KONSUMENT.AT - Dooring-Unfall: Radfahrerschutz - Kennen Sie den holländischen Griff?

Dooring-Unfall: Radfahrerschutz

Holländischer Griff

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KONSUMENT 10/2020 veröffentlicht: 24.09.2020

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Oft tragen geparkte Autos und plötzlich aufgerissene Autotüren zu Unfällen bei. Um solche Situationen zu vermeiden, wird in den Niederlanden ein Trick gelehrt. Praktizieren Sie den holländischen Griff?

Der Dutch Reach, auch niederländischer Griff oder Holländer-Griff, soll das Übersehen eines Radfahrers beim Öffnen der Tür eines geparkten Fahrzeugs verhindern. (Illustration: Flat vectors/shutterstock.com)

2019 wurden auf Österreichs Straßen 8.100 Radfahrer verletzt, ein Viertel davon schwer. 33 Radfahrer verunglückten tödlich. Ein Student der TU Wien hat 2018 für seine Bachelorarbeit festgestellt, dass in der Bundeshauptstadt jeder zehnte Unfall mit Radbeteiligung ein Dooring-Unfall war.

Unachtsam geöffnete Autotüren

Das sind jene Unfälle, die durch unachtsam geöffnete Autotüren passieren. Besonders hoch war das Risiko, zu verunglücken, dabei auf schmalen Mehrzweckstreifen, wo Radfahrer direkt an parkenden Autos vorbeigeführt werden. Auch wenn die Straßenverkehrsordnung vorschreibt, dass Türen nicht geöffnet werden oder offen bleiben dürfen, wenn das andere Straßenbenutzer gefährdet – Autoinsassen sind manchmal unachtsam. Um solche Situationen zu vermeiden, wird in den Niederlanden in Fahrschulen schon lange ein simpler Trick gelehrt.

Mehr Sicherheit mit diesem simplen Trick

Insassen eines Autos öffnen die Tür stets mit der von der Tür weiter entfernten Hand. Der Lenker also mit rechts, der Beifahrer mit links. Die Mitfahrer auf der Rückbank machen dasselbe. Dadurch dreht sich der Oberkörper automatisch zur Seite – und vorbeifahrende Radler oder E-Scooter-Fahrer werden besser gesehen. Der holländische Griff kostet also weder Kraft noch Zeit und verhindert doch mit großer Sicherheit, dass ein schwächerer Verkehrsteilnehmer übersehen wird.

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