Mineralwasser

Belebt den Umsatz

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KONSUMENT 7/2017 veröffentlicht: 27.04.2017

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Die Mineralwasser-Industrie geht mit Worten wie "rein" und "ausgewogen mineralisiert" auf Kundenfang. - Ein "Aufgespießt" von Redakteurin Elisabeth Spanlang.

Elisabeth Spanlang (Bild: U. Romstorfer/VKI)
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Elisabeth Spanlang

Früher belebte Römerquelle unsere Sinne mit aufregenden Plakaten, die ein immer anderes Dreiecksverhältnis opulent in Szene setzten. Bei Gasteiner lautete der Spruch „‘s schmeckt halt reiner, das Gasteiner“ und dazu leerte ein kerniger Naturbursch die Flasche praktisch auf einen Zug. Selbst die nervige Frauenstimme, die uns im Radio unermüdlich Juvina Mineralwasser andiente, hatte einen irgendwie räudigen Charme.

Aalglatt und austauschbar

Und heute? Alles aalglatt und austauschbar. Juvina gibt Beauty-Tipps, wie man sich mit dem Wasser aus Deutschkreuz schön trinken kann. Gasteiner murmelt was von kristallklar und besonderen Momenten. Bei Römerquelle ist der Sexappeal nur noch eine Fußnote auf der Homepage. Preisfrage: Warum heißt Mineralwasser eigentlich Mineralwasser? Weil in ihm mehr Mineralstoffe stecken als in Leitungswasser? Weil es von besserer Qualität ist als das, was aus der Leitung kommt? Ja! suggeriert uns die Mineralwasser-Industrie, die nach wie vor mit Begriffen wie „rein“ und „ausgewogen mineralisiert“ auf Kundenfang geht.

Geringer Anteil an Mineralstoffen

In Wahrheit steckt in den meisten verkauften Wässern aber nur ein geringer Anteil an Mineralstoffen. Und auch was die Qualität betrifft, braucht sich das Wasser aus dem Hahn keineswegs vor dem Wasser aus der Flasche verstecken. Der Kauf von Mineralwasser ist also nicht zwingend notwendig, die Einführung eines Pfands auf Flaschen dagegen schon, egal woraus sie bestehen und was in sie eingefüllt wurde. Das würde nicht nur den Anteil an umweltfreundlichen Glasflaschen erhöhen, sondern auch dafür sorgen, dass Gebinde ins Geschäft zurückgebracht werden, anstatt Mistkübel zu verstopfen, die Öffis zu versauen und Grünflächen in Müllkippen zu verwandeln.

Politik ist gefordert

Das Flaschenpfand gab es bei uns schon einmal und es hat damals weder die Produzenten, noch den Handel oder die Kunden umgebracht. Von der Industrie sind keine Impulse zu erwarten. Ohne staatlich verordnete Pfandquoten wie in Deutschland wird es auch bei uns nicht gehen. Hier ist die Politik gefordert und zwar mit klaren Ansagen. Wir fragen demnächst bei den Parteien nach, wie sie es mit dem Flaschenpfand halten.


Lesen Sie auch unseren Test: Stille Mineralwässer 7/2017 .

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