KONSUMENT.AT - Lebensmittel-Checks 2018: dreiste Schmähs - VKI-Tipps

Lebensmittel-Checks 2018: dreiste Schmähs

Bilanz des Ärgers: unsere LeserInnen haben gewählt!

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KONSUMENT 2/2019 veröffentlicht: 31.01.2019

Inhalt

VKI-Tipps

  • Mogelpackungen auf die Schliche kommen. Grundpreise vergleichen. Auf Gewicht und Nettofüllmenge achten. Packung schütteln oder ab tasten, um abzuschätzen, wie viel Produkt sie enthält. Undurchsichtige, luftgefüllte  Beutel gegen das Licht halten (manchmal scheint durch, wie viel tatsächlich drin ist).
  • Produktzusammensetzung erkennen. Zutatenliste genau lesen. Nach der sogenannten QUID-Regelung (QUID = quantitative ingredients declaration) müssen extra ausgelobte Zutaten bzw. Zutaten, nach denen das Produkt benannt ist, zusätzlich in Prozent ausgewiesen sein. Nicht blenden lassen: Auf vollmundige Anpreisungen und schöne Bilder auf der Packung ist nicht immer Verlass.
  • Nährwertangaben lesen. Orientieren Sie sich in der Nährwerttabelle an den Nährwertangaben pro 100 g bzw. pro 100 ml. Die Portionsgrößen der Hersteller sind oft unrealistisch klein und täuschen auf diese Weise einen geringeren Fett-, Zucker- und Kaloriengehalt von Produkten vor.
  • Herkunftsland nicht immer deklariert. Die Angabe des Ursprungslands ist derzeit nur bei bestimmten Lebensmittelgruppen Pflicht, z.B. bei frischem, unverarbeitetem Rindfleisch, bei den meisten frischen Obst- und Gemüsesorten, bei frischen Eiern. Bei verpacktem, unverarbeitetem, frischem, gekühltem oder gefrorenem Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch sind die Angaben „Aufgezogen in ...“ und „Geschlachtet in ...“ verpflichtend.
  • Aus Österreich? Hinweise wie „hergestellt in Österreich“ oder die Abbildung einer rot-weiß-roten Fahne auf der Packung sagen nichts über die tatsächliche Herkunft eines Produktes oder seiner Rohstoffe aus. Bei Produkten mit dem rotweiß-roten AMA-Gütesiegel stammen die wertbestimmenden Rohstoffe aus Österreich. Mit dem ovalen Genusstauglichkeits- oder Identitätskennzeichen wird nur die Einhaltung der Hygienevorschriften bestätigt. Länderkürzel (z.B. „AT“ für Österreich) und Betriebsnummer geben das Unternehmen an, in dem die Ware zuletzt bearbeitet oder verpackt wurde.
  • Versteckte Preiserhöhungen erkennen. Produktpreise anhand der Grundpreise vergleichen. Die Angabe des Grundpreises ist gesetzlich vor geschrieben (es gibt aber auch Ausnahmen). Er ist auf den Regalschildern der Geschäfte zu finden. Vor allem bei Produkten, die Sie öfter kaufen, auf die Nettofüllmenge achten – so erkennen Sie eher, ob diese plötzlich geringer ist. 

 

 

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Kommentare

  • Überregeliert?
    von dlder am 22.02.2019 um 07:47
    Man möchte meinen, dass Österreich und die EU von Gesetzen überschwemmt und überreguliert sei.
    Wenn man aber bedenkt wie man als Kunde belogen wird (nicht nur bei Lebensmittel), so muss selbst ich zugeben, dass ein mehr an Regeln/Gesetzen und strengeres vorgehen der Behörden zumindest im "lebenswichtigem" Lebensmittel-Bereich stark zu begrüßen wäre!
  • Trauriger Trend
    von santodomingo am 15.02.2019 um 19:47
    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Konzerne mittlerweile mehr Geld ausgeben, um den Kunden in die Irre zu führen und die Zutatenliste so klein wie möglich auf den Produkten zu platzieren, als für das Produkt selbst. Ein trauriger Trend, denn man fühlt sich irgendwie immer belogen und getäuscht. Warum nicht ehrlich und gut lesbar draufschreiben, was drin ist? Mittlerweile sollten die Hersteller auch draufgekommen sein, dass die Kunden kritischer werden und sich nicht mehr für dumm verkaufen lassen.
    Ohne Brille kann ich gar nicht mehr einkaufen gehen...............
  • Marlenka Honigtorten-Kugeln
    von 0809brigitte am 06.02.2019 um 09:50
    Ich liebe seit Jahren tschechische Honigtorte, die vom Hersteller Marlenka inzwischen als rechteckige Torte z.B. bei Merkur, und seit Kurzem auch als Kugeln (z.B. bei Billa) erhältlich sind.
    Bei den Kugeln erlebte ich eine ärgerliche Überraschung: in einer großen Kartonverpackung, die mindestens 20 Stück, möglicherweise auch eine "2. Lage", vermuten lässt, sind lediglich 12 Stück enthalten. Diese sind noch umständlich auf einem Plastiktray mit Plastikdeckel angeordnet, und trotz Karton-Abstandhalter ist immer noch ein Teil der Verpackung leer. Wird wieder Zeit für ein Schreiben an den Hersteller...
  • Downsizing
    von ling am 01.02.2019 um 10:20
    Milka-Schokoladen (früher 300 g) sind mittlerweile nur mehr 270 g schwer, kosten aber nach wie vor soviel wie die ehemaligen 300-Gramm-Tafeln. Das Gewicht ist in sehr kleiner Schrift aufgedruckt und optisch ist der Unterschied natürlich nicht zu erkennen. Anfangs waren es nur einige Sorten und es gab auch welche mit 280 g, mittlerweile dürfte man jedoch generell nach unten "vereinheitlicht" haben.
    In solchen Fällen fragt sich der mündige Konsument natürlich: Wo bleibt hier die EU-Kommission mit ihrem Verordnungs- und Regulierungswahn? Bei diesen Produkten hätte es wenigstens einen Sinn!
    Böse Zungen werden vielleicht meinen, dass es sowieso gesünder sei, statt 300 g nur mehr 270 g zu essen. Das ist schon in Ordnung, doch dann möchte ich auch nur 270 g bezahlen.