Zimt: Cassia oder Ceylon?

Welche Sorte steckt in der Packung?

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veröffentlicht: 08.02.2018

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Was Konsumenten alles zugemutet wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Zimtpackungen, auf denen man die Deklaration der Sorte oft vergeblich sucht.

Das steht drauf: Zimt gemahlen, Zimt ganz, Bio-Zimt gemahlen

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Die wirtschaftlich bedeutendsten Zimtsorten sind Cassia- und Ceylon-Zimt. Ceylon-Zimt stammt aus Sri Lanka, Cassia-Zimt aus China. Der teurere Ceylon-Zimt ist feiner im Aroma, Cassia kräftiger und leicht süßlich.

Cumarin in hohen Dosen leberschädigend

Zimt enthält von Natur aus den Aroma- und Duftstoff Cumarin. Dieser Stoff kann in hohen Dosen Leberschäden verursachen. Cassia-Zimt (auch China-Zimt genannt) enthält mit 2 g Cumarin/kg Zimt deutlich mehr als Ceylon-Zimt (auch als Kaneel-Zimt bezeichnet) mit 0,02 g/kg.

Für bestimmte Lebensmittel wie „traditionelle/saisonale Backwaren“ gelten in der EU Cumarin-Höchstwerte. Untersuchungen zeigten, dass diese Höchstmengen von den Herstellern in der Regel eingehalten bzw. nicht ausgeschöpft werden.

Cumarinhaltige Lebensmittel

Für Erwachsene sind gekaufte cumarinhaltige Lebensmittel nur dann eine Gefahr für die Gesundheit, wenn sie täglich in sehr große Mengen gegessen werden. Bei Kindern ist das anders. Sie können aufgrund ihres geringeren Körpergewichts bald einmal zu viel Cumarin aufnehmen. Kleinkinder mit einem Körpergewicht von 15 kg sollten laut dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beispielsweise nicht mehr als 30 g Zimtsterne (ca. 6 kleine Zimtsterne) oder 100 g Lebkuchen täglich essen. Ein Erwachsener mit einem Körpergewicht von 60 kg könnte hingegen mehr als 120 g Zimtsterne (ca. 24 kleine) oder 400 g Lebkuchen pro Tag essen, wenn keine anderen Cumarinquellen hinzukommen.

Für Zimtstangen oder gemahlenen Zimt sind jedoch keine Höchstmengen festgelegt. Wird Zimt zu Hause gerne verwendet, ist Vorsicht geboten. Wer regelmäßig und in größeren Mengen mit Zimt würzt, sollte vorsorglich auf cumarinarmen Ceylon-Zimt zurückgreifen. Doch das ist in der Praxis gar nicht so einfach, weil die Zimtsorte nicht auf der Packung stehen muss; manche Anbieter deklarieren die Sorte aber aus freien Stücken.

Angaben auf den Verpackungen

Wir haben uns bei Spar, Hofer, Interspar, Billa und Merkur umgesehen, welche Hersteller die Zimtsorte auf der Verpackung angeben. Hier das Ergebnis:

Marke Bezeichnung Sortenkennzeichnung Sorte
Kotanyi Zimt gemahlen nein -
Kotanyi Zimt ganz nein -
Kotanyi Bio Zimt gemahlen nein -
Spar Zimt gemahlen ja Ceylon
Erwin Kotanyi Selection Zimt gemahlen ja Ceylon
Alnatura Zimt gemahlen ja Ceylon
Fuchs Zimt gemahlen nein * -
Le Gusto Zimt gemahlen nein -

* Fuchs enthält laut Stellungnahme beide Sorten, also Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt. Beide Sorten werden auf der neuen Verpackung, die uns der Hersteller übermittelt  hat, auch beschrieben. Welcher Anteil der Sorten jeweils enthalten ist, wird nicht erwähnt. (laut Hersteller 60 % Ceylon- und 40 % Cassia-Zimt)

Fazit

Die Sorte war damit bei lediglich drei von acht Produkten auf der Packung angeführt. Zur Nachahmung empfohlen: Alnatura gibt auf der Packung des von Natur aus cumarinarmen Ceylon-Zimts den Hinweis „Zimt enthält von Natur aus Cumarin. Experten raten zu sparsamer Verwendung“.

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