KONSUMENT.AT - Smartphones: Telefon oder Multifunktionsgerät - Billig oder preiswert?

Smartphones: Telefon oder Multifunktionsgerät

Kommentar von Gernot Schönfeldinger

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KONSUMENT 4/2021 veröffentlicht: 25.03.2021

Inhalt

Die Auswahl an verfügbaren Smartphones für jeden Anspruch ist groß. Der erste Schritt ist jedenfalls die Abklärung Ihrer persönlichen Anforderungen, der zweite die Suche nach Qualität zum vernünftigen Preis.

In jüngster Zeit haben wir uns viel mit dem Thema Smartphones beschäftigt. Unter anderem haben wir die Testergebnisse von 41 Modellen hochgeladen, wodurch unser aktueller Produktfinder nun insgesamt 114 Geräte enthält (und sein Vorgänger weitere 293). Auf was Sie beim Kauf achten können, erfahren Sie hier.

Secondhand

Im Artikel Gebrauchte Smartphones 3/2021 gehen wir außerdem auf den Gebrauchtkauf von Smartphones ein, der sowohl wirtschaftlich als auch dem Gedanken der Nachhaltigkeit entsprechend eine sinnvolle Option darstellt. Und schließlich haben wir in KONSUMENT 3/2021 einen Test von 16 Seniorenhandys in drei unterschiedlichen Bauformen veröffentlicht.

Interesse

Der Smartphone-Schwerpunkt hat sich nicht zufällig ergeben, sondern es haben uns diverse Anfragen zum Thema erreicht. Von überzeugten Handyverweigerern abgesehen, sind diese Geräte praktisch in allen Altersgruppen zu Alltagsbegleitern geworden. Nur die Ansprüche, Erwartungen und das Nutzungsverhalten unterscheiden sich.

Preis und Leistung

Schon mehrfach habe ich dafür plädiert, nicht billig zu kaufen, sondern auf ein vernünftiges Preis-Leistungs- Verhältnis zu achten. Das gilt für den Neu- ebenso wie für den Gebrauchtkauf. Wobei der grundlegende Ansatz ein anderer ist.

Entscheidungsfrage

Am Beginn steht nämlich die Entscheidung zwischen einem Telefon mit überschaubarem Zusatznutzen (Internet, E-Mails, Messenger) und einem computerähnlichen Multifunktionsgerät, mit dem man neben vielen anderen Anwendungen (nicht zuletzt unterschiedlichste Apps) auch telefonieren kann. Ist ein Telefon gewünscht, kann man viele technische Ausstattungsdetails vernachlässigen. Im anderen Fall sollte man das lieber nicht tun.

Leistungsfähigkeit

Die Alltagstauglichkeit eines Smartphones wird unter anderem durch seine Leistungsfähigkeit bestimmt. Dazu gehören zum Beispiel flottes und flüssiges Reagieren auf eingetippte Befehle, ein ebenso reaktionsschneller und berührungssensitiver Touchscreen sowie ein scharfes, helles Display mit ausgewogener Farbwiedergabe, das auch bei Sonnenlicht gut ablesbar ist. Weiters sollte es in der klassischen LCD-Ausführung nicht zu sehr blickwinkelabhängig sein, also auch bei seitlicher Betrachtung noch einigermaßen hell und erkennbar. Bei OLED-Displays tritt das Phänomen nicht auf.

Sensoren

Dazu kommen diverse Sensoren, deren Bedeutung man meist gar nicht kennt, deren Vorhandensein (bzw. deren Abwesenheit oder schlechtes Funktionieren) sich aber bei der Handhabung deutlich niederschlägt. Standard ist mittlerweile der Annäherungssensor. Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist das Abdunkeln des Displays, sobald man das Gerät ans Ohr hält. Eine ungewollte Fehlbedienung, z.B. durch die Wange, wird dadurch verhindert. Komfortabel ist der Umgebungslichtsensor, der die Displayhelligkeit sowie den Kontrast und die Farbsättigung automatisch an die Lichtsituation anpasst.

Navigation

Wesentlich komplexer ist das Thema Navigation. Es beinhaltet nicht nur das Autofahren, sondern genauso Rad- und Wandertouren oder das Finden eines Restaurants, der nächstgelegenen Apotheke oder einer Bushaltestelle, wenn man zu Fuß in einer fremden Stadt unterwegs ist. Und es beinhaltet in technischer Hinsicht mehr als nur den GPS-Sensor, der die Grundvoraussetzung für die Standortbestimmung darstellt. Dieses Satellitensystem allein ist relativ ungenau. Einen wichtigen Beitrag leistet daher der Lagesensor (auch: Rotationssensor oder Gyroskop), der die Lage des Gerätes im Raum erkennt.

Nebenbei werden die ermittelten Daten auch für die elektronische Bildstabilisierung beim Fotografieren und Filmen eingesetzt sowie – in Kombination mit dem Beschleunigungssensor – für Spiele-Apps, die über das Neigen des Smartphones gesteuert werden. Der Beschleunigungssensor ist ebenfalls für die korrekte Navigation von Bedeutung; etwa auch dann, wenn das GPS-Signal (z.B. im Tunnel) vorübergehend verloren geht.

Außerdem erkennt dieser Sensor, wenn man das Smartphone von der vertikalen in die horizontale Position dreht, und passt die Displayanzeige entsprechend an. Ergänzt werden die für die exakte Standortbestimmung notwendigen Daten durch jene des Magnetfeldsensors (auch: Magnetometer oder Kompass). Kompass und Gyroskop sind jene Sensoren, die bei preisgünstigen Smartphones häufig weggelassen werden.

Komfortfunktionen

Nicht übersehen sollte man jedenfalls, dass manches Detail, das vielleicht auf den ersten Blick als Komfortfunktion erscheint, einen weiteren, wichtigeren Zweck erfüllt. Zur Verdeutlichung: GPS kann von äußeren Störfaktoren beeinflusst werden und Abweichungen von mehreren Metern vom tatsächlichen Standort aufweisen. Das bedeutet beispielsweise, dass es unter Umständen nicht korrekt feststellen kann, auf welcher Straßenseite Sie sich gerade befinden. Nur im Zusammenspiel mit den weiteren Sensoren funktioniert die Navigation dann so flüssig und genau, wie man es sich erwarten würde.

Fotoqualität

Und auch wenn Sie sicher sind, dass Sie das Smartphone niemals zum Navigieren verwenden werden, möchten Sie ja eventuell damit fotografieren. Auch die Qualität der dafür zuständigen Sensoren ist nicht in allen Smartphones identisch und die Anzahl und somit die Vielseitigkeit der verbauten Kameras genauso wenig.

Fazit

Die Auswahl an verfügbaren Smartphones für jeden Anspruch ist groß. Der erste Schritt ist jedenfalls die Abklärung Ihrer persönlichen Anforderungen, der zweite die Suche nach Qualität zum vernünftigen Preis.

VKI-Experte Gernot Schönfeldinger

 

 

 


Dieses und viele weitere Themen finden Sie auch in meinem Technik-Blog unter: VKI-Blog: Technik-Spielplatz

 

 

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