La vache qui rit

Mal mehr, mal weniger Käse

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veröffentlicht: 28.02.2019

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Eckerlkäse-Packungen mit unterschiedlicher Füllmenge. 

Das steht drauf: La Vache qui rit

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Eine KONSUMENT-Leserin hatte vor Kurzem eine Schachtel La Vache qui rit gekauft und staunte nach dem Aufmachen nicht schlecht. Denn anders, als sie es kannte, war die Schachtel diesmal lockerer mit Eckerlkäse gefüllt. Sie fotografierte die geöffnete Schachtel und schickte uns das Bild. „Die Eckerl von La Vache qui rit werden nicht nur immer flacher, sondern auch kleiner“, schrieb sie dazu. Wir fragten beim Hersteller Bel nach.

Unterschiedliche Mengen für verschiedene Zielgruppen?

Demnach wird das Produkt in zwei Formaten angeboten: Die Ware für die österreichischen Lebensmittelketten umfasse 140 g pro Packung, das Produkt für den ethnischen Markt 120 g pro Packung. Auf diese Weise wolle man die unterschiedlichen Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen bedienen, erklärte das Unternehmen in seiner Stellungnahme. In Österreich seien beide Formate von La Vache qui rit seit mehreren Jahren unverändert auf dem Markt.

Wer hat das Bedürfnis nach weniger Käse?

Diese Argumente können wir nun gar nicht nachvollziehen. Warum gibt es für den „ethnischen Markt“ eine andere Füllmenge? Und welche anderen Bedürfnisse sollen Personen dieser Zielgruppe haben, dass sie 20 g weniger Produkt pro Packung erhalten? Und warum sollte überhaupt jemand das Bedürfnis nach einer schlechter gefüllten Packung Eckerlkäse haben, wenn es auch besser gefüllte gibt?

Übrigens: Wie man sieht, hätte auch in der 140er-Schachtel mehr Käse Platz. Vermutlich waren hier einmal 150 Gramm drinnen, bevor um 10 Gramm „abgespeckt“ wurde …  Wir fragten nochmals nach. Laut Bel wird für den ethnischen Markt ein in ganz Europa einheitliches Produkt verwendet, das zum Zeitpunkt der Einführung in Österreich bereits existiert hatte und nicht extra angepasst wurde. Der Grund für die gemeinsame Nutzung auf europäischer Ebene liege in der Deklaration und Auslobung in arabischer Schrift.

Packungsgröße an Füllmenge anpassen!

Aha. Aber warum die Packungen für österreichische Lebensmittelketten 140 g Käse, die Packungen für den ethnischen Markt higegen nur 120 g Käse enthalten, ist uns nach wie vor nicht klar. Wir meinen, dass der Hersteller die Packungsgröße an die jeweilige Füllmenge anpassen sollte. Alles andere ist weder konsumenten- noch umweltfreundlich.  

 

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