KONSUMENT.AT - Baby-Milchpulver mit Mineralölrückständen - Was sollen betroffene Konsumenten tun?

Baby-Milchpulver mit Mineralölrückständen

Nestlé und Novalac betroffen

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veröffentlicht: 24.10.2019

Inhalt

Die Verbraucherorganisation foodwatch fordert den sofortigen Rückruf von Säuglingsmilch-Produkten der Firma Nestlé. Untersuchungen ergaben, dass diese mit gesundheitsgefährdendem Mineralöl belastet sind.

Insgesamt 16 Säuglingsmilch-Produkten aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden hat foodwatch testen lassen. Von den vier in Deutschland und auch Österreich vertriebenen Produkten konnte die Verbraucherorganisation Rückstände aromatischer Mineralöle (MOAH) in folgenden drei Produkten nachweisen:

Wir empfehlen, die belasteten Produkte nicht weiter an Babys zu füttern. (Bild: foodwatch.org)

Novalac Säuglingsmilchnahrung PRE, 400g (in Apotheken erhältlich)
Nestlé BEBA OPTIPRO PRE Pulver, 800 g, von Geburt an
Nestlé BEBA OPTIPRO 1 Pulver, 800 g, von Geburt an

Produkte nicht verwenden: potenziell krebserregend

Die festgestellten aromatischen Mineralölrückstände "gehören definitiv nicht in Lebensmittel", meint Birgit Beck, VKI-Ernährungswissenschafterin. Auch die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA stuft sie als potenziell krebserregend und erbgutschädigend ein. Deshalb sollten sie selbst in kleinsten Mengen nicht in Lebensmitteln enthalten sein und stellen ein besonderes Risiko für Säuglinge und Kinder dar.  Eltern rät Beck bezüglich der beanstandeten Produkte daher: "Ich würde sie derzeit nicht verwenden, außer es gibt Entwarnung." 

Weichen Sie auf Ersatzprodukte aus!

Die Mengen an aromatischen Mineralölen (MOAH), die foodwatch in den Babymilchprodukten gefunden hat, können keine direkt eintretenden Krankheitssymptome verursachen. Ein Arztbesuch ist daher nicht erforderlich. Um das Risiko einer späteren Erkrankung zu vermeiden, empfehlen wir aber, nicht die besagten Produkte und keine MOAH-belastete Ersatzmilch zu verwenden.

Nach bisherigem Wissensstand ist offenbar die Verpackung von Weißblechdosen der Verursacher. Als Alternative gibt es z.B. in Beutel oder Kartonumverpackung gefülltes Milchpulver. "Bei einem Test solcher Produkte hat der VKI im Jahr 2016 keine dieser Substanzen nachgewiesen", so Beck.

Keine gesetzlichen Grenzwerte 

Birgit Beck hebt die "schwierige Analytik" in Österreich hervor: Vor einigen Jahren wurde in einem unserer Tests MOAH in Schokoladen nachgewiesen. "Damals konnte das in Österreich noch kein Labor, später dann nur mit hohen Nachweisgrenzen. Mittlerweile gibt es aber Labore, die das ganz gut können." Die Gesundheitsgefahren im Zusammenhang mit MOAH seien zwar bekannt, aber vergleichsweise neu. Deshalb fehlten bislang gesetzliche Grenzwerte.

Foodwatch fordert nicht nur den Rückruf und Verkaufsstopp der betroffenen Produkte, sondern auch Null-Toleranz beim Nachweis in Säuglingsnahrung. Die Pressestelle von Nestle Österreich kündigte eine Stellungnahme an. 

FAQ 

Haben Sie die besagten Produkte der Firma Nestlé oder Novalac zu Hause und noch offene Fragen? Die wichtigsten Antworten zu Mineralöl in Säuglingsmilch hat foodwatch auf folgender Website zusammengefasst:

Foodwatch: Fragen und Antworten zu Mineralöl in Säuglingsmilch

 

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