KONSUMENT.AT - Rechtschreibprüfung: unzuverlässig - Duden, Papyrus, Textmaker, Libre, Apple Pages

Rechtschreibprüfung: unzuverlässig

Duden, Papyrus, Textmaker, Libre, Apple Pages

Seite 1 von 1

KONSUMENT 7/2021 veröffentlicht: 24.06.2021

Inhalt

Das Schweizer Konsumentenmagazin "Saldo" die integrierten Korrekturfunktionen von kostenlosen und kostenpflichtigen Schreibprogrammen mit Onlinetools verglichen, die eine Rechtschreibprüfung zur Verfügung stellen.

Rechtschreibprüfung von Word ...

Als Bestandteil des Office-Pakets von Microsoft ist Word das meistverwendete Programm zur Erstellung von Texten aller Art. Seit Langem integriert ist eine im Hintergrund laufende automatische Rechtschreibprüfung, die von den einen geschätzt, von den anderen als störend empfunden wird. Jedenfalls lässt sie sich deaktivieren, wenn Sie unter „Datei", "Optionen", "Dokument­prüfung" das Häkchen vor "Rechtschreibung während der Eingabe überprüfen" entfernen. Dann können Sie die Rechtschreibprüfung immer noch auf Wunsch manuell starten. Dafür wechseln Sie zum Karteireiter „Überprüfen“ und klicken auf „Dokument überprüfen“ (in älteren Word-Versionen „Rechtschreibung und Grammatik“ genannt).

... ist nicht besonders zuverlässig

Unabhängig von den persönlichen Präferenzen muss man sagen, dass die Rechtschreibprüfung in Word nicht besonders zuverlässig ist. Diese subjektive Beobachtung bestätigte sich objektiv in einem Test unserer Kollegen vom Schweizer Konsumentenmagazin "Saldo“. Sie haben die integrierten Korrekturfunktionen von kostenlosen und kostenpflichtigen Schreibprogrammen mit Onlinetools verglichen, die eine Rechtschreibprüfung zur Verfügung stellen. Deren Nutzung ist in der Basisversion gratis, für den vollen Funktionsumfang (z.B. Prüfung von Texten mit unbegrenzter Zeichenanzahl) muss man monatlich einen bestimmten Betrag bezahlen.

100 Fehler eingebaut

Folgende Vorgangsweise wurde für den „Saldo“-Test gewählt: Der zu prü­fende Text war gespickt mit insgesamt 100 Fehlern aller Art, vom Tippfehler über falsche oder fehlende Satzzeichen bis hin zu Fallfehlern und falscher Groß- und Getrenntschreibung. Dann wurde verglichen, wie viele der 100 Fehler gefunden und wie viele davon wiederum tatsächlich richtig korrigiert wurden. Das Ergebnis: Keines der getesteten Programme und Tools ist auch nur annähernd perfekt.

Papyrus Autor am besten

Am besten schnitt das kostenpflichtige, pro­fessionelle Schreibprogramm Papyrus Autor mit 70 gefundenen und 52 richtig korrigierten Fehlern ab. Es hat den Duden Korrektor integriert, was vielleicht auch erklärt, warum die Online-Recht­schreibprüfung von duden.de im Test ein vergleichbares Ergebnis lieferte (wobei sie sogar 57 Fehler richtigstellte). Auch weitere Online-Tools wie www.corrector.co/de, www.onlinekorrektor.de oder www.rechtschreibpruefung24.de konnten mithalten. Sie korrigierten 52 bzw. 51 Fehler.

Schlusslicht Apple Pages

Unter den kostenpflichtigen Word-Alternativen schaffte es der Textmaker von Softmaker Office mit 46 Korrekturen ins Mittelfeld, während Word selbst, die kostenlosen Programme Google Docs und Libre Office sowie das Schlusslicht Apple Pages (auf Mac-Computern vorinstalliert, lediglich 16 Korrekturen) sehr deutlich dahinter zu liegen kamen.

Bedenken beim Datenschutz

Das Fazit von "Saldo“: Onlinetools können beim Ausbügeln von Textschnitzern hilfreich sein. Bei heiklen Inhalten bestehen aller­dings Datenschutzbedenken; selbst wenn die Anbieter betonen, die Texte nach der Prüfung sofort zu löschen.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
3 Stimmen