KONSUMENT.AT - Frosta Gemüsepfanne alla Toscana - Freiwillige Herkunftshinweise beachten

Frosta Gemüsepfanne alla Toscana

Weit gereist

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veröffentlicht: 08.04.2021

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Diesmal im Lebensmittel-Check: eine Tiefkühl-Gemüsemischung mit weit gereisten Zutaten.

Das steht drauf: Frosta Gemüsepfanne alla Toscana

Gekauft bei: Merkur

Das ist das Problem

Tiefkühlgemüse ist praktisch. Kein Putzen, kein Waschen, kein Zerkleinern. Das Gemüse einfach aus der Packung nehmen, nach Anleitung zubereiten bzw. weiterverarbeiten – fertig. Bei Tiefkühl-Gemüsemischungen hat man obendrein mehrere Sorten Gemüse in einem Produkt und braucht nicht jede einzeln zu kaufen.

Eine Konsumentin hatte einen Beutel Frosta Gemüsepfanne alla Toscana erstanden, die Packungsaufschrift gelesen, und sie war perplex. Denn die Zutaten dieser Gemüsepfanne stammten aus vielen verschiedenen Ländern: aus Mexiko, Ecuador, Brasilien, China, Deutschland (dort hat Frosta seinen Sitz) und aus etlichen anderen EU-Staaten. Sie schrieb uns: „Ich bin entsetzt und enttäuscht gleichzeitig, dass Frosta dieses Gemüse so toll bewirbt und dann aus allen möglichen Ländern die Zutaten dazu bezieht, wo es gewisse Sachen auch regional bei uns gäbe.“

Meist ohne Herkunftsangabe

Bei Tiefkühlgemüse besteht keine Pflicht zur Herkunftsdeklaration. Dementsprechend ist auch bei Tiefkühlgemüse-Mischungen meistens nicht angegeben, woher die einzelnen Zutaten kommen (dasselbe gilt übrigens für Tiefkühlobst und Tiefkühlobst-Mischungen). Es gibt aber auch Hersteller wie Frosta, die die Herkunft des Gemüses aus freien Stücken auf der Produktpackung angeben. Wir begrüßen das sehr!

Deklaration freiwillig

Doch manchmal verursacht die freiwillige Herkunftsdeklaration auch Irritation bei Kundinnen und Kunden, wie man am Beispiel der Frosta Gemüsepfanne alla Toscana sieht. Wer vermutet schon, dass die Zutaten so einer Gemüsemischung aus der ganzen Welt stammen? Noch dazu, wo doch die meisten enthaltenen Zutaten (z.B. Brokkoli, Zucchini, Tomaten) auch in Deutschland (dem Firmensitz von Frosta) wachsen.

Transparenz bei den Zutaten begrüßenswert

Anzunehmen, dass auch in Gemüse- und Obst-Tiefkühlmischungen anderer Hersteller viel Importware verarbeitet ist. Es wäre gut, wenn diese die Ursprungsländer der Zutaten ebenso transparent angäben wie Frosta.

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Kommentare

  • Kein Grund zur Aufregung
    von Mag Zirnig am 07.07.2021 um 15:41
    Das Entsetzen der erwähnten Konsumentin kann ich absolut nicht nachvollziehen. Seit mehreren Jahrzehnten sind unsere Supermärkte voll von Produkten, die aus aller Welt kommen und die gleichzeitig auch bei uns regional angebaut werden. Warum sollte das bei Tiefkühlgemüse anders sein? Ausländische Produkte federn Missernten ab, wie die ägyptischen Kartoffeln nach der klimabedingten Missernte 2018 in Österreich, sie verlängern die Saison, in der Obst und Gemüse angeboten wird und sie machen diese gesunden Lebensmittel auch für Leute mit schmaler Geldbörse erschwinglich. Die Nachfrage regelt das Angebot. Jeder einzelne Konsument hat es in der Hand, auf ausländische Lieferungen zu verzichten und regional einzukaufen. Wenn trotzdem so viel Internationales angeboten wird, sollte man, wenn überhaupt, über seine Mitverbraucher entsetzt sein als über die Anbieter.