treppenstufen plötzlich kaum noch zu bewältigen sind, an dem man auf einmal nur mit Mühe allein aus der Badewanne kommt oder an dem man sich eingestehen muss, dass sich die Beinahe-Unfälle im Alltag bedenklich häufen. Niemand ist vor einem Hoppala zu Hause, draußen im Garten oder auf der Straße gefeit, aber mit zunehmendem Alter lassen Beweglichkeit, Übersicht und Kraft nach, man wird schwerfälliger, die Knochen werden brüchiger und die Folgen eines Stolperers sind somit gravierender.

Höchstes Unfallrisiko

Und auch wenn den Jüngeren mehr Risikobereitschaft, Abenteuerlust und Unbedachtheit zugeschrieben wird, sind es in stark wachsendem Ausmaß die Senioren, die das höchste Unfallrisiko tragen: 2001 machten die über 65-Jährigen 42 Prozent der tödlich Verunglückten aus, 2011 waren es schon 67 Prozent. Auch die Zahl der Senioren, die nach einem Unfall in stationärer Behandlung landeten, stieg im etwa gleichen Zeitraum von 70.000 pro Jahr auf 90.000 (Quelle: KFV – Kuratorium für Verkehrssicherheit).

"Das zahlt sich nicht mehr aus!"

Dabei spielt natürlich eine wesentliche Rolle, dass es immer mehr ältere und vor allem hochbetagte Menschen gibt. Durch Zuliefer- und Betreuungsdienste wie Essen auf Rädern und Heimhilfe können viele von ihnen bis ins hohe Alter zu Hause, in den eigenen vier Wänden, leben. Doch dazu muss das Wohnumfeld auf die geänderten Sicherheitsbedürfnisse abgestimmt sein – und das möglichst schon, bevor sich körperliche und geistige Schwächen einstellen. Doch in der Blüte seines Lebens denkt man nicht gern an Alter und Hilfsbedürftigkeit; und wenn einmal nicht mehr alles so läuft wie gewohnt, begegnen viele den Umbauvorschlägen ihrer Angehörigen mit einem „Das zahlt sich für mich nicht mehr aus!“.
Dabei ließe sich oft schon mit einfachen Maßnahmen der häufigste Unfallgrund bei älteren Menschen vermeiden: Rund 85 Prozent der Unfälle zu Hause sind laut KFV Stürze. - Die unfallträchtigsten Bereiche im Haus sind dabei

  • der Wohn- und Schlafbereich
  • Treppen im Haus
  • die Küche

Häufige Mängel und Stolperfallen sind

  • im Weg stehende Möbel
  • fehlende Griffe oder Handläufe
  • unzureichende Beleuchtung

Kurze Wege ...

Manche Senioren entschließen sich rund um die Pension, wenn die Kinder aus dem Haus sind, zum Umzug in eine kleinere Wohnung, die den Bedürfnissen des neuen Lebensabschnitts besser entspricht und oft auch die Kriterien der Barrierefreiheit bereits berücksichtigt. Das wird von manchen Gemeinden finanziell unterstützt und reduziert in der Folge nicht nur die Kosten für Miete, Strom und Heizung, sondern auch den Aufwand für die Reinigung, Pflege und Instandhaltung des Haushalts.

... ohne Stufen

Aber auch wenn man lieber weiterhin in der gewohnten Umgebung bleiben will, kann man sich den Alltag einfacher und altersgerechter gestalten. Zum Beispiel, indem man den ständig genutzten Wohnraum etwas verkleinert und innerhalb der eigenen vier Wände umzieht, also etwa im Haus das Schlafzimmer vom ersten Stock ins Erdgeschoß verlegt, in der Wohnung das dem Badezimmer nächstgelegene Zimmer als Schlafraum nutzt oder das Wohnzimmer im ehemaligen Kinder- oder Gästezimmer ansiedelt, das zwar kleiner ist, aber südseitig liegt und deshalb heller und wärmer ist.

"Möglichst kurze Wege ohne Stufen und Schwellen“, lautet das Gebot der Stunde. Gehen Sie Ihre Wohnräume einmal in Gedanken durch und überlegen Sie sich, wo und wie ihre Nutzung vielleicht relativ einfach umorganisiert werden könnte.
 

PDF-Download: Lesen Sie das gesamte Konsument-extra " Sicher und gesund alt werden " (24 Seiten, auf Deutsch; Downloads in englischer, türkischer, kroatischer und serbischer Sprache finden Sie rechts)

 

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