KONSUMENT.AT - Neuerung im Onlinebanking - Sicherer, aber komplizierter

Neuerung im Onlinebanking

Die Push-TAN-App

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KONSUMENT 9/2019 veröffentlicht: 13.08.2019, aktualisiert: 20.08.2019

Inhalt

Neuerungen im Onlinebanking versprechen mehr Sicherheit bei Geldtransfers. So löst eine App z.B. die SMS-TAN ab. Wer kein Smartphone besitzt, könnte es künftig schwerer haben.

Lesen Sie auch: Neuerungen im Onlinebanking: FAQ 8/2019

Umstellung in vollem Gange

Eine groß angelegte Umstellung im Onlinebanking ist derzeit im Gange. Hintergrund ist die neu gefasste EU-Richtlinie PSD II (Europäische Zahlungsdiensterichtlinie), die u.a. Sicherheitsoptimierungen beim Onlinebanking verlangt: dahingehend, wie sich Nutzer beim Log-in und bei der Authentifizierung von Aufträgen ausweisen. Die Neuerung liegt also auf einer Verbesserung der Sicherheit von Zahlungsvorgängen im Internet. Das ist grundsätzlich zu begrüßen.  

Der europaweite Umstellungstermin ist der 14.9.2019. Bis dahin müssen Onlinebanking-Kunden die Aktivierung des Push-TAN-Verfahrens vollzogen haben.  

Push-TAN: verschlüsselte Kommunikation

Aber was ist diese Push-TAN? Vereinfacht gesagt ist es eine App, die auf Smartphone oder PC installiert werden muss. Das Onlinekonto und die App werden in weiterer Folge gekoppelt. Bei der Beauftragung einer Zahlung erhält der Verbraucher eine Push-Nachricht an diese App, die ihn auffordert, zu bestätigen, dass die Aktion auch wirklich durchgeführt werden soll. Die Übertragung erfolgt bei der Push-TAN-App, anders als bei einer SMS, vom Bankrechner bis zur App verschlüsselt – also tatsächlich sicherer. Die App selbst ist mit Passwort oder auch biometrischem Verfahren (Fingerabdruck, Gesichtserkennung) geschützt.  

Nachteile ohne Smartphone

Kunden ohne Smartphone werden bisweilen im Regen stehen gelassen, wie uns zugetragene Reaktionen von Verbrauchern zeigen. Ein Rundruf bei den heimischen Banken, den wir Ende Juli durchgeführt haben, bestätigt dieses Bild: Wer kein Smartphone besitzt, für den haben nicht alle Banken eine Alternative parat. PC-gestützte App-Versionen werden vielfach nicht angeboten. Ob sich dies in den kommenden Wochen noch ändert? Wir bleiben am Thema dran und werden berichten.

Die Push-TAN-App von Erste Bank und Sparkassen (s Identity-App) haben wir uns übrigens schon in KONSUMENT 5/2019 genauer angeschaut: Zahlungsverkehr online: neue Produkte 5/2019

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Kommentare

  • Ohne Smartphone kein Zugriff, höhere Kosten, Zwang zu Windows
    von lionpet am 21.08.2019 um 13:18
    das heißt im Klartext: Ohne Smartphone hat man künftig keinen Zugriff mehr auf die Konten. PC Lösungen sind ja angeblich nicht verfügbar. Das ist eine wesentliche Einschränkung der Verfügbarkeit über die Konten. Zusätzlich entstehen höhere Kosten. Die gewählte Lösung ist aus meiner Sicht nicht im Sinne der EU und wurde von den Banken aus Bequemlichkeit gewählt. Dem Kunden entstehen auch wieder höhere Kosten. Was passiert wenn ich die Rufnummer wechsle ?
    Es ist auch sicherzustellen, dass ein Nutzung nur mit PC möglich bleibt. Auch die Nutzung auf PC mit offenen Betriebssystemen (d.h. ohne WIN xx) muss weiterhin möglich sein wird.
    Ich ersuche den VKI mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen diesen neuerlichen Anschlag der Banken auf die Freiheit der Kunden vorzugehen.
  • Weitere Voraussetzung bei Notebook / PC : Win10
    von Dunkelsteinerwald am 14.08.2019 um 19:55
    Bei meiner Bank (offenbar in Umsetzung einer EU-Bestimmung) wird bei Verwendung eines Notebooks / PCs die Verwendung des umstrittenen Windows 10 vorausgesetzt. ZB. mit einem Win7-Betriebssystem ist die Einrichtung eines Online-Bankings nicht mehr möglich.