Vöslauer Zitrone

Aroma statt Zitrone

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veröffentlicht: 30.10.2018

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: ein Erfrischungsgetränk, das mit Zitrone wirbt, aber keine Zitrone enthält.

Das steht drauf: Vöslauer Zitrone

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Eine Flasche Vöslauer. Vorn auf dem Etikett wird in großen Lettern „Zitrone“ und in etwas kleinerer Schrift „ohne Kalorien“ angekündigt. Daneben, auf der Seite der Flasche, steht zusätzlich „ohne Zucker“, „ohne Süßstoffe“ und „mit Zitrone“. 

Mit oder ohne Zitrone?

Wenn Zitrone auf der Flasche so deutlich als Zutat angepriesen wird, wird das Getränk wohl auch tatsächlich Zitrone enthalten, meinte eine KONSUMENT-Leserin. Sie kaufte eine Flasche. Aber dann: „Auf diesem Etikett ist in Großbuchstaben OHNE KALORIEN, OHNE ZUCKER, OHNE SÜSSSTOFF, MIT ZITRONE angeführt. Ich stelle nichts davon in Abrede – bis auf MIT ZITRONE! In der Zutatenliste findet sich ZITRONE nämlich NICHT“ schrieb sie uns empört.

Zitronenaroma statt Zitrone

In der kleingedruckten Produktkennzeichnung auf der Flaschenrückseite ist Zitrone tatsächlich kein Thema mehr. In der Sachbezeichnung ist das Produkt als „kalorienfreies Erfrischungsgetränk mit Zitronengeschmack“ deklariert und besteht laut Zutatenliste aus natürlichem Mineralwasser, Kohlensäure, natürlichem Zitronenaroma und dem Säuerungsmittel Citronensäure. Also Zitronenaroma und Citronensäure statt Zitrone. Für viele Kunden wohl eine herbe Enttäuschung. 

Wie so oft gilt auch hier: Auf Produktbezeichnungen und -aufmachungen ist nicht immer Verlass. Nur in der Zutatenliste wird genau angeführt, woraus ein Produkt besteht. 

Aroma: 95 % Zitrone

Ist bei natürlichem Aroma eine Quelle angegeben – zum Beispiel „Zitrone“ –, muss das Aroma zu mindestens 95 Prozent aus dieser Quelle erzeugt sein. Natürliches Zitronenaroma muss also zu mindestens 95 Prozent aus der Zitrone stammen. Die verbleibenden fünf Prozent anderer Ausgangsstoffe können natürliche Schwankungen im Aroma oder Aromaverluste ausgleichen oder dem Aroma eine besondere Note verleihen.

Missverständnisse vermeiden

Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte schon vorn auf dem Etikett groß und deutlich darauf hingewiesen werden, dass das Produkt aromatisiert ist. Vöslauer kündigte in seiner Stellungnahme an, die Anregung bei der künftigen Etikettengestaltung zu berücksichtigen. Das ist erfreulich zu hören. Wir bleiben dran. 
 

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