Smoothies

Etiketten-Schwindel

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KONSUMENT 1/2017 veröffentlicht: 22.12.2016, aktualisiert: 27.01.2017

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Die gängige Praxis, bei Smoothies hauptsächlich Fruchtsaft statt der groß angekündigten Zutaten in die Flasche zu füllen, erbost viele Konsumenten. Der Berry Twist von Merkur nennt sich großspurig Beeren, Trauben u. Mango Smoothie und enthält hauptsächlich Orangensaft.

Dass der Inhalt nicht hält, was die Verpackung verspricht, gehört bei unserem Lebensmittel-Check seit Jahren zu den größten Aufregern. Vor allem zur Zusammensetzung von Smoothies erreichten uns auch 2016 wieder jede Menge Beschwerden. Wie kann es sein, ­fragen immer wieder verägerte Konsumenten, dass auf der Flasche hochpreisige Früchte ausgelobt werden, hauptsächlich aber billiger Apfel- oder Traubensaft eingefüllt wird?

Geschmack entscheidend?

Das fragen auch wir uns regelmäßig und ­bitten nach jeder Kundenanfrage die Her­steller um Stellungnahme. Die Antworten, die wir bekommen, sind praktisch immer ­die­selben. Entscheidend bei der Benennung der Smoothies ist nach Ansicht der Produzenten nicht, woraus sie hergestellt sind, sondern, wonach sie schmecken.

Fruchtpüree oder Fruchtmark

Im Unterschied zu einem Fruchtsaft besteht ein Smoothie zum Teil aus Fruchtpüree bzw. Fruchtmark. Dafür kommen ganze Früchte mit oder ohne Schale und ohne Kerne zum Einsatz. Gemischt mit Fruchtsaft bekommt das Ganze dann eine trinkbare, sämige Konsistenz. Smooth heißt übersetzt sanft, ­sämig, weich und beschreibt das angenehme Mundgefühl, das die halbflüssigen Produkte am Gaumen hinterlassen.

Frisches Obst erste Wahl

Smoothies können gelegentlich ein bis zwei Portionen Obst und Gemüse pro Tag ersetzen. Zwei Portionen nur, wenn in ihnen mehr als 50 Prozent Fruchtmark oder Fruchtpürre stecken. Aber egal wie perfekt die Säfte zusammen­ge­setzt sind: Auf Dauer gibt es zu Frischware keine Alternative. Frisches Obst und Gemüse sind noch immer erste Wahl.

Keine gesetzlichen Vorschriften

Nach wie vor existieren keine Vorschriften, was genau in einem Smoothie enthalten sein muss. Wir meinen, dass diese Säfte nur aus Früchten, also aus Fruchtmark oder Fruchtpüree, Direktsäften (keine Konzentrate!) und eventuell Fruchtstückchen bestehen sollten. Außerdem fordern wir mehr Mut zur Wahrheit. Dazu gehört zum Beispiel der Hinweis auf der Flaschenvorderseite, welche Früchte tatsächlich enthalten sind. Völlig indiskutabel ist für uns eine Produktaufmachung, die groß mit Obstsorten wirbt, die im Saft selbst kaum enthalten sind.

Beispiel: Der Berry Twist von Merkur nennt sich großspurig Beeren, Trauben u. Mango Smoothie und enthält hauptsächlich Orangensaft.

Berry Twist von Merkur: Saftanteil (Infografik: Doris Seyser)

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Kommentare

  • (Zugesetzer) Zucker
    von eNTi am 17.01.2017 um 11:42
    Auch hier gilt: Finger weg von diesen Zuckerbomben. Hier muss nicht einmal Zucker zugesetzt sein um den Wochenbedarf an Zucker leicht überschreiten zu können. Smoothies werden GENERELL als gesund verkauft. Die Faktenlage sieht hier allerdings anders aus und es ist stark von der Zusammensetzung abhängig. Prinzipiell gilt, je flüssiger, desto schlechter. Es muss auch hier ein Umdenken passieren und die Industrie wird sich auch hier nur mit Gewalt anpassen.
Bild: VKI