Palmöl: Die Schattenseiten

Unbedenkliche Produkte gesucht

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KONSUMENT 2/2017 veröffentlicht: 26.01.2017

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Wer sich umweltschonend ernähren will, sollte sich mit der Fastenzeit anfreunden. - "Kunde König", ein satirischer Kommentar von Alois Grasböck.

KONSUMENT-Kolumnist Alois Grasböck
Alois Grasböck

Palmöl überall

Lang dürfte es nicht mehr dauern, bis die Technik so weit ist, dass jedes Handy als allwissender Kaufberater einsetzbar ist. Dann aktiviert man als Kunde zum Beispiel die Palmöl-Warnung und wundert sich, wie oft das Gerät im Supermarkt Alarm schreit. Schnell tippt man die Frage ein, ob es überhaupt noch Produkte ohne Palmöl gibt. Antwort: Bei Grammelfett stehen die Chancen gut.

Palme frisst Regenwald

Seufz. Es ist ein Jammer. Über Generationen hinweg waren Palmen quasi Sehnsuchtspflanzen, die in Träumen von tropischen Stränden vorkamen, und das einzige Öl, an das man dabei dachte, war Sonnenöl. Doch jetzt hört man immer öfter, dass Ölpalmen gewaltige Schattenseiten aufweisen. Unter anderem fressen sie unseren Regenwald.

Unseren Regenwald, jawohl, weil wir ihn fürs Klima und für den Sauerstoff brauchen. Aber sobald wir ein Handy mit Palmöl-Warnung haben, wird es auch bei eiligen Einkäufen leichter sein, ein Zeichen zu setzen.

Lieber Heidelbeeren aus Peru?

Tippen wir noch eine Frage ein: Durch welche Produkte wird dem Regenwald garantiert kein Schaden zugefügt? Erste Antwort: Durch Wintergurken und Paradeiser aus Spanien. Dort gibt es schon deshalb keinen Wald, weil das halbe Land mit Gewächshäusern aus Plastik bedeckt ist.

Zweite Antwort: Heidelbeeren aus Peru sind regenwaldtechnisch unbedenklich. Außerdem schaden sie der Umwelt nicht, weil die Transportflugzeuge mit Bio-Kerosin fliegen.

Bio-Kerosin? Da will wohl unser Zweithirn, also das Handy, das gute alte Ersthirn für dumm verkaufen. Oder, noch schlimmer: Eine Lobby treibt im Netz ihr Unwesen und manipuliert das Einkaufsverhalten mit faulen Tricks.

Zurück zu Kraut und Erdäpfeln

Es ist wahrlich nicht leicht, sich umweltfreundlich und gesund zu ernähren, weil es vor Ratschlägen nur so wimmelt. Ein Beispiel: Esst Fisch, der ist gesund! Gegenstimme: Halt, die Meere sind überfischt und mit Schadstoffen belastet!

Falls jemand etwas völlig Unbedenkliches sucht: Wie wär‘s mit Kraut und Erdäpfeln? Auch als Diät für die Fastenzeit geeignet!


Lesen Sie auch unseren Bericht: Palmöl - Teil 1: Überall enthalten 2/2017 .

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