KONSUMENT.AT - Biohof Kettler Haferflocken - Füllmengen-Angabe und Sichtfenster beachten

Biohof Kettler Haferflocken

Verpackung zu groß

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veröffentlicht: 24.08.2021

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Was alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Das Sichtfenster auf der unteren Kartonhälfte lässt auf eine gut gefüllte Packung schließen. Dass dem nicht so ist, zeigt sich erst nach dem Öffnen.

Das steht drauf: Biohof Kettler Haferflocken

Gekauft bei: Bei Denns und anderen Bio-Märkten erhältlich

Das ist das Problem

Die Bio-Haferflocken vom Biohof Kettler sind im tief angesetzten Sichtfenster des Verpackungskartons gut sichtbar, doch öffnet man den Karton, überrascht der niedrige Füllstand der doch relativ großen Verpackung. Eine Konsumentin schreibt uns, dass ihr der große Karton im Vergleich zur Menge der Haferflocken negativ aufgefallen ist: „Die in einem Bioladen in Krems gekauften Haferflocken der Firma Biohof Kettler kämen statt mit der 30-cm-Packung mit einer um 8 cm weniger hohen aus. So viel Platz ist frei.“

Viel Luft nach oben

Wir haben uns die Haferflocken vom Biohof Kettler angesehen und festgestellt, dass der Karton sogar nur bis etwa zur Hälfte befüllt ist. Schüttelt man den Karton vor dem Öffnen, wie es auch beim Transport auf dem Heimweg geschehen kann, ist die Oberkante der Haferflocken-Füllmenge sogar durch das Sichtfenster erkennbar. Bei einem Inhalt von 500 Gramm Haferflocken ist da ziemlich viel Luft nach oben!

Ressourcenschonende Verpackung gewünscht

Regionale Bio-Haferflocken wie jene der Firma Kettler sind ein qualitätsvolles Lebensmittel. Doch von einem Bio-Unternehmen erwarten Konsumentinnen und Konsumenten auch einen ressourcenschonenden Umgang mit dem Verpackungsmaterial. Wir haben bei der Firma Kettler nachgefragt, ob es nicht möglich wäre, die Haferflocken in einem kleineren Karton zu füllen.

Von der Handabfüllung zur Automatisierung

Ganz so einfach scheint das allerdings nicht zu sein. Das Bio-Unternehmen Kettler erklärt, dass es als Direktlieferant für Bioläden anfänglich alle Produkte per Hand in Säcke abgefüllt habe. 2018 sei die Firma aufgrund von Auflagen der Lebensmittelbehörde auf Verpackungskartons mit automatischer Befüllung umgestellt worden. Aus ökologischen Überlegungen habe man versucht, mit drei Kartongrößen mit den Dimensionen für ein viertel, ein halbes und ein Kilogramm Füllung auszukommen.

Flocken voluminöser als Körner

Unterschiedliche Gewichte von Getreide und anderem Packungsinhalt wie beispielsweise Sonnenblumenkernen erfordern größere Packungen, lässt uns die Firma Kettler wissen. Da Flocken generell ein größeres Volumen haben als ganze Körner, würden 500 Gramm Haferflocken nicht in die 0,5 Kilogrammpackung für Getreidekörner passen. Kettler füllt diese deshalb in die 1-Kilogramm-Packungen ab, die dann nicht voll werden. Zudem sei auf der Verpackung angeführt, wie viel Gramm Flocken sie enthalten. Deshalb handle es sich um keine „Konsumententäuschung“, informiert uns Kettler.

Vor dem Hintergrund der geschilderten Erfahrungen mit Verpackungsgrößen mag das Dilemma des nicht vollständig gefüllten und übergroßen Kartons verständlich sein. Auf der anderen Seite ist auch der Wunsch von Konsumentinnen und Konsumenten nachvollziehbar: Gerade von einem Bio-Unternehmen erwarten sie der Größe angepasste Verpackungen. Es bleibt die Frage, ob nicht doch Luft nach oben zu einer stimmigeren Lösung vorhanden wäre.

Auf Angabe zur Füllmenge achten

Da von der Größe einer Packung oft nicht auf die enthaltene Produktmenge zu schließen ist, empfiehlt es sich, bei Getreide, Flocken, etc. auf die angegebene Füllmenge und etwaige Sichtfenster zu achten.

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