KONSUMENT.AT - Greenwashing: Silans veganer Weichspüler - Natur­basiert heißt nicht unbedenklich

Greenwashing: Silans veganer Weichspüler

Natürlich bedenklich

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KONSUMENT 7/2021 veröffentlicht: 18.06.2021

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Silan wirbt mit einem veganen, naturbasierten Weichspüler. Natur­basiert heißt aber nicht gleich unbedenklich. Ist diese weiche Formulierung absichtlich so gewählt?

Bedenklich: Silan-Weichspüler von Henkel (Foto: Henkel)

Was uns stutzig gemacht hat: "Unglaubliche Weichheit und ein angenehmer Duft mit 99 % naturbasierten Inhaltsstoffen, 100 % vegan.“ Bei diesem Werbeslogan der Silan-„Naturals“-Weichspüler-Linie von Henkel witterte eine Konsumentin Greenwashing. Sie stieß sich daran, dass „ein umweltschädliches Produkt grün dargestellt wird“. Außerdem seien bei einem Weichspüler „bestimmt nicht 99 % der Inhaltsstoffe naturbelassen“. Ob das stimmt, versuchen wir in diesem Check zu klären.

Sind Sie über ein dreistes grünes Werbeversprechen gestolpert? Melden Sie es uns. Das Formular finden Sie auf  Greenwashing-Check:Hält das grüne Versprechen?

 

Der Check: Bei einer Straßenbefragung wüssten wohl Wenige die Antwort auf die Frage, was die Rohstoff-Basis von Weichspülern ist – also wenn sie nicht als „vegan“ beworben ­werden. Die Antwort ist wenig gustiös: Schlachtabfälle. Bei Silan Naturals werden die kationischen Tenside, die die Wäsche so schön weich machen, stattdessen aus Raps hergestellt.

Weichspüler im Abwasser

Über die Notwendigkeit, Weichspüler überhaupt zu verwenden, kann man trefflich streiten. Denn alles – sei es noch so „naturbasiert“ –, was über das Abwasser in die Umwelt gelangt, ist schon aus Prinzip kritisch zu hinterfragen. Darüber hinaus setzt Weichspüler die Wasseraufnahmefähigkeit von Textilien herab, was einen höheren Waschmitteleinsatz zur Folge hat. Und da Weichspüler in der Regel die Farbstoffe und Fasern von Textilien angreifen, müssen diese schneller aussortiert und nachgekauft werden, wodurch die Umwelt zusätzlich belastet wird. Immerhin: „Tierische“ wie „pflanzliche“ Tenside in Weichspülern müssen biologisch abbaubar sein; in den 1990er-Jahren war das noch nicht so – auch daher deren schlechtes Image.

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