KONSUMENT.AT - Milupa Feiner Grieß - Zutatenliste genau lesen

Milupa Feiner Grieß

Hauptsächlich Reismehl

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veröffentlicht: 14.05.2020

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Babybrei mit der Bezeichnung „Feiner Grieß“, der in erster Linie aus Reismehl hergestellt ist.

 

Das steht drauf: Milupa Feiner Grieß

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Milupa Feiner Grieß – ein milchfreier Getreidebrei – wird für Babys nach dem 4. Monat angeboten. Laut Duden ist Grieß ein „körnig gemahlenes geschältes Getreide (besonders Weizen), das zum Kochen verwendet wird“.

Viele Konsumenten erwarten von einem als „Feiner Grieß“ bezeichneten Produkt, dass es aus Getreidesorten wie Weizen oder Dinkel erzeugt ist. So auch jene Kundin, die sich bei uns über „Milupa Feiner Grieß“ beschwerte, nachdem sie dessen Packungsaufschrift vollständig gelesen hatte: „1. Mal gekauft und nie wieder. Das hat nichts mit Grieß zu tun.“ Laut Zutatenliste besteht das Produkt aus 95,2 % Getreide (70 % Bio-Reismehl, 25,2 % Bio-Maisgrieß), Bio-Tapiokastärke und Vitamin B1.

Hauptsächlich Reismehl und Maisgrieß

Der Ärger der Kundin ist nachvollziehbar. Wer rechnet denn nach dem ersten flüchtigen Blick auf die Packung damit, dass ein als „Feiner Grieß“ bezeichnetes Produkt hauptsächlich aus Reismehl und Maisgrieß besteht? Und dass es überhaupt keinen Weizengrieß enthält. Wären die Hauptzutaten gleich vorn auf der Packung groß und deutlich angegeben, wüssten Kunden auf Anhieb besser über die Produktbeschaffenheit Bescheid.

Weizen, Dinkel, Roggen anfangs in kleinen Mengen 

Babys sollten bis zum Beginn des 5. Lebensmonats ausschließlich gestillt werden. Danach – ab Beginn des 5. Monats bis spätestens Anfang 7. Monat – ist es an der Zeit, zusätzlich Beikost zu geben. Laut „Richtig essen von Anfang an!“ (das ist ein Gemeinschaftsprogramm der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, des Gesundheitsministeriums und des Dachverbandes der österreichischen Sozialversicherungen) können mit dem Beginnen der Beikost kleine Mengen an glutenhaltigem Getreide wie Weizen, Dinkel oder Roggen gegeben werden. Damit ließe sich in gewissem Maße der Entstehung einer Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) vorbeugen. Wer an Zöliakie leidet, muss sich lebenslang glutenfrei ernähren.

Gehäufter Teelöffel Grieß

Anfangs sollten es nicht mehr als 7 g glutenhaltige Getreideprodukte pro Tag sein. Diese Menge entspricht z.B. einem gehäuften Teelöffel Grieß. Der Zusatz von glutenhaltigem Getreide (z.B. Weizen) wäre bei Milupa Feiner Grieß also theoretisch möglich. Milupa setzt bei seinem Feinen Grieß vermutlich auf glutenfreie Zutaten, um einen zu hohen Verzehr von glutenhaltigem Getreide bei Einführung der Beikost zu vermeiden.

Verpackung: rasche Erkennbarkeit des Inhalts wünschenswert

Das ändert aber nichts daran, dass schon nach dem ersten flüchtigen Blick auf die Packung zu erkennen sein sollte, aus welchen Getreidearten dieses Produkt besteht.  

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